Stadt prüft mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthalle – DRK steht bereit Notunterkunft an Hauptschule?

Löhne (WB). Die Stadt Löhne ist weiter auf der Suche nach einer geeigneten Notunterkunft für Flüchtlinge. Möglicherweise kommt die Sporthalle der Hauptschule Löhne-West dafür in Frage, wie Bürgermeister Heinz-Dieter Held auf Anfrage mitteilt.

Von Sonja Gruhn
Die Sporthalle der Hauptschule Löhne-West könnte möglicherweise als Notunterkunft für Flüchtlinge in Frage kommen. Derzeit wird geprüft, ob die Voraussetzungen dort passen. Allerdings müssten Sportvereine und Schüler dann ausweichen.
Die Sporthalle der Hauptschule Löhne-West könnte möglicherweise als Notunterkunft für Flüchtlinge in Frage kommen. Derzeit wird geprüft, ob die Voraussetzungen dort passen. Allerdings müssten Sportvereine und Schüler dann ausweichen. Foto: Florian Weyand

»Derzeit sind wir noch nicht gefordert, was die Aufnahme von  Flüchtlingen angeht. Erstmal wird jetzt in Herford belegt. Aber wir wollen nicht bis auf den letzten Drücker warten, schließlich kann sich das in zwei oder drei Tagen schon ändern«, sagt Bürgermeister Held. »Die Sporthalle der Hauptschule ist eine Alternative für uns. Derzeit stehen wir täglich in Kontakt mit der Bezirksregierung.« Es müsse aber geprüft werden, ob in der Sporthalle alles in ausreichendem Maße vorhanden ist, etwa sanitäre Anlagen.

Die Vereine, die in der Sporthalle  trainieren, seien bereits  informiert worden. In der kommenden Woche sollen Gespräche die Trainingszeiten betreffend geführt werden. In der auslaufenden Hauptschule gibt es nur noch eine Klasse. Allerdings soll die Sportstätte dort bereits von  Schülern der städtischen Realschule, die in das Gebäude  einziehen wird, für den Sportunterricht genutzt werden. Eine Turnhalle an einer der  anderen Schulen komme wohl eher nicht in Frage. »Wo vollständiger Schulbetrieb läuft, ist es ungleich schwerer«, sagt Held.

Doch die Stadt prüft noch weitere Möglichkeiten. So auch den ehemaligen Famila-Komplex an der Koblenzer Straße. »Es werden alle möglichen Gebäude und Hallen ins Spiel gebracht. Das Problem bei Famila sind die sanitären Einrichtungen«, sagt der Bürgermeister.  Denkbar wäre, diese auf dem großen Parkplatz davor einzurichten.  »Dort fehlt die entsprechende Infrastruktur. Es ist beispielsweise kein Hallenbad in der Nähe, wo die Menschen duschen könnten.« Es hänge auch von der Bezirksregierung ab, ob benötigte Anlagen zur Verfügung gestellt werden.

Ebenso auf dem Plan hat die Stadt  das ehemalige Naturfreundehaus in Gohfeld. Einem Angebot habe der jetzige Eigentümer allerdings eine Absage erteilt. »Wir haben nochmal mit dem Eigentümer gesprochen, und er hat nochmal ein Angebot gemacht. Dabei sind wir noch nicht zu einem Ergebnis gekommen. Wir sind auch diesbezüglich im Gespräch mit der Bezirksregierung. Weiter möchte ich mich dazu aber nicht äußern«, sagt Heinz-Dieter Held. Ansonsten stünden keine weiteren Gebäude im  unmittelbaren Fokus.

Die Kräfte vom Deutschen Roten Kreuz (DRK)  in Löhne sind derzeit auf Standby, wie Rotkreuzleiter Alexander Hermelink auf Anfrage mitteilt. »Wenn wir von der Stadt die Nachricht bekommen, starten wir. Wir treffen jetzt keine besonderen Vorbereitungen, da wir wissen, was zu tun ist. Am Wochenende war unser dritter Einsatz   dieser Art in der Herforder Kaserne«, sagt Hermelink. Es bringe nichts,   Nahrungsmittel einzukaufen, ohne zu wissen, wie viele Flüchtlinge letztendlich kommen werden. Eine gewisse Routine gebe es bei der Flüchtlingshilfe inzwischen.

»Im vergangenen  Jahr waren wir schon einmal in Herford, und kürzlich auch in Bünde-Ahlen. Mit jedem Mal klappen die Vorbereitungen besser.« Für eine Ersteinrichtung würden etwa 30 Einsatzkräfte benötigt. »Dazu kommen die freiwilligen Helfer. Dabei haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Es gibt viele Rückmeldungen von Freiwilligen aus der Bevölkerung. Etwa fünf bis zehn kommen dann dazu.«

Mehr Probleme könnten   benötigte Dinge wie mobile Duschen, Zelte, Container oder   Feldbetten bereiten. »Der Markt ist  leer gefegt. Feldbetten werden derzeit in Frankreich bestellt, da deutsche Hersteller nicht mehr liefern können. Die Bestellungen erledigt er DRK-Landesverband in Münster zentral für NRW.  Der Stand am Freitag war, dass dort keine Betten mehr zur Verfügung stehen.  Für eine kurzfristige Lösung ist das also nichts.«

Alexander Hermelink  meint, dass sich zudem mit der Nachfrage   die Preise erhöhen werden. Und was passiert   mit den tausenden von  Feldbetten, wenn sie nicht mehr benötigt werden? »Sie werden desinfiziert, aufbereitet und eingelagert. Wir sehen ja jetzt, dass es schlau ist, viele auf Lager zu haben für solche Fälle oder irgendwelche Katastrophen«, sagt der Rotkreuzleiter.

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