Frau (24) soll im Internet teure Smartphones verkauft, aber nicht verschickt haben
Straftaten aus Liebe begangen?

Kirchlengern (WB). Eine Kirchlengeranerin (24) soll im Internet teure Smartphones verkauft, aber nicht an die Käufer verschickt haben. Wegen gewerbsmäßigen Betrugs hat sich die Frau dafür nun vor dem Bünder Amtsgericht verantworten müssen. Als Motiv für die Taten gibt sie die Liebe zu ihrem Ex-Freund an.

Freitag, 06.11.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 05:20 Uhr
Zumeist hatte die Kirchlengeranerin ein iPhone X auf dem Portal Ebay-Kleinanzeigen zum Kauf angeboten. Foto: dpa

Gleich 19 Fälle zählt die Vertreterin der Staatsanwaltschaft zum Verhandlungsauftakt am Donnerstagmorgen auf. Zwischen Oktober 2019 und Mai diesen Jahres soll die zweifache Mutter auf der Internet-Plattform Ebay-Kleinanzeigen entweder iPhone-Handys oder Geräte der Marke Samsung angeboten haben. Entweder überwiesen die Käufer nach Angaben der Anklagevertreterin eine Anzahlung oder überwiesen den vollen verlangten Preis auf eines der drei Sparkassen-Konten der Kirchlengeranerin. Ihre Ware erhielten die Betrugsopfer allerdings nie. Mehr als 5000 Euro soll die Kirchlengeranerin auf diesem Wege ergaunert haben,.

Haftstrafe kommt in Betracht

Wie in der Verhandlung herauskommt, war die junge Frau wegen ganz ähnlicher Delikte bereits in Erscheinung getreten und auch verurteilt worden. Die neuerlichen Taten soll sie somit unter laufender Bewährung begangen haben. Als die Amtsrichterin ihr vorhält, dass sie bei einer neuerlichen Verurteilung („Pro Fall beträgt das Mindeststrafmaß sechs Monate!“) mit einer Haftstrafe rechnen müssen, bricht die Angeklagte in Tränen aus.

„Warum haben Sie das überhaupt gemacht?”, will die Juristin daher wissen. Laut der 24-Jährigen soll ihr Ex-Freund, mit dem sie eine längere On-Off-Beziehung führte, sie zu den Taten angestiftet haben. „Er brauchte Geld und hat gedroht mich zu verlassen, wenn ich das nicht mache. Und ich habe ihn damals geliebt”, führt die Frau aus. Immer wenn ein Kunde Geld für einen Smartphone-Kauf überwiesen habe, sei sie mit ihrem früheren Partner zur Bank gefahren und habe den Betrag sofort abgehoben. „Wofür er das Geld brauchte, weiß ich nicht. Ich habe nie etwas davon genommen. Ich komme mit dem, was ich habe, für mich und meine Kinder aus“, erklärt die Angeklagte, die derzeit von Hartz IV, Kindergeld und den Unterhaltsvorschüssen der Väter ihrer beiden Töchter lebt.

Prozess unterbrochen

Als die geprellten Smartphone-Käufer dann mit Anzeigen drohten, machte sich der Ex-Freund der Frau aus dem Staub. „Er hat Schluss gemacht. Wo genau er jetzt wohnt, weiß nicht.“ Genau das will aber nun das Gericht herausfinden, um den Mann als Zeugen vorzuladen. Sollte er die Angeklagte tatsächlich unter Druck gesetzt haben, könnte sich das auf das Strafmaß auswirken. Der Prozess wurde daher unterbrochen und soll nun am 19. November – idealerweise mit einer Aussage des Ex-Partners der Frau – fortgesetzt werden.

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