450 Fahrer holen sich beim Biker-Gottesdienst auf der Aqua Magica ihren Segen ab Zum Dank ein Halleluja der Motoren

Löhne (WB). Der 13. Biker-Gottesdienst, organisiert von der Kirchengemeinde Obernbeck, der Johanniter Unfallhilfe und der Biker-Union, stand diesmal ganz im Zeichen der Freiheit. Passenderweise lautete das Motto »Ride Free«. Etwa 450 Biker kamen für den besinnlichen Moment zum Saisonstart zusammen. Insgesamt verfolgten etwa 700 Interessierte die Feierstunde.

Von Lydia Böhne
Etwa 700 Biker und weitere Interessierte haben am 13. Motorrad-Gottesdienst teilgenommen. Während Dr. Jean Mutombo und Pfarrer Rolf Bürgers den Gottesdienst abhielten, steuerte Elvira Haake mit dem Jugendchor das musikalische Rahmenprogramm bei.
Etwa 700 Biker und weitere Interessierte haben am 13. Motorrad-Gottesdienst teilgenommen. Während Dr. Jean Mutombo und Pfarrer Rolf Bürgers den Gottesdienst abhielten, steuerte Elvira Haake mit dem Jugendchor das musikalische Rahmenprogramm bei. Foto: Lydia Böhne

Nach und nach rollten die Fahrer mit ihren Maschinen auf dem Festplatz der Aqua Magica ein. Während sie Helme und Jacken ablegten, bildeten sich um einige Maschinen kleine Trauben von interessierten Bewunderern. »Ich kenne das schon«, sagte Hobby-Fahrer Jörg Steinmann. »Die gelbe Farbe zieht einfach an.«

Gerne beantwortete der Bad Oeynhausener den Besuchern alle Fragen rund um seine Maschine der amerikanischen Marke Bigdog. »Sie ist ein Einzelstück. Die Lackierung gib es in der Form nur einmal«, erläuterte er. Mit dem Gottesdienst verbindet Jörg Steinmann nicht nur einen schönen Motorradausflug mit seiner Frau Steffi.

»Wir haben heute auch unseren 15. Hochzeitstag«, berichtete er. Vor acht Jahren hatte das Paar sich als erstes von einigen weiteren beim Biker-Gottesdienst kirchlich trauen lassen. »Das Hobby verbindet uns, deshalb fanden wir die Idee so toll. Außerdem finde ich die Verbindung aus Glauben und Motorrad einmalig«, ergänzte der Bad Oeynhausener.

Gottesdienst erreicht viele, die nie zur Kirche gehen

»Mit unserem Gottesdienst erreichen wir viele, die sonst vielleicht nie zur Kirche gehen«, betonte der Obernbecker Pfarrer Rolf Bürgers. Er selbst war, wie immer, mit seiner BMW 1200 RT zur Veranstaltung gefahren. Ganz neu war diese Form der Versammlung für Pfarrer Dr. Jean Mutombo, ökumenischer Mitarbeiter der Westfälischen Landeskirche. »Ich war noch nie bei einem Biker-Gottesdienst«, gab er zu. »Bei uns im Kongo werden Motorräder meist nur von den Priviligiertesten der Gesellschaft gefahren oder als Fortbewegungsmittel genutzt.«

Trotz seiner überschaubaren Erfahrung hatte er eine inspirierende Predigt für die etwa 700 Besucher erarbeitet. Darin erläuterte er in einem Querverweis auch den Hintergrund des Mottos. »Viele haben ja den Adler auf ihren Maschinen oder Kutten. Er steht als Symbol für die Sehnsucht nach Freiheit, die viele im Fahren sehen«, betonte Jean Mutombo.

Zum Abschluss gibt es einen Motorrad-Corso

»Gott schenkt uns diese Freiheit in Verantwortung«, ergänzte Pfarrer Rolf Bürgers. Er erinnerte daran, dass Gott in vielen Fällen immer wieder schützend seine Hände über die Fahrer hält. Ihren Dank dafür machten die Biker in Tönen deutlich. Mehrmals ließen sie die Motoren ihrer Maschinen laut aufheulen.

»Dieses Halleluja der Motoren hat schon etwas ehrfürchtiges«, sagte Rolf Bürgers. Nach einem Gedenken der verstorbenen Fahrer ließen die etwa 450 Biker die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Motorrad-Corso ausklingen.

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