Sanierungsarbeiten an der Decke in der Sporthalle der Bertolt-Brecht-Gesamtschule haben begonnen 3600 Schrauben sollen Platten sichern

Löhne (WB). Etwa 3600 Schrauben müssen die Mitarbeiter der Firma Reinkensmeier möglichst bis Donnerstagnachmittag unter der Decke der Gesamtschul-Sporthalle verschraubt haben. Dann könnte es doch noch mit dem 44,44-Stunden-Handballturnier dort klappen.

Von Sonja Gruhn
Dachdeckermeister Patrick Stark (links) hält die vorbereitete Latte unter die Decke der Sporthalle. Sie muss über der Plattenfuge befestigt werden. Tischler Stefan Kuhfus zeigt, wo die kürzeren Schrauben in der Platte angebracht werden müssen
Dachdeckermeister Patrick Stark (links) hält die vorbereitete Latte unter die Decke der Sporthalle. Sie muss über der Plattenfuge befestigt werden. Tischler Stefan Kuhfus zeigt, wo die kürzeren Schrauben in der Platte angebracht werden müssen Foto: Sonja Gruhn

Wie geplant konnten die Sanierungsarbeiten an der Decke der Sporthalle der Bertolt-Brecht-Gesamtschule gestern Morgen beginnen, nachdem der beauftragte Statiker der Stadtverwaltung noch am Montagabend einen Sanierungsvorschlag zur Sicherung der Platten unterbreitet hatte.

Bereits um 7 Uhr rückten Dachdeckermeister Patrick Stark, Tischler Stefan Kuhfus und Karl Sander, Auszubildender im zweiten Lehrjahr, von der Firma Reinkensmeier aus Eidinghausen an, um die Arbeiten vorzubereiten und dann sofort loszulegen. Um die 2,50 mal 1,25 Meter großen Platten zu sichern, werden in der Plattenmitte der Länge nach jeweils neun Schrauben verschraubt. Der Abstand muss laut Sanierungsvorschlag des Statikers 62,5 Zentimeter betragen, die an den Latten, die ebenfalls angebracht werden, gut ausgemessen werden können.

Arbeit unter der Decke etwas umständlich

Direkt unter der Hallendecke ist dies allerdings etwas umständlich. »Wir orientieren uns dabei an den Nägeln, mit denen die Platten bislang befestigt sind. Gleich daneben setzen wir die Schrauben«, sagt Stefan Kuhfus. Denn anders ist nicht zu erkennen, wo die Lattenkonstruktion über den Platten befestigt ist. Diese sogenannten Tellerkopfschrauben haben eine Länge von sechs Zentimetern und einen Durchmesser von sechs Millimetern.

Die Schraubenköpfe sind mit einer Art Unterlegscheibe fest verbunden. »Dadurch verteilt sich der Druck besser und die Köpfe können nicht einfach in die Platten hinein drücken«, erläutert Matthias Kreft, Leiter der Immobilienwirtschaft der Stadt Löhne. Den gleichen Durchmesser aber eine Länge von zwölf Zentimetern haben die Schrauben, mit denen die Latten auf den Längsfugen befestigt werden. Die Latten, die vier mal sechs Zentimeter messen und aus glattkantigem Fichtenholz bestehen, werden, wo möglich, jeweils in einer Länge von fünf Metern am Stück angebracht. »Insgesamt benötigen wir hier etwa 900 Meter an Latten«, sagt Dachdeckermeister Patrick Stark.

Während er und sein Kollege Stefan Kuhfus unter der Hallendecke fleißig am Schrauben sind, bereitet Lehrling Karl Sander (17) die Latten entsprechend vor. Mit der Kreissäge bringt er sie auf das benötigte Maß. Schließlich werden rund um die Lichtschächte andere Längen benötigt. Wo die Schrauben gesetzt werden müssen, misst Sander zunächst aus. »Die Löcher für die Schrauben bohre ich erst vor«, erklärt er. Dann schraubt er die zwölf Zentimeter langen Schrauben ein Stück weit ein, damit seine Kollegen auf dem Gerüst die Latten schnell unter die Decke bekommen. Denn kopfüber zu arbeiten, ist mit der Zeit doch etwas anstrengend.

Halle soll ab Donnerstagabend wieder geöffnet werden

Mittwoch sollen die Handwerker noch Verstärkung von zwei weiteren Mitarbeitern bekommen. Damit die Halle ab Donnerstagabend wieder geöffnet werden kann, werde vielleicht noch die ein oder andere Überstunde gemacht werden müssen. Und vielleicht geht es dann in den anderen betroffenen Sporthallen weiter. Denn im Laufe der Woche soll laut Matthias Kreft eine Horizontalverlattung an den Lichtbändern in der Halle am Gymnasium angebracht werden und die ebenfalls dort befindliche Gymnastikhalle an den Stoßkanten eine ähnliche Verlattung wie in der Halle an der Gesamtschule bekommen.

Für Grundschulen-Turnhalle noch kein Sanierungsvorschlag

»Wir hoffen, dass die Arbeiten an den Decken dieser beiden Hallen bis zum Ende der kommenden Woche abgeschlossen sind.
Die Turnhalle an der Grundschule Melbergen bleibe weiterhin geschlossen. »Für diese Deckenkonstruktion gibt es derzeit noch keinen Sanierungsvorschlag«, sagt Matthias Kreft.

Die Decken der genannten Sporthallen waren überprüft worden, da sie ähnlich konstruiert waren wie die Sporthallendecke einer Schule in Bochum. Dort hatten sich die schweren Platten gelöst, da sie mit glattschaftigen Nägeln unsachgemäß befestigt worden waren. Die Verwaltung hatte die oben genannten Sportstätten sofort gesperrt und begutachten lassen.

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