Altes Bad soll geschlossen bleiben – Sozialdemokraten werfen CDU-Fraktion Irreführung vor
SPD kritisiert Aqua-Fun-Entscheidung

Kirchlengern(HK/sal). Die SPD in Kirchlengern zeigt sich „enttäuscht und verärgert“ darüber, dass das alte Aqua Fun nicht mehr wiedereröffnet werden soll.

Donnerstag, 02.07.2020, 09:18 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 09:20 Uhr

Wie berichtet, hatte der Rat der Gemeinde in der vergangenen Woche mit knapper Mehrheit gegen ein Invest in eine UV-Filteranlage gestimmt. 17 Ratsmitglieder hatten sich in geheimer Abstimmung für die Beibehaltung der seit März andauernden Schließung ausgesprochen, 15 votierten dagegen, ein Ratsmitglied enthielt sich.

Mit der Filteranlage sollte das Problem des Legionellenbefalls behoben werden. Der Einbau hätte gut 36.000 Euro gekostet und laut Herstellerfirma mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu geführt, dass das Hallenbad bis kurz vor Eröffnung des neuen Aqua Funs hätte weiter betrieben werden können.

Emotionale Debatte

In einer emotionalen Debatte hatten alle Beteiligten in der Ratssitzung ihre Argumente ausgetauscht. „Leider wurden hierbei Zahlen und Fakten wissentlich falsch wiedergegeben. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Christian Bobka, sprach von einer lediglich 50-prozentigen Chance das die UV-Filteranlage ihren Dienst wie vorgesehen verrichtet. Diese Angabe ist nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung schlicht falsch und kommt einer Irreführung der Ratsmitglieder gleich“, schießt SPD-Ratsmitglied Ingo Scheiding in Richtung der CDU.

Und auch das genannte Einsparpotenzial von 350.000 Euro Betriebskostenzuschuss sei nach Auffassung der SPD-Fraktion nicht seriös. „Diese Kosten waren für den Betrieb des Aqua Funs bis zum Sommer 2021 fest im von CDU und FDP genehmigten Haushalt eingeplant“, so die Sozialdemokraten.

Dank an DLRG

Die Gemeindeverwaltung kündigte in der Ratssitzung Ausweichmöglichkeiten für die Schulen und die DLRG, die das Aqua Fun regelmäßig genutzt hatten, in die Bäder nach Bünde, Hiddenhausen und Herford an. „Wir werden genau beobachten ob und wann diese zur Verfügung gestellt werden“, erklärt Ingo Scheiding. Der SPD-Politiker weist darauf hin, dass der Schwimmunterricht der Kinder im Lehrplan der Schulen verpflichtend verankert ist.

„Die DLRG, der Kreissportbund mit dem beliebten Babyschwimmen und andere unterstützen diese Aufgaben ehrenamtlich vorbildlich. Speziell in Zeiten, in denen wir ständig über tödliche Badeunfälle lesen, macht man sich besonders als Familienvater Gedanken über diese wichtige Aufgabe“, führt Scheiding weiter aus.

„Schade, dass 36.000 Euro für einen Mustergarten in Häver zur Verfügung gestellt werden, für eine eventuelle Weiterführung des Schwimmbades aber zu viel sind“, moniert SPD-Fraktionschef Oliver Lüking, der sich ausdrücklich für das Engagement der DLRG bedankt: Der Verein sei bereit gewesen, aus seinem Vereinsvermögen einen Großteil der Kosten für die Filteranlage zu tragen.

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