Politiker in Kirchlengern beschließen finanzielle Zuwendungen
Corona-Nothilfe: Gemeinde unterstützt Vereine

Kirchlengern (WB). Erst gab’s Diskussionen, am Ende herrschte Einigkeit: Die Mitglieder des Hauptausschusses einigten sich am Dienstagabend darauf, dass die Kommune den gemeinnützigen Vereinen in Kirchlengern eine Finanzspritze als Corona-Nothilfe gewährt.

Donnerstag, 01.10.2020, 05:07 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 05:10 Uhr
Ein Sockelbetrag von 300 Euro soll Vereine in Kirchlengern unterstützen. Zeitgleich werden die Zuschüsse für Kinder und Jugendliche angehoben. Notlagen, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind, sollen so abgefedert werden. Die Zahlung erfolgt einmalig in 2020 und unter Anrechnung bereits gezahlter Förderungen. Foto: dpa

Konkret wird pro Verein zunächst ein Sockelbetrag von 300 Euro ausgeschüttet. Für Kinder und Jugendliche werden die üblichen Globalzuschüsse zudem von 8 auf 10 Euro angehoben. Beides soll einmalig und nur für dieses Jahr geschehen. Sollten Vereine im laufenden Jahr bereits Fördermittel der Gemeinde, die es ohnehin jährlich gibt, abgerufen haben, werden diese auf die nun beschlossene Soforthilfe-Maßnahme angerechnet. Weiterhin sollen die bisherigen Vereinsförderrichtlinien der Kommune grundlegend von der Verwaltung überarbeitet und den politischen Gremien anschließend zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Anregungen aus anderen Kommunen

Zwar war das fraktionsübergreifende Votum in der Sache letztlich einstimmig, doch der Weg dahin war teils nicht einfach. Eingebracht hatte die Idee die CDU – mit einem noch recht allgemein gehaltenen Antrag. „Unsere Vereinsförderrichtlinien stammen aus dem Jahr 2002, sind also 18 Jahre alt. Sie müssten langsam mal angepasst werden, auch um den Vereinen mit Sitz in Kirchlengern zu zeigen, dass wir ihre Arbeit wertschätzen“, führte Fraktionssprecher Christian Bobka aus. Die Christdemokraten sprachen sich daher für eine dauerhafte Anhebung des Grundbetrags für die Vereine von 80 auf 300 Euro aus und ein Erhöhung der Globalzuschüsse für Kinder und Jugendliche von 8 auf 10 Euro. Beides sollte ab 2021 gelten.

Zwar begrüßten die Vertreter der übrigen Parteien das Ansinnen der CDU generell. „Wir sollten aber grundlegender an die Sache herangehen und schauen, wie wir die Vereine intelligenter unterstützen könnten als bisher“, so SPD-Fraktionssprecher Oliver Lüking. Mit Blick auf die unterschiedliche Größe der Vereine schlug er vor, von einem einheitlichen Grundförderbetrag abzusehen und die jeweilige Fördersumme beispielsweise von den Mitgliederzahlen der verschiedenen Gruppierungen abhängig zu machen. „Man könnte sich Anregungen aus anderen Kommunen holen und schauen, wie das dort gemacht wird“, schlug der Sozialdemokrat vor. Über konkrete Summen wolle seine Partei in der Sache noch nicht sprechen. Christian Bobka betonte, dass gerade kleine Vereine, die besonders unter den Auswirkungen der Corona-Krise gelitten hätten, schon von einer Anhebung des Grundbetrags auf 300 Euro profitieren würden.

Lob für Kompromiss

Kämmerer Stefan Junkermann wies das Gremium darauf hin, dass die Gemeinde zur Abwendung von Corona-Schäden Vereine auch sofort unterstützen könne. Später – und unabhängig von der Nothilfemaßnahme – könne man dann gucken, wie man die Richtlinien zur Vereinsförderung generell überarbeiten könne. Diese Idee fand Anklang bei den Lokalpolitikern. „Das ist Demokratie live und hat zu einem guten Ergebnis geführt“, kommentierte CDU-Ratsherr Dieter Bentrup die Kompromisslösung.

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