Mitarbeiter hätten im Löhner Unternehmen auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet Nieburg-Aus: IG Metall übt Kritik

Löhne (WB).  Das Aus des Löhner Unternehmens Nieburg-Küchen beschäftigt auch die IG Metall. Die Gewerkschaft hatte bereits vor Wochen kritisiert, dass der  Insolvenzantrag viel zu spät gestellt worden sei.

IG Metall kritisiert die Vorgänge bei Nieburg-Küchen in Löhne.
IG Metall kritisiert die Vorgänge bei Nieburg-Küchen in Löhne. Foto: Tilo Sommer

»Während die Branche der Küchenmöbelindustrie wächst, in 2015 um 7,2 Prozent und in 2016 um 4,4 Prozent, geht die Firma Nieburg nicht nur in die Insolvenz, sondern wird auch komplett stillgelegt«, lautet das Resümee von IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Frank Branka.

Beim Insolvenzverwalter Hans-Peter Burghardt habe man nachgefragt, ob die Eigentümerfamilie Fortmeier noch bereit sei, ihrer sozialen Verantwortung als Unternehmer gegenüber der Belegschaft nachzukommen.

Die Nachfrage sei verneint worden. »Jetzt am Ende ist nicht mal mehr Geld da, um eventuell eine Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft für die Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil Jahrzehnte dort gearbeitet haben, einzurichten«, führt Branka weiter aus.

Nach der ersten Insolvenz im Jahr 2007 hätten die Mitarbeiter in den vergangenen zehn Jahren auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet. Sie hätten neue Arbeitsverträge mit zusätzlich fünf Stunden wöchentlich unentgeltlich unterschrieben. »Weil ihnen versprochen wurde, dass alles besser wird«, berichtet Branka.

 Dass trotz der widrigen Umstände am Ende ein laut Branka »tolles Produkt« herausgekommen ist, sei den vielen gut qualifizierten und langjährigen Mitarbeitern zu verdanken, die bis zum Schluss »hoch motiviert und mit persönlichen Engagement zu Nieburg-Küchen« gestanden hätten.

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