Urteil im so genannten Spatenstiel-Prozess fällt deutlich anders aus als im ersten Anlauf
Vier Jahre Haft für Körperverletzung mit Todesfolge

Löhne/Bielefeld (WB). Das Schwurgericht Bielefeld hat einen 28-jährigen Mann aus Bad Salzuflen im so genannten Spatenstiel-Prozess wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. 

Donnerstag, 04.05.2017, 13:04 Uhr
Dr. Detlev Binder (links) verteidigt den angeklagten 28-Jährigen bei im sogenannten Spatenstiel-Prozess. Foto: Steve Wasyliw

Die Staatsanwaltschaft hatte im neuerlichen Prozess eine Verurteilung wegen Totschlags von sechs Jahren beantragt. Der Angeklagte soll nach Auffassung des Gerichts an Vatertag 2015 den 49-jährigen Harun A. vor dem Löhner Bahnhof tödlich niedergeschlagen haben. 

Bei dem Streit im Mai 2015 waren der 49-Jährige Familienvater und der betrunkene Angeklagte samt seiner Clique aufeinandergetroffen. Der 49-Jährige wollte von einem Parkplatz herunterfahren, der Angeklagte und seine Kumpel standen im Weg. Der Familienvater stieg aus und schlug mit einem Spatenstiel auf sein Gegenüber ein. Die Männer entwanden ihm den Stiel und schlugen zurück. Der 49-Jährige ging zu Boden und wurde von mehreren aus der Gruppe getreten und tödlich getroffen.

Einen Fall von Notwehr sahen die Richter nicht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  

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