Parteien in Kirchlengern wollen gemeinsam Konzept erarbeiten
Einig in Sachen Klimaschutz

Kirchlengern (WB). In Sachen Klimaschutz sollte man mit einer Stimme sprechen. Das mögen sich die im Rat der Gemeinde Kirchlengern vertretenen Parteien gesagt haben. Anstatt über drei unterschiedliche Anträge in Sachen Klimaschutz im Umweltausschuss abstimmen zu lassen, haben sie beschlossen, nun an einem Strang zu ziehen.

Donnerstag, 05.03.2020, 13:15 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 13:20 Uhr
Klima- und Umweltschutz beginnt vor der eigenen Haustür: Bauingenieurin Peggy Freudenreich, Bürgermeister Rüdiger Meier, Naturgärtner Michael Lenger, Löschgruppenführer Tim Erdbrügger sowie Carsten Hohlt (Geschäftsführer Naturgarten OWL, von links) vor einem neu gestalteten Beet am Feuerwehrhaus Südlengern. Die Gemeinde hatte hier im vergangenen September 800 überwiegend heimische Stauden und Zwiebeln pflanzen lassen, die für Insekten als Lebensraum und Nahrungsquelle dienen können. Foto: Hilko Raske

So heißt es im neuen Antrag, der einstimmig beschlossen wurde: „Die Fraktionsvorsitzenden aller politischen Fraktionen im Rat der Gemeinde Kirchlengern und Michael Blöbaum von der FDP haben sich bei einem Treffen hinsichtlich aller gestellten Anträge, die auf der Tagesordnung des Umweltausschusses stehen, dahingehend geeinigt, dass in allen Fraktionen der Wille besteht, Kirchlengern in Sachen Klimaschutz zukunftsfähig zu machen.“ Deshalb stellten alle Fraktionen einschließlich des Vertreters der FDP den Antrag, ein Klimaschutzkonzept im Rat als oberstem Gremium der Gemeinde Kirchlengern zu beschließen. Das Konzept werde, in Anlehnung an die Vorgehensweise des Kreises Herford, gemeinsam mit allen politischen Gremien am Runden Tisch erarbeitet. Dabei würden die Richtlinien zur Förderung von Klimaprojekten im kommunalen Umfeld des zuständigen Bundesministeriums beachtet.

Keine politischen Auseinandersetzungen

„Das Thema Klimaschutz ist ausgesprochen komplex, doch besteht unter Wissenschaftlern jedenfalls zum größten Teil Einigkeit darüber, dass auch das Verhalten des Menschen und hier speziell die Emissionen klimawirksamer Gase zum Klimawandel beitragen“, hatte Ausschussvorsitzender Bernd Klute (CDU) noch vor der Abstimmung betont. „Auch wenn wir wissen, dass wir von Kirchlengern aus nicht den geringsten Einfluss auf das Weltklima haben werden, ist es schon aus ethischen Gründen geboten, sich an Maßnahmen zu beteiligen, die auf internationaler Ebene womöglich tatsächlich zu einer Reduktion klimawirksamer Gase führen können und so vielleicht die Folgen des Klimawandels günstig beeinflussen“, so Klute weiter.

Der Klimaschutz eigne sich nicht für politische Auseinandersetzungen, stellte CDU-Ratsherr Detlef Kaase klar. Und mit Blick auf den siebenseitigen Maßnahmenkatalog, den die Christdemokraten schon im Vorfeld in Sachen kommunaler Klimaschutz erstellt hatten, sagte er: „Wir sind offen für Ergänzungen oder Streichungen. Wir wollen aber kein Gelabere, sondern etwas bewegen.“

Kandidaten für Arbeitskreis

Für ein Klimaschutzkonzept hatte die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) schon in ihrem ursprünglichen Antrag plädiert. Insoweit war es folgerichtig, dass UWG-Fraktionschef Michael Schmale den gemeinsamen Vorstoß als einen Startschuss bezeichnete, mit dem Förderprojekte angestoßen werden könnten. In welcher Art das geschehen werde, ob möglicherweise ein externer Berater hinzugezogen werde, würde man sehen, wenn man in der Diskussion weitergekommen sei.

In einem nächsten Schritt soll festgelegt werden, wen die Parteien in den Arbeitskreis Klimaschutz schicken werden.

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