Gewaltopfer Harun A. (49) wird heute in Löhne beigesetzt
»Er brachte andere zum Lachen«

Löhne (WB). Am Dienstag wird Harun A. (49) in Löhne (Kreis Herford) beigesetzt. Der Familienvater war gestorben, weil ihm am Himmelfahrtstag der Kopf mit einem Spatenstiel eingeschlagen worden war. Das gab die Mordkommission am Montag nach der Obduktion bekannt.

Dienstag, 19.05.2015, 09:03 Uhr
Die Familie von Harun A. (49, kleines Foto) trauert (von links): Saynur S., Yasmine A., Tuhran K. und Maurat K. Harun A. hinterlässt neben seiner Frau Yasmine vier Töchter und zwei Söhne im Alter von acht bis 28 Jahren. Foto: Sonja Gruhn

Die  Witwe und die Kinder sind fassungslos. Seine zweitälteste Tochter Selma, die in Bielefeld wohnt, musste am Feiertag arbeiten. Sie wollte aber unbedingt am Vatertag  ihren Vater besuchen und war mit dem Zug gekommen.  Der Vater fuhr sie zurück zum Bahnhof.  Selma: »Mein Vater hat darauf gedrungen, ein Selfie mit dem Handy zu machen.« So entstand das letzte gemeinsame Foto, nur Minuten vor der Tat. Die Tochter stieg aus und ging in den Bahnhof, der Vater wollte fahren.

Wie ein Zeuge, ein belgischer Berufssoldat, hinterher berichtete, verstellten ihm  fünf junge Männer den Weg. Der Familienvater stieg aus dem Auto und holte einen Spatenstiel aus dem Kofferraum. »Der war mir beim Umgraben kaputtgegangen. Harun hatte ihn dabei, damit er im Baumarkt einen passenden besorgen konnte«, erzählt seine Frau. »Er soll den Stiel dann nur vor seine Brust gehalten haben«, sagt sie. Laut Aussage der jungen Männer war er damit auf sie losgegangen. »Mein Mann konnte den Stiel doch gar nicht festhalten. Er hatte gesundheitliche Probleme und konnte nicht mehr richtig greifen«, sagt die 47-Jährige. Neben Diabetes habe ihr Mann eine Schilddrüsenerkrankung gehabt. »Erst 2014, einen Tag nach seinem Geburtstag, hatte er seinen dritten Herzinfarkt mit Herzstillstand.«

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3265808?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514619%2F
RKI mahnt zu deutlich stärkerer Corona-Eindämmung
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), spricht bei einem Pressebriefing zur aktuellen Covid-19-Lage in Deutschland.
Nachrichten-Ticker