Bruchmühlen: WBG will Bahnhof und Gut sanieren – Nutzungskonzept in Arbeit Hoffnung für historische Gebäude

Rödinghausen (WB). Das Bahnhofsgebäude in Bruchmühlen ist nicht gerade ein Aushängeschild für den Ort. Die Immobilie wirkt bestenfalls vernachlässigt. Dieser Tatsache ist man sich bei der Wohnungsbau Grönegau (WBG) GmbH, die Besitzerin des Gebäudes ist, durchaus bewusst. Da wundert es nicht, dass das historische Bauwerk einer von zwei Schwerpunkten ist, die sich die Immobiliengesellschaft für Bruchmühlen gesetzt hat. Ebenfalls auf der Agenda steht das frühere Gut Bruchmühlen.

Von Hilko Raske
Der Bahnhof Bruchmühlen ist nicht mehr bewohnbar. Ein Umbaukonzept soll nun entwickelt werden. Ob es umgesetzt wird, hängt aber von der Wirtschaftlichkeit ab.
Der Bahnhof Bruchmühlen ist nicht mehr bewohnbar. Ein Umbaukonzept soll nun entwickelt werden. Ob es umgesetzt wird, hängt aber von der Wirtschaftlichkeit ab. Foto: Kathrin Weege

Die WBG hat das Gut Bruchmühlen erworben, um im Flächentausch die Voraussetzungen für die Erweiterung des benachbarten Verbrauchermarktes zu ermöglichen. „Der Erwerb hängt zusammen mit der geplanten Erweiterung des Lidls in diesem Bereich“, informiert WBG-Geschäftsführer Dirk Hensiek. In diesem Zusammenhang müssten Grundstücke neu geordnet werden. Deshalb habe die WBG das ehemalige Gut mit dem dazugehörigen Areal in Größe von 5000 Quadratmetern gekauft.

Lidl will erweitern

„Der Lidl erweitert sich in Richtung Tennisplätze. Diese wiederum sind dann künftig teilweise auf der neu erworbenen Fläche am ehemaligen Gut.“ Die Ortspolitik in Bruchmühlen habe Interesse daran, dass die bestehende Infrastruktur erhalten bleibe – deshalb sei die WBG eingesprungen, um eine Erweiterung des Discounters im niedersächsischen Teil von Bruchmühlen zu ermöglichen.

Und was passiert mit dem Gebäudebestand? „Das denkmalgeschützte und nur noch teilweise bewohnte Gebäude soll mittelfristig saniert und vollständig als Wohnraum genutzt werden. In diesem Jahr werden zunächst dringend notwendige Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt, um die Substanz vor einem Verfall zu schützen. Außerdem wird ein Sanierungskonzept erarbeitet, das in den folgenden Jahren umgesetzt wird“, informiert Hensiek.

Sanierungskonzept in Auftrag gegeben

Komplizierter wird es für die WBG beim Bahnhofsgebäude. Denn hier gilt es grundsätzlich zu klären, ob diese Immobilie überhaupt noch eine Zukunft hat. Einen maroden Anbau habe man bereits abgerissen, teilt Hensiek mit. Die Immobilie sei nicht mehr bewohnbar – es gebe massive Schimmelprobleme. Für die verbliebenen Mieter habe man zunächst neue Wohnungen besorgt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Bahn im Gebäude noch eine Relaisstation betreibt. Durch das in Rödinghausen ansässige Architekturbüro Bäunker und Cawalla Partnerschaft mdB sollen nun Umbau- und Sanierungskonzepte entwickelt werden, deren Umsetzung von der Wirtschaftlichkeit und von möglichen Nutzern abhängig seien.

„Im schlimmesten Fall kann das bedeuten, dass wir den Bahnhof zunageln und wegen der Nutzung durch die Relaisstation durch die Bahn erst einmal alles so bleibt, wie es ist“, so Hensiek. Das strebe man aber nicht an. „Unsere Motivation ist es, das historische Bahnhofsgebäude zu erhalten. Wenn man sich den Bahnhof aus Bruchmühlen wegdenkt, würde sich der Charakter dort deutlich ändern – und das ist nicht unser Ziel“, betont der WBG-Geschäftsführer. Und fügt hinzu, dass bei der Sanierung der Immobilie Geld aber durchaus schon eine Rolle spiele.

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