Klosterbauerschafter Alttraktoren-Freunde demonstrieren High-Tech von anno dazumal
Getreideernte wie zu Opas Zeiten

Kirchlengern (WB). Zu einer historischen Getreideernte wie zu Opas Zeiten haben sich jetzt Aktive der Klosterbauerschafter Alttraktoren-Freunde sowie interessierte Helfer aus der Landwirtschaft getroffen. Mit Dreschkasten und Mähbinder wurde auf dem Getreideacker von Landwirt Roland Lütkemeier aus Kirchlengern eine Getreideernte durchgeführt – wie anno dazumal

Mittwoch, 12.08.2020, 05:10 Uhr
Der Lanz Bulldog (Baujahr 1941) zieht den historischen Mähbinder (Baujahr 1939). Das Getreide wird in einem Arbeitsgang abgeschnitten, zu Garben gebündelt und ausgeworfen. Foto: Dirk Lütkemeier

Das gute Sommerwetter hatte zu einen gutem Reifregrad der zu erntenden Triticale, einer Kreuzung aus Weizen und Roggen, geführt. Landwirt Lütkemeier hatte einen Teil seines Feldes an der Mindener Straße stehen lassen, damit eine Getreideernte mit historischen Landmaschinen durchgeführt werden konnte. Die Klosterbauerschafter Alttraktoren-Freunde rückten dann mit „schwerem Gerät“ an, um das Korn zu mähen.

Mit einem Lanz Bindemäher, Baujahr 1939, wurde das Getreide gemäht. Der Binder wurde von einem Lanz Bulldog Baujahr 1941 gezogen. Das Getreide wird in einem Arbeitsgang abgeschnitten, zu Garben gebündelt und ausgeworfen. Anschließend werden die einzelnen Garben zu Stiegen aufgestellt, damit das Korn richtig trocknen kann. Aufgrund des guten Reifgrades konnte das abgemähte Korn aber sofort auf dem Acker gedroschen werden.

Zu diesem Zweck kam der langersehnte „Fortschritt“ endlich nach Kirchlengern. Gemeint sind her nicht die modernen landwirtschaftlichen High-Tech-Maschinen, sondern der alte Dreschkasten der Herstellermarke Arnold Meyer aus Twistringen im Landkreis Diepholz. Tatsächlich ist der alte Dreschkasten auch mal ein High-Tech-Gerät gewesen – allerdings im Jahre 1939.

Keine Dreschvorführung wegen Corona

Der Dreschkasten wurde von einem langen Treibriemen und einem Traktor mit Riemenscheibe angetrieben. Der kleine Kramer-Traktor mit 20 PS aus dem Baujahr 1960 wurde extra mit einer Riemenscheibe nachgerüstet, damit er diese Funktion übernehmen konnte.

Sobald die Dreschtrommel auf Touren gebracht worden war, konnte es losgehen. Egon Oermann aus Löhne und Olli Kröger aus Kirchlengern hatten die verantwortungsvolle Aufgabe, das Getreide oben auf dem Dreschkasten „einzulegen“, das heißt, langsam und gleichmäßig einzuwerfen. Nur auf diese Weise könne es ein ordentliches und sauberes Dreschergebnis geben, erläutern die Alttraktoren-Freunde. Trotz des hohen Alters funktionierte die Dreschmaschine einwandfrei. „Sauberes Korn in prall gefüllten Säcken!“, freuten sich fleißigen Erntehelfer.

Aufgrund der Coronabeschränkungen hatten die Klosterbauerschafter Alttraktoren-Freunde bewusst auf eine öffentliche Einladung und Dreschvorführung verzichtet. Der Vereinsvorstand hofft auf eine Normalisierung der Lage, sodass es im kommenden Jahr am 11., 12. und 13. Juni wieder ein Alttraktorentreffen geben werde. Dann solle man die alten Maschinen wieder aus der Nähe bestaunen können. Das Programm und die Einladung für das nächste Alttraktorentreffen würden rechtzeitig bekannt gegeben.

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