Biostation Kirchlengern hat die Veränderungen in Tier- und Pflanzenwelt im Blick
Natur kämpft noch mit Folgen der Dürre

Kirchlengern  (WB). Wer sich im Kreis Herford für den Naturschutz interessiert, kommt um die Biologische Station Ravensberg nicht herum. Seit 1993 betreibt die in Stift Querheim ansässige Einrichtung praktischen Naturschutz im gesamten Kreisgebiet.

Donnerstag, 06.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 05:02 Uhr
Mitarbeiter der Biostation bei den regelmäßigen Mäharbeiten auf den Grünflächen am Doberg.

„Dafür arbeiten wir mit zwei Standbeinen, dem praktischen und theoretischen Teil“, erklärt Klaus Nottmeyer, Leiter der Biostation. Für die praktische Arbeit seien vor allem die freiwilligen Mitarbeiter – unterstützt von zwei Außendienstmitarbeitern – verantwortlich. Denn die Biostation bietet jedes Jahr an, dass Menschen jeden Alters dort den Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Naturschutzes leisten können. In diesem Jahr haben sich vier Freiwillige dafür entschieden und sind ihren Dienst am 1. August angetreten. In den kommenden Monaten werden sie alle praktischen Arbeiten im Naturschutz durchführen, die im Kreis Herford anfallen. Dazu gehören vor allem die Pflege der Grünflächen und Streuobstwiesen. „Auch die vermeintlich wilden Wiesen müssen mindestens einmal im Jahr gemäht werden, damit sich dort seltene Tier- und Pflanzenarten wohl fühlen können“, erklärt Nottmeyer. Zudem müssten Gehölze regelmäßig zurückgeschnitten werden, um das Grünland freizuhalten. „Es gibt zum Beispiel bestimmte Flächen, die für Zugvögel wichtig sind. Diese müssen dann freigehalten werden, damit die Vögel dort landen können.“ Und wenn dann Pflanzen auftauchten, die schädlich seien, wie zum Beispiel die Herkulesstaude, würden die Praktiker dorthin geschickt, um diese zu beseitigen.

Wichtige Feuchtwiesen

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der praktischen Arbeit sei die Erhaltung der historisch bedeutsamen Feuchtwiesen, von denen es immer weniger gebe, so Nottmeyer. Früher hätten die Feuchtwiesen, welche auch im August noch Grün und ertragreich seien, der Viehwirtschaft das nötige Futter für den Sommer gesichert. Aber viele Feuchtwiesen und Grünlandflächen seien in den letzten Jahren verloren gegangen. „Daher ist es wichtig, dass diese Flächen, welche ganz besonderen Tieren und Pflanzen eine Heimat bieten, so lange wie möglich erhalten bleiben“, so Nottmeyer.

Der theoretische Teil des Naturschutzes im Kreis Herford fällt in den Aufgabenbereich der Biologen, die für die Station arbeiten. Dabei geht es in erster Linie darum, den Zustand und die Qualität der Naturschutzgebiete im Kreisgebiet im Blick zu haben. „Dabei beobachten und zählen wir, wie viele Tiere und Pflanzen wo ansässig sind und wie sich die Zahlen über die Jahre verändern”, sagt Nottmeyer. Dies werde oft gar nicht durch Sichtkontakt mit den Tieren gemacht, sondern durch Hören. Die Tiere können über ihre spezifischen Rufe identifiziert und gezählt werden.

Bei seiner Arbeit ist Klaus Nottmeyer natürlich auch die sich stetig verändernde Tierwelt aufgefallen. „Sorgen bereiten uns unter anderem die Population des Kiebitzes und des Steinkauzes. Diese gehen durch die veränderten Anforderungen der Landwirtschaft stark zurück.“ Zunehmen würde dagegen die Population des Stieglitzes, auch Distelfink genannt, und der Hohltaube. „Der Distelfink profitiert davon, dass immer mehr Hausbesitzer einen Teil des Gartens brach liegen lassen und somit der Natur überlassen.“

Folgen der Dürre

Allerdings habe die Natur im Kreis Herford auch in diesem Jahr noch mit den Dürren der vergangenen Sommer zu kämpfen. „Vor allem die Bäume haben sehr unter der Hitze gelitten. Und sie erholen sich nur langsam“, so Nottmeyer. Da sei das Wetter in diesem Jahr schon besser, aber immer noch nicht ideal.

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