SPD-Delegiertenversammlung benennt Bernd Poggemöller als Bürgermeisterkandidaten 100-prozentig

Löhne (WB). »100 Prozent – das ist ein Ergebnis! Davon hätte Honecker geträumt«, sagte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Egon Schewe am Montagabend in der Werretalhalle scherzhaft. Die 69 Delegierten hatten den Kämmerer der Stadt, Bernd Poggemöller, ohne auch nur eine Gegenstimme zum Bürgermeisterkandidaten der Partei gewählt.

Von Jaqueline Patzer
Fraktionsvorstizender Wolfgang Böhm (links) und Stadtverbandsvositzender Egon Schewe (rechts) sind überzeugt: Bernd Poggemöller ist der richtige Kandidat für das Bürgermeisteramt.
Fraktionsvorstizender Wolfgang Böhm (links) und Stadtverbandsvositzender Egon Schewe (rechts) sind überzeugt: Bernd Poggemöller ist der richtige Kandidat für das Bürgermeisteramt. Foto: Jaqueline Patzer

»Jetzt werden wir einen Wahlkampf hinlegen, der sich gewaschen hat. Da können sich andere eine Scheibe von abschneiden«, zeigte sich Schewe nach der Wahl noch kämpferischer als in seiner Begrüßungsrede. Bernd Poggemöller fiel derweil eine Last von seinen Schultern. Noch vor den Abschlussworten Schewes war der zweifache Familienvater auf die Bühne geeilt, um sich für dieses deutliche Zeichen seiner Partei zu bedanken: »Jetzt können wir in den Wahlkampf mit breiter Brust gehen.« Sein Sohn Finn (11) filmte Papas Erfolg stolz mit dem Handy und auch seine Frau Ulrike strahlte über das ganze Gesicht, Poggemöllers Eltern klatschten eifrig.

Eine Stunde vorher herrschte noch Angespanntheit. Bernd Poggemöller nahm noch einen großen Schluck Wasser, befeuchtete seine Kehle, seine Frau Ulrike nahm seine Hände: »Du schaffst das!« Nicht nur sie glaubte fest an den Erfolg Poggemöllers. »Es gibt keinen hier im Saal, der nicht daran glaubt, dass Bernd Bürgermeister wird«, hatte Egon Schewe am Anfang gemeint.

Etwas stockend begann der Löhner seine Ansprache, in der er sich und seine politischen Ziele vorstellte. »Mein Ziel und mein Wunsch ist es, am 13. September 2015 zum Bürgermeister der Stadt Löhne gewählt zu werden«, machte Bernd Poggemöller deutlich. Nebenbei lief eine Präsentation in der – passend zur Rede – die Wünsche der Löhner Bürger gezeigt wurden, die sie auf dem Oktoberfest am Stand der SPD auf kleinen Zetteln notiert hatten. »Unsere Politik zeichnet sich besonders dadurch aus, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.« Die Löhner hätten der SPD mit auf den Weg gegeben, wo sie besser werden kann und muss. »Hören wir auf sie«, forderte Poggemöller. Der Zustand der Infrastruktur sei Thema auf den meisten Kärtchen gewesen. »Der Erhalt unseres Straßennetzes sollte ein wichtiger Baustein unserer Kommunalpolitik sein. Dazu gehört auch, mehr Geld in die Hand zu nehmen.« Nach einer Bestandsaufnahme gelte es eine Prioritätenliste abzuarbeiten.

Was für die Straßen- und Grünflächeninfrastruktur richtig sei, müsse auch für die Gebäude gelten. Poggemöller ging in diesem Zusammenhang auch auf den von Bürgern notierten Punkt »bezahlbarer Mietraum« ein. »Wir sind Eigentümer von fast 500 Mietwohnungen. Wir haben selbst bezahlbaren Mietraum, den wir anbieten können.« Dieser Wohnungsbestand ermögliche es der Stadt, Flüchtlingsfamilien angemessen unterzubringen. Auch den Erhalt des Freibads und die Vereinsförderung schnitt er an. In der Stadt gehe es um die Menschen und deren Zusammenleben, das es so optimal wie möglich zu gestalten gelte. Applaus.

Er ging auf die Bedürfnisse junger Menschen und junger Familien ein, die soziale Infrastruktur und die offenen Ganztagsschulen, die es zu unterstützen gelte, ebenso die Schulsozialarbeit. Kein Kind dürfe auf der Strecke bleiben. »Mit uns wächst und gedeiht die Löhner Bildungslandschaft.« Die Wirtschaftsförderung solle weiter vorangetrieben werden. Die Projekte signalisierten, dass sich in Löhne etwas entwickele, ein wichtiges Zeichen für die Wirtschaft und die Arbeitnehmer, meint Poggemöller. Die Profilierung Löhnes als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsort sei eine wichtige Zukunftsaufgabe. »Wir sind nicht die arme Stadt, in der nichts mehr geht. Nein, ganz im Gegenteil. Wir haben noch Reserven.« Dass er das Haushaltsproblem in den Griff bekommen werde, dafür stehe er, sagte Poggemöller bestimmt.

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