Straßenmeisterei Löhne öffnet zum 25-jährigen Bestehen erstmals Betriebsgelände Was macht der Schneepflug im Sommer?

Löhne (WB). Das ganze Jahr über, bei jedem Wetter, kümmern sich die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Löhne um das 300 Kilometer lange Straßennetz ihres Bezirkes – seit mittlerweile 25 Jahren. Grund genug, dieses Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 1. Juli, zu feiern. Dabei können Besucher erstmals den Betrieb kennenlernen. Auch der Atomschutzbunker unter dem Gelände (siehe Bericht unten) wird geöffnet.

Von Sonja Gruhn
Die Straßenwärter Eduard Eichmann (31, von links) und Eckhard Tessmer (49) sowie Betriebsdienstleiter Jörg Langemeier (48) und sein Stellvertreter Karsten Buschmann (45) freuen sich auf den Tag der offenen Tür. Die Frage, was der Schneepflug im Sommer macht, beantwortet Langemeier mit: »Auf den Winter warten.« Der Unimog allerdings werde das ganze Jahr über eingesetzt.
Die Straßenwärter Eduard Eichmann (31, von links) und Eckhard Tessmer (49) sowie Betriebsdienstleiter Jörg Langemeier (48) und sein Stellvertreter Karsten Buschmann (45) freuen sich auf den Tag der offenen Tür. Die Frage, was der Schneepflug im Sommer macht, beantwortet Langemeier mit: »Auf den Winter warten.« Der Unimog allerdings werde das ganze Jahr über eingesetzt. Foto: Sonja Gruhn

Der Tag der offenen Tür am 1. Juli von 11 bis 17 Uhr trägt als Titel die Frage »Was macht der Schneepflug im Sommer?«. Diese und viele weitere Fragen beantworten die 22 Mitarbeiter der Löhner Straßenmeisterei des Landesbetriebes Straßen NRW.

Seit Wochen sind Betriebsdienstleiter Jörg Langemeier und sein Stellvertreter Karsten Buschmann mit den Vorbereitungen beschäftigt. Unterstützt werden sie von den Mitarbeitern, die den Wunsch hatten, das Jubiläum zu feiern, und von Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebes.

»Es gehört eine Menge dazu, einen solchen Tag zu gestalten«, sagt Johanning. So sind Langemeier und Buschmann auch noch nach Feierabend unterwegs, um Plakate zu kleben und Flyer zu verteilen.

»Die Straßenmeisterei Löhne ist nicht nur für das Löhner Stadtgebiet zuständig, sondern unter anderem auch für einen Großteil des Kreises Herford«, sagt Johanning. Südlich der A30 reicht die Zuständigkeit bis Spenge, Enger und Herford. Teile von Vlotho, der Stadtbereich Bad Salzuflen, der Norden von Bad Oeynhausen und ein Großteil von Hüllhorst zählen ebenfalls zu dem Straßennetz, das etwa 300 Kilometer Strecke umfasst.

Insgesamt unterhält Straßen NRW seit 2013 sieben Straßenmeistereien mit etwa 150 Mitarbeitern, die sich um 2100 Kilometer Bundes- und Landesstraßen sowie gut 2000 Hektar Grünfläche entlang dieser kümmern.

Umfangreicher Aufgabenbereich

»Unser Aufgabenbereich umfasst den gesamten Winterdienst, in den Wintermonaten auch die Gehölzpflege. Im Frühjahr steht die Reinigung der Straßen und der befestigten Verkehrsflächen an, im Mai beginnen die Mäharbeiten entlang der Straßen und Radwege, ab Oktober beginnt dann wieder die Gehölzpflege, die einen Großteil unserer Arbeit ausmacht«, sagt Jörg Langemeier.

Während früher noch mit Schaufel und Spitzhacke gearbeitet wurde, gibt es inzwischen viele Geräte, die den Einsatz erleichtern wie die Wildkrautbürste oder die funkferngesteuerte Mähraupe. Aber auch der Einsatz von Maschinen habe dazu beigetragen, dass Personal reduziert wurde.

Zudem gehöre das ganze Jahr über die Unfallbeseitigung und der Austausch von Verkehrszeichen, die eine Lebensdauer von vier bis fünf Jahren haben, zu den Aufgaben. Zu speziellen Aufgaben zählen Absicherungsmaßnahmen und – während der Dienstzeiten – das Beseitigen von Ölspuren.

Rufbereitschaft nur in besonderen Fällen

»Die Straßenmeisterei ist nicht 24 Stunden rund um die Uhr besetzt, auch nicht während des Winterdienstes, im Gegensatz zu den Autobahnmeistereien«, sagt Johanning. »Eine Rufbereitschaft gibt es nur in besonderen Fällen, beispielsweise bei angekündigten Unwettern, aber nicht für Unfälle«, fügt Langemeier hinzu.

Je nach Wetterprognose gebe es eine Rufbereitschaft für den Winterdienst, in der Regel aber nicht zwischen 22 und 3 Uhr, außer es würden starke Schneefälle oder Eisregen prognostiziert. Dann seien die Mitarbeiter auch nachts unterwegs.

Von der Autobahnmeisterei zur Straßenmeisterei

Ursprünglich war die Straßenmeisterei Löhne in Herford bei der Autobahnmeisterei angesiedelt. Im Gebäude Am Gut 5 war die Autobahnmeisterei Löhne untergebracht, die 1992 mit der Herforder zusammengelegt wurde. Die Straßenmeisterei zog gleichzeitig nach Löhne um. 2014 wurde das Anfang der 1970er Jahre in Betrieb genommene Gebäude saniert.

»Der Beruf des Straßenwärters ist erst seit 1976 ein anerkannter Ausbildungsberuf. Zuvor wurden beispielsweise Handwerker wie Maurer, Straßenbauer, Tischler und Maler eingestellt«, sagt Lange­meier. Drei Jahre dauert die Ausbildung. In ihr werden Grundkentnisse zum Stahlbeton, zum Straßen-, Hoch- sowie Tiefbau und zu Malerei- und Gärtnerarbeiten vermittelt.

»Der Beruf ist sehr interessant, anspruchsvoll und abwechslungsreich«, sagt Langemeier, der diese Ausbildung durchlaufen und anschließend seinen Meister gemacht hat. Seit drei Jahren ist er Betriebsdienstleiter, nachdem er einige Jahre Stellvertreter war. Er ist für die Organisation des Betriebsdienstes zuständig und trägt die Verantwortung für das Personal.

Das Programm am Tag der offenen Tür

Die Straßenmeisterei Löhne liegt nahe der A30 an der Straße Am Gut 5. Geplant sind am Tag der offenen Tür eine Fahrzeugschau sowie Unfallübungen der Löschgruppe Mennighüffen, die ebenfalls ihre Fahrzeuge zeigen wird. Das Deutsche Rote Kreuz überprüft Verbandskästen und tauscht sie auch aus.

Es gibt eine Rallye für Kinder mit kleinen Preisen, eine Tombola sowie ein Glücksrad, und bei gutem Wetter wird eine Hüpfburg aufgebaut. Um 13, 14 und 16 Uhr sind Führungen über das Gelände vorgesehen. Auch der Atomschutzbunker wird zu besichtigen sein. Es gibt von den Partnerinnen der Mitarbeiter selbst gebackenen Kuchen sowie einen Bratwürstchenstand.

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