Doris Friedmann und »Goma« begeistern 250 Zuschauer mit ihrem Straßentheater Glückliches Lachen und bunte Bälle

Löhne (WB). Obwohl Dirk Hinke, Leiter des Löhner Kulturbüros, angedeutet hat, dass die Auftaktveranstaltung der Straßentheater-Reihe »Von Nord nach West« in Löhne meist nicht so gut besucht ist, wie die folgenden Termine, sind die Künstler bereits mächtig in die Vollen gegangen und haben eine mehr als gelungene Premiere abgeliefert.

Von Lydia Böhne
Doris Friedmann ist schon optisch ein Höhepunkt. Sie unterhält das Publikum mit humoristischen Liedern und spielt auf dem Schifferklavier.
Doris Friedmann ist schon optisch ein Höhepunkt. Sie unterhält das Publikum mit humoristischen Liedern und spielt auf dem Schifferklavier. Foto: Lydia Böhne

Auch wenn es im Vorfeld geregnet hatte und unbeständiges Wetter vorhergesagt war, hatten die Organisatoren um Dirk Hinke die richtige Entscheidung getroffen, die Auftritte der beiden Künstler vor der Musikschule stattfinden zu lassen. 250 Besucher hatten sich dort auf den Bänken eingefunden und erwarteten gespannt den ersten Auftritt.

»Für unsere beiden Künstler ist es heute schon die letzte Show, für uns hingegen die erste«, sagte Dirk Hinke. Auftritte hatten Doris Friedmann und »Goma« im Rahmen der Veranstaltungsreihe an den vergangenen Tagen bereits in Bremen, Osnabrück und Mühlheim an der Ruhr gehabt. »Aber es handelt es sich um zwei nagel­neue Bühnenprogramme«, betonte Dirk Hinke, bevor Doris Friedmann mit ihrem Programm »Glück« auftrat.

»Glücklich sein muss man immer sofort, sonst verfällt es«

»Maintenant mes dames et monsieurs: L'amour«, kündigte sie mit einer dramatischen Handbewegung an, schnappte sich ihre Quetschkommode und beglückte die Zuschauer mit einem kurzen Lied zum Aufwärmen. »Es gibt zwei Dinge im Leben einer Frau, die sie nicht kontrollieren kann: Schuhe und die Liebe – na gut- und vielleicht Accessoires«, sagte Doris Friedmann, die 2015 schon als Teil des Trios »Bombastics« zu Gast gewesen war. Sie hatte nicht nur humoristische und zuweilen recht derbe Lieder im Gepäck, sondern auch eine schone Botschaft: »Glücklich sein muss man immer sofort, sonst verfällt es.«

Und es gibt so einige Dinge, die Doris Friedmann glücklich machen. Schokolade zum Beispiel. »Ich liebe ganze Berge von Schoki«, verriet sie. Auch diese Freude brachte sie in einem Song zum Ausdruck. Dann war es an der Zeit, ein bisschen Glück an ihr Publikum zurückzugeben. »Mund auf, Bauch locker – lasst euch richtig gehen«, forderte sie. Kurz darauf schallten laute »Hihihi's«, »Hohoho's« oder »Hahaha's« im Takt über den Platz. Der Trick schien zu wirken: Mit einem breiten Grinsen im Gesicht spendeten die Besucher begeistert Schlussapplaus und starteten in die zweite Halbzeit mit Künstler »Goma«.

Künstler »Goma« begeistert auch ohne Worte

Er hat seinem Programm den Titel »Wonderland« gegeben. Nicht ohne Grund wie deutlich wurde, als sich eine blaue Plane hob und ein Bällebad zum Vorschein kam. Die jüngeren Besucher hielt es nur schwer auf ihren Plätzen, und man sah ihnen an, wie gerne auch sie dort spielen würden. Aber auch die Erwachsenen wusste »Goma« in seinen Bann zu ziehen. Das gelang ihm vor allem mit seiner ausdrucksstarken Mimik und Gestik, denn der Künstler kommt ohne Worte aus.

Mit kindlicher Spielfreude in den Augen erzählte er pantomimisch lustige Sketche, die oft auch durch Situationskomik mit dem Publikum entstehen. Einziges Requisit: Ein Handy, über das er für jeden Moment den passenden Sound abrufen kann. Untermalt von der Titelmelodie des Films »Der weiße Hai« pirschte »Goma« sich an seine Mitmach-Opfer an oder sprang unter Trommelwirbel in einen großen Sack mit Bällen.

Den Abschluss lieferte eine Schlacht im Bällebad, zu der er alle Kinder einlud. Fast malerisch wirkte das Bild der bunten, durch die Luft fliegenden Bälle. Der Abschied aus dem Wunderland fiel dem Publikum sichtlich schwer.

Mit einem lauten Schlussapplaus ging die Auftaktveranstaltung des Straßentheaters zu Ende. Weiter geht es am Freitag, 14. Juli, um 20 Uhr mit Anja Gessenhardt und Conrad Edwin.

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