Gebürtige Bünderin arbeitet heute als freischaffende Künstlerin in Lage
Die Schönheit der Natur in Bilder gebannt

Kirchlengern/Bünde (WB) -

„Geben Sie mir Farben und Pinsel, dann male ich Ihnen meine Geschichte“, sagt Ellen Rethemeier. Durch die Kunst findet sie zur inneren Ruhe, kann gedanklich in eine Fan­ta­sie­welt einsteigen und ihre Gefühle mit jeden Pinselstrich auf die Leinwand bringen.

Mittwoch, 09.12.2020, 05:03 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 10:26 Uhr
Ellen Rethemeier malt vor allem Motive aus der Natur, aber auch Fantasievolles hat es ihr angetan. Bereits in der Schule entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Malerei.

Die 58-Jährige wuchs in Kirchlengern auf und lebte in Bünde, heute arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Lage. „Ich male unterschiedlichste Motive auf Leinwand und Papier und lasse mich gerne von der Natur fesseln“, erzählt sie.

Ganz intuitiv greife sie manches Mal zu einem kleinen Blatt Papier und bringe einen Hauch von Farbe mit viel Liebe und Hingabe darauf auf. „Dann wiederum reizt mich die große Leinwand, wo ich sehr koloristisch meine Emotionen widerspiegeln kann“, erklärt die Künstlerin ihre unterschiedlichen Formate.

Schon in der Schulzeit entdeckte Rethemeier die Faszination für das Malen. „Kunst gehörte zu meinen Lieblingsfächern“, sagt sie. Mit Buntstiften wurden die Lieblingstiere verewigt und zwar so lange, bis das Pferd, die Katze, der Hase und der eigene Hund nicht mehr stillstehen wollten, erzählt sie mit einem Augenzwinkern. „Zeitweise male ich auch heute noch Tiere als Auftragsarbeit“, so die Lipperin.

Später war Seidenmalerei eine Herausforderung für sie. Während der Selbstständigkeit als Einzelhandelskauffrau konnte sie ihre Kreativität ebenfalls ausleben. Sie betrieb das Geschäft „Casa Verde“ in Kirchlengern. „Mit spielerischem Elan stellte ich Wohnaccessoires harmonisch aufeinander ab“, berichtet Rethmeier.

Es folgten autodidaktische Experimente mit Wasserfarben. Sie entschied sich schließlich für Aquarell- und Pastellmalerei. „Damit steht meinem persönlichen Maldrang aufgrund kurzer Trockenprozesse nichts im Wege“, erklärt sie. Zusätzlich holte sie sich Unterstützung in Kursen an Nord- und Ostsee, probierte auch andere Techniken, wie Acryl- und Öl-Malerei.

Um ihren Bildern noch mehr Feinheit einzuhauchen, arbeitete sie mit dem Künstler Werner Neck aus Bünde. „Ab und zu fließt die dort erlernte Bekanntschaft mit dem Impressionismus noch in meine Bilder ein“, sagt die Frau aus Lage.

Erst 2016 stellte sie ihre Werke öffentlich aus – und zwar bei den offenen Ateliers im Kreis Herford. „Einige Wochen später zeigte ich meine Arbeiten in meinem Garten. Wieder kamen viele Besucher“, freut sich Rethemeier über so viele positive Rückmeldungen.

Aktuell arbeitet sie an einer Bilderreihe „Sehnsucht nach Meer“ und an mehreren Unikaten zum Thema „Tänzerinnen“. „Die nächsten Ausstellungen sind geplant und ich freue mich sehr darauf, sobald es die Corona-Pandemie zulässt“, meint die Künstlerin. Im Januar will sie Bilder in Wilhelmshaven zeigen, im Frühjahr eine Präsentation in Stralsund. Viele Rückmeldungen erhält Rethemeier auch aus ihrer alten Heimat. Regelmäßig postet sie ihre Kunstwerke in den Facebook-Gruppen von Bünde und Kirchlengern und erhält viele „Daumen hoch“.

Mit einem Zitat von Beate Weber fasst Rethemeier zusammen, was die Faszination des Malens für sie ausmacht: „Malen ist Aufbruch und Suche; es gibt keinen richtigen Weg – es gibt nur den eigenen Weg.“

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