Biostation Stift Quernheim zieht Bilanz für 2020: Bibernachwuchs, neue Homepage, Wege durch das Land
„Wanderfalken sind stark im Kommen“

Kirchlengern (WB) -

„Die Pandemie hat uns kalt erwischt. Wir hatten ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt – und dann kamen Corona und im März der Lockdown. Da konnten wir unser Programm in die Tonne treten.“ Blickt Klaus Nottmeyer, Leiter der Biologischen Station Stift Quernheim, auf das letzte Jahr zurück, dann wird er es mit Sicherheit so leicht nicht vergessen.

Sonntag, 10.01.2021, 05:06 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 05:10 Uhr

Nicht nur coronabedingt seien die vergangenen zwölf Monate für die Mitarbeiter etwas ganz Besonderes gewesen, hält Nottmeyer in seiner Bilanz fest. Die Biostation habe als Kooperationspartner an der Veranstaltungsreihe „Wege durch das Land“ teilgenommen. „Es ist schon etwas anderes, ob man eine Wanderung rund um Gut Böckel anbietet oder im Premiumsegment der kulturellen Veranstaltungen mitwirkt“, so Nottmeyer. Anderthalb Jahre habe die Vorbereitungszeit betragen, zwei Probeläufe habe es gegeben, bevor es im September soweit gewesen sei. „Es war anstrengend. Aber es hat unglaublich viel Freude gemacht“, sagt der Stationsleiter rückblickend.

Genauso begeistert spricht Nottmeyer, wenn er an das Engagement junger Menschen denkt. 2020 habe die Station eine ganz besonders positive Welle erlebt. „Wir können uns nicht erinnern, dass so viele junge Menschen unsere Arbeit in einem Jahr so bereichert haben.“

Den Wegfall der Veranstaltungen seit März 2020 habe man unter anderem dazu genutzt, die eigene Homepage neu zu gestalten. „Unsere bisherige war 20 Jahre alt. Wir haben eine ganz neue Website geschaffen. Das war viel Arbeit. Im Herbst haben wir die alte abgeschaltet und die neue ins Netz gestellt.“

Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres habe auch gezählt, dass der Biber an der Else eine Familie gegründet und nun auch schon Nachwuchs habe. Einen entsprechender Film finde man auf der Homepage der Biostation. „Dort ist zu sehen, wie die Bibermutter ein Junges säugt – das ist total niedlich.“

Als positiv bewertet es Nottmeyer, dass die Wanderfalken-Population im Kreis Herford wächst. „Wanderfalken sind stark im Kommen. Wir haben ein Paar in Kirchlengern, das seit sechs Jahren erfolgreich brütet. Nun ist ein weiteres Paar in Herford hinzugekommen.“

Nicht so häufig auf den Wildkameras zu sehen sei der Fischotter, der im Kreis Herford auch keinen Nachwuchs habe. „Wir haben uns gefragt, was wir für den Fischotter tun können. So haben wir beispielsweise an der Warmenau Verrohrungen und Brücken inspiziert.“ Fischotter würden Brücken nicht unterqueren und auf Straßen ausweichen, um sich fortzubewegen – und dort seien sie sehr gefährdet. „Wir haben Vorschläge entwickelt, wie man Bauwerke so gestaltet, dass es für den Fischotter nicht mehr so schlimm ist.“ Das wolle man nun mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde besprechen.

Kritisch sei die Situation nach wie vor für Kiebitz und Feldlerche. „Die brauchen Flächen, die von Äckern umgeben sind.“ Hier komme die sogenannte Schwarzbrache ins Spiel – Flächen, die Landwirte für fünf Jahre sich selbst überließen. „Der Kiebitzbestand 2020 ist vergleichbar mit den Vorjahren – also sehr niedrig“. Das bereite permanente Sorge, so Nottmeyer.

Die Erfassung von Obstwiesen im Kreis Herford habe man 2018 abgeschlossen und 2019 veröffentlicht. „Nur den Niedergang zu dokumentieren, das ist uns zu wenig. Mithilfe von zwei Stiftungen aus dem Kreis Herford führen wir bis 2021 ein zweijähriges Projekt durch zur Vermehrung der Obstwiesen durch Neu- und Nachpflanzung, mit verbesserter Pflege der Bäume und umfassender Information der Eigentümer.“

www.bshf.de

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