Bei Sitzungen und Veranstaltungen wird‘s in Kirchlengern schnell heiß – Verwaltung macht Vorschlag – Kosten: rund 65.000 Euro
Eine Klimaanlage für den Ratssaal?

Kirchlengern (WB) -

Im Kirchlengeraner Ratsaal geht es manchmal heiß her – im wahrsten Sinne des Wortes. Um die vor allem in den Sommermonaten hohen Temperaturen in den Griff zu bekommen, will die Verwaltung eine Klimaanlage installieren lassen.

Donnerstag, 10.12.2020, 05:10 Uhr
Vor allem im Sommer wird es unterm Kirchlengeraner Rathausdach heiß. Eine Klimaanlage soll Abkühlung bringen. Foto: Daniel Salmon

 

Fraktions-, Ausschuss- und Ratssitzungen, Dienstbesprechungen, Anliegerversammlungen: Der Ratssaal wurde vor der Corona-Krise für viele Veranstaltungen genutzt. Allerdings konnte es zur Jahresmitte in dem großen Raum im Obergeschoss ziemlich warm werden. Den Grund nennen Ingenieurin Peggy Freudenreich und Karl-Heinz Saße, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Technische Dienste: „Die umlaufende Fensterfront und die Hitzeeinstrahlung durch das Flachdach erwärmen den Raum stark. In den vergangenen Jahren hat sich diese Situation durch die zunehmend heißeren Sommer weiter verschärft.“

Konkret zieht die Verwaltung 2019 als Referenzjahr für diese Beobachtung heran. Damals habe die maximale Temperatur von Mai bis September an 62 Wochentagen höher als 25 Grad gelegen. Eine Klimaanlage könnte die Situation entspannen. Das sei notwendig, da laut Saße und Freudenreich „der Sitzungsbetrieb mit einer größeren Personenzahl nach Abklingen der Pandemie hoffentlich auch wieder uneingeschränkt möglich sein“ werde und der Saal wieder regelmäßig belegt sei.

Im Rathaus hat man drei Lösungsvarianten in Betracht gezogen, die auch technisch durchführbar seien. Eine Variante wäre eine sogenannte Kühldecke. Dabei werden Leitungen in einer abgehängten Decke installiert, die sowohl heizen als auch kühlen können. Der Vorteil der Nutzung als Strahlungsheizung im Winter ist ebenso angenehm. Kostenpunkt: etwa 150.000 Euro brutto.

Weiterhin infrage käme eine Deckeninduktionslüftung. So eine Anlage saugt Luft ab und führt gekühlte oder erwärmte Frischluft ein. Es sind mehrere Luftauslässe und -ansaugkanäle notwendig. Kälteerzeugung und Erhitzung müssen auf dem Dach installiert werden. Kosten: etwa 140.000 Euro brutto.

Denkbar seien auch Deckenkühlgeräte im Umluftbetrieb. Dabei würden mehrere Geräte in die vorhandene abgehängte Decke eingebaut. Die Luft wird umgewälzt und dabei abgekühlt. Die Frischluftzufuhr muss über die Fenster erfolgen. Ein Gerät zur Kälteerzeugung muss auf dem Dach installiert werden, ebenso muss Kondensat abgeführt werden. Kosten: etwa 65.000 Euro brutto.

Das Rathausdach ist bereits überprüft worden und würde alle Varianten zulassen. Zu allen drei Möglichkeiten müssen Stromanschlüsse ergänzend hergestellt werden. Ebenso sind Trockenbauarbeiten zur Installation in oder an der Decke in unterschiedlicher Intensität notwendig. Es fallen auch bei allen Varianten mehr oder weniger Kosten für kleinere Arbeiten bei der Dachabdichtung sowie die Honorarleistungen zur Planung der Kühlung an.

Zwar meint die Verwaltungsseite, dass die beiden teureren Anlagen qualitativ ein besseres Ergebnis liefern würden, dennoch würde aus Kosten-Nutzen-Gründen die günstigste Variante (Deckenkühlgeräte) vorgezogen. Zwar hätten zu Beginn der Pandemie noch die Anlagen im Umluftbetrieb in Verdacht gestanden, die Aerosolbelastung negativ zu beeinflussen. „Dieser Verdacht hat sich nicht erhärtet und ist wissenschaftlich nicht belegt“, teilt die Verwaltung mit. Das von der Kommune eingeschaltete Fachbüro habe zudem ausgeführt, dass neue Anlagen im Umluftbetrieb auch in Coronazeiten aus fachlicher Sicht und auch aus Sicht der Lufthygiene bedenkenlos eingebaut und betrieben werden könnten.

Aktuell stünden für den Einbau einer Klimaanlage Haushaltsmittel in Höhe von 45.000 Euro zur Verfügung. Um die vorgeschlagene Variante zu realisieren müssten noch 20.000 Euro für 2021er Etat der Gemeinde veranschlagt werden.

Der Hauptausschuss wird sich in seiner Sitzung am 17. Dezember mit dem Thema beschäftigen.

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