Photovoltaikanlage auf stillgelegter Reesberg-Deponie nimmt Formen an
Sonnenstrom für 250 Haushalte

Kirchlengern (WB). 2378 Solarmodule werden bereits in wenigen Wochen auf dem stillgelegten Teil der Boden- und Bauschuttdeponie Reesberg stehen. Bis zu 250 Haushalte können mit dem so gewonnenen Sonnenstrom versorgt werden. Dem Bau vorangegangen sind monatelange Planungen und jede Menge Engagement.

Donnerstag, 04.06.2020, 08:20 Uhr
2378 Solarmodule werden bereits in wenigen Wochen auf dem stillgelegten Teil der Boden- und Bauschuttdeponie Reesberg stehen. Bis zu 250 Haushalte können mit dem so gewonnenen Sonnenstrom versorgt werden. Dem Bau vorangegangen sind monatelange Planungen und jede Menge Engagement. Foto: Kreis Herford

Denn die Friedensfördernde Energie-Genossenschaft Herford eG als Bauherrin der Photovoltaikanlage musste manche Hürde nehmen, ehe das Projekt in die Tat umgesetzt werden konnte. So musste insbesondere die Bodenbeschaffenheit der Deponie bedacht werden. Da die Bodenschicht bis zur Abdeckfolie lediglich einen Meter tief ist, durften die Aufbauten nicht tiefer als 50 Zentimeter in den Boden eindringen.

Kosten: mehr als 500.000 Euro

„Ich bewundere den Mut und den Willen, den alle Beteiligten dennoch an den Tag gelegt haben, um dieses Projekt umzusetzen“, sagte Landrat Jürgen Müller. So sei ein bislang in Deutschland selten verwendetes Verankerungssystem aus Italien gefunden worden, welches einen Aufbau an dieser Stelle möglich machte. „Wir hatten während der Planungen sicherlich viele Durststrecken, aber immer gab es Lösungen“, erinnerte sich Barbara Rodi vom Vorstand der Friedensfördernden Energie-Genossenschaft.

Mehr als eine halbe Million Euro betragen die Gesamtkosten der Anlage, finanziert werden diese durch Mitgliederdarlehen, Genossenschaftsanteile und einen Kredit der Sparkasse Herford. Damit ist die Anlage die dritte, die in Zusammenarbeit mit dem Kreis Herford, welcher die Flächen zur Verfügung stellt, entsteht. „Schon jetzt gibt es eine Anlage auf dem Dach der Kreissporthalle und eine auf dem Dach des Erich-Gutenberg-Berufskollegs“, sagte Rodi.

Erneuerbare Energien wichtiger denn je

Sie wies daraufhin, dass dieses Projekt nicht nur eine Profitorientierung habe. „Das wichtigste Ziel ist der Klimaschutz“, betonte sie. Erneuerbare Energien seien wichtiger denn je und müssten dringend gefördert werden. Damit blickte sie auch in die Zukunft: „Hier im Kreis Herford ist noch viel mehr möglich. Ich freue mich, wenn wir weitere Projekte realisiert kriegen.“

Landrat Müller betonte: „Der Kreis Herford hat in seinem Klimaschutzkonzept festgelegt, dass der CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent gesenkt wird – dazu trägt dieses Projekt bei. Auch wollen wir Bürgerenergieprojekte vor allem für regenerative Energie fördern.“ Vorbildlich an diesem Projekt sei, dass auch Menschen ohne Wohneigentum die Möglichkeit bekämen, regenerative Energien in ihrem eigenen Umfeld zu fördern. „Wir unterstützen gerne, dass Bürger selbst aktiv werden. Aus vielen Puzzleteilen wird ein großes Bild“, sagte Müller

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