Traglufthalle: Sportausschuss vertagt Entscheidung über Finanzzuschuss der Gemeinde
TSG setzt auf „Greentennis“

Kirchlengern (WB) -

Für etwa 400.000 Euro will die Tennisspielgemeinschaft (TSG) Kirchlengern-Randringhausen auf ihrer Anlage an der Straße Im Obrock eine Traglufthalle errichten.

Donnerstag, 04.03.2021, 05:21 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 05:30 Uhr

Finanziert werden soll die Halle überwiegend durch Fördermittel, unter anderem durch einen Zuschuss in Höhe von 71.600 Euro, den die TSG bei der Gemeinde Kirchlengern beantragt hat. 40.000 Euro will der Verein selber beisteuern. Mit diesem Thema setzte sich am Dienstag, 2. März, der Sportausschuss der Elsegemeinde auseinander.

Wie sich die geplante Investition aus Sicht des Tennisvereins darstellt und welche Ziele damit langfristig verfolgt werden, schilderte TSG-Vorsitzender Volker Ahring den Kommunalpolitikern. Ahring verwies darauf, dass die TSG mit mehr als 300 Mitgliedern zu den drei größten Tennisvereinen im Kreis Herford gehöre. Allerdings habe man feststellen müssen, dass die Zahl der jüngeren Mitglieder rückläufig sei. Der Verein habe reagiert und ein eigenes Konzept für die Jugendarbeit entwickelt. So habe man im vergangenen Jahr für Zweit- und Drittklässler, die Grundschulen in Kirchlengern besuchen, Tennisstunden angeboten. Insgesamt 125 Kinder hätten das Angebot wahrgenommen. Rückmeldungen hätten gezeigt, dass großes Interesse daran bestehe, diese Aktion auch künftig fortzuführen. Allerdings seien solche Angebote derzeit nur in der Freiluftsaison möglich. Ab Oktober bis März wären aber Hallenkapazitäten erforderlich, die der Verein nicht habe – „dann haben wir ein großes Angebotsloch“. Das sei mit ein Grund gewesen, sich für eine solche Halle zu entscheiden.

Ein Vielzahl weiterer Argumente für eine derartige Anschaffung fasste Ahring unter dem Oberbegriff „Greentennis“ zusammen. Er verwies darauf, dass eine solche Traglufthalle dazu führe, dass man nicht mehr Tennishallen in anderen Gemeinde aufsuchen müsse – Stichwort Kraftstoffersparnis. Zudem fände keine zusätzliche Versiegelung von Flächen statt (die Halle soll auf drei Plätzen direkt an der Straße Im Obrock stehen), die vorhandene Infrastruktur könne genutzt werden. Bei hellem Wetter sei keine Beleuchtung der Traglufthalle erforderlich, ansonsten würden energiesparende LED-Elemente eingesetzt. Und auch was die Geräuschentwicklung betreffe, bescheinigten vorhandene Gutachten die absolute Undenklichkeit.

Die Ausschussmitglieder hatten nach diesem Vortrag zahlreiche Fragen. So wies Burkhard Scheiding (Grüne) darauf hin, dass die Außenhülle der Halle ja alle vier Jahre erneuert werden müsse. Mit welchen Kosten man denn dafür zu rechnen habe und ob der Verein dies einkalkuliert habe? „Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 5000 Euro“, so Ahring. Dafür wolle man jährlich Rücklagen bilden. Man rechne mit einem jährlichen Erlös von 73.000 Euro, sobald die Halle in Betrieb genommen sei, sagte Ahring. Nach Abzug der laufenden Kosten – beispielsweise etwa 28.000 Euro Energiekosten pro Jahr – gehe man von einem Ertrag von immerhin noch 25.000 Euro aus. Ob man denn schon einmal bei den Nachbarn nachgefragt habe, wie die zu einer solchen Halle stehen würden, wollte Burkhard Scheiding anschließend wissen. Das musste Ahring allerdings verneinen.

Lob für die detaillierte Präsentation kam von SPD-Fraktionschef Oliver Lüking. Und auch die CDU betonte, dass es ihr wichtig sei, Vereine und das Ehrenamt zu unterstützen. Allerdings sehe man noch Beratungsbedarf in der eigenen Fraktion. Deshalb solle noch kein Beschluss über einen Zuschuss gefasst werden.

Die anderen Fraktionen stimmten dem zu. Oliver Lüking betonte jedoch, dass man diese Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben, sondern in einer extra einberufenen Ausschusssitzung noch vor der nächsten Ratssitzung treffen werde.

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