Neuer Staukanal am Aqua Fun: unerwartete Verzögerung bei Baumaßnahme
Problematisches Erdreich

Kirchlengern (WB) -

Es wäre zu schön gewesen: Da derzeit sowieso am Aqua Fun gegraben und gebaut wird, hätte die Gemeinde Kirchlengern gerne die Gelegenheit genutzt, kurzfristig einen dringend erforderlichen Staukanal zwischen dem Bad-Neubau und der Minigolf-Anlage zu errichten.

Mittwoch, 30.12.2020, 05:06 Uhr aktualisiert: 30.12.2020, 05:10 Uhr

Das wäre allerdings nur möglich, wenn der Staukanal errichtet wird, bevor das Gebäude des Aqua Fun angefüllt wird. Sollte der Staukanal später gebaut werden, wären für die Erdarbeiten sogenannte Verbaukästen zur Sicherung der Tiefbauarbeiten erforderlich, die die Kosten deutlich erhöhen würden – und das wollte man vermeiden. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung schien eigentlich alles in trockenen Tüchern. Doch wie heißt es so schön: Der Teufel steckt im Detail.

Welches Problem konkret neu aufgetreten ist, darauf machte der zuständige Fachbereichsleiter Karl-Heinz Saße in der jüngsten Ratssitzung aufmerksam. Nach der ursprünglichen Planung hätte man die Baugrube am Aqua Fun vergrößert, um den Staukanal zu verlegen. Wie sich aber erst jetzt herausgestellt habe, könne die Grube mit dem vorhandenen Erdaushub anschließend nicht einfach wieder verfüllt werden. Untersuchungen des Erdreiches in diesem Bereich hätten vielmehr ergeben, dass es entsorgt werden müsste, was eine Verteuerung in Höhe von 30.000 Euro nach sich ziehen würde. „Das macht dann keinen Sinn mehr“, so Saße. Stattdessen bevorzuge die Gemeinde nun eine andere Vorgehensweise. Der Staukanal solle zwar immer noch zwischen Aqua Fun und Minigolfplatz errichtet werden – allerdings zu einem späteren Zeitpunkt, wenn auch die Straße zum Freizeitbad erneuert wird. Würden beide Maßnahmen zusammen ausgeschrieben – was sich allein schon durch durch räumliche Nähe empfehle – sei die Bausumme höher und somit interessanter für Unternehmen. „Dann gibt es dafür normalerweise auch ein günstigeres Angebot“, sagte Saße. Die reinen Baukosten für den Staukanal veranschlagt die Gemeinde mit etwa 180.000 Euro. Diese sollen überplanmäßig bereitgestellt werden.

Bei zwei Enthaltungen votierte der Rat für diese Vorgehensweise. Allerdings muss auch der zuständige Ausschuss für Abwasserangelegenheiten noch grünes Licht geben. Davon ist allerdings auszugehen.

Der neue Staukanal ist übrigens ein weiterer Baustein in Sachen Hochwasserschutz, den die Gemeinde seit den verheerenden Starkregen-Ereignissen im 2014 vorantreibt. Er soll zur Entlastung der Mischwasserkanalisation aus den Bereichen Nachtigallenweg, Am Hallenbad und teilweise Finkenweg dienen. Bei der Mischwasserkanalisation aus diesem Bereich, die in Richtung Obrock entwässert, habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Kanäle für den Starkregenfall einfach zu klein sind und dann im Bereich Obrock den dortigen Mischwasserkanal überlasten, informierte die Verwaltung.

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