Bürgermeister Rüdiger Meier (CDU) will sich am 13. September zur Wiederwahl stellen
„Ich möchte noch mal richtig Gas geben“

Kirchlengern  (WB). Er will es noch einmal wissen: Rüdiger Meier (63), amtierender Bürgermeister der Gemeinde Kirchlengern, möchte am 13. September erneut für dieses Amt kandidieren. Sollte der Christdemokrat von den Wählern das Mandat erhalten, wäre es bereits die vierte Amtsperiode für ihn.

Mittwoch, 08.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 08:56 Uhr
Will sich zur Wiederwahl stellen: Rüdiger Meier (63). Meier ist seit 2004 Bürgermeister in der Gemeinde Kirchlengern. Foto: Hilko Raske

Er habe seine Entscheidung im Vorfeld mit seiner Familie sowie den Spitzen der CDU-Fraktion und des CDU-Gemeindeverbandes Kirchlengern abgestimmt und Unterstützung erfahren. “Ich bin gesund und fit – und mich reizen die Aufgaben, die noch auf mich warten. Zudem sehe ich, dass andere bis 67 arbeiten sollen. Da ist es für mich selbstverständlich, dass auch ich weiter mache.” Eine endgültige Entscheidung über seine Kandidatur treffe der CDU-Gemeindeverband im März.

2004 erhielt Meier 56,17 Prozent aller gültigen Stimmen, 2009 60,3 Prozent und bei der letzten Wahl sogar 65,2 Prozent – also fast bayrische Verhältnisse in Kirchlengern. „Es gibt aber kein Gesetz, das besagt, dass es immer weiter nach oben geht. Irgendwann ist der Zenit erreicht“, betont Meier. Er glaube jedoch, dass er einen guten Job gemacht habe. „Nichtsdestotrotz wird es spannend.“

Ziele für die vierte Amtszeit

Und welche Aufgaben will er in Angriff nehmen? Aus seiner Sicht das Zukunftsthema schlechthin ist die Digitalisierung – auch auf kommunaler Ebene. „Das umfasst alle Bereiche der Gesellschaft: unter anderem Verwaltung, Schulen und Wirtschaft.“ Dazu gehöre aber, die entsprechende Infrastruktur vor Ort bereitzuhalten. „Vor einiger Zeit war ich im westafrikanischen Sierra Leone – da hatte ich überall im Dschungel Handy-Empfang. Fahren Sie mal durch Deutschland ...“. Natur- und Klimaschutz seien ebenfalls gewichtige Themen. Er trete dafür ein, Ökonomie und Ökologie im Einklang nach vorne zu bringen. „Bloße Symbolpolitik wie die Ausrufung eines Klimanotstands hilft uns nicht weiter. Es sind praktikable Lösungen gefragt.“

Was wurde erreicht?

Seit 16 Jahren Bürgermeister – was ist in dieser Zeit für Kirchlengern erreicht worden? Meier nennt an erster Stelle das interkommunale Gewerbegebiet Oberbehme. „Als ich anfing, war das ein Acker. Jetzt finden hier etwa 840 Menschen Arbeit.“ Dabei sei Wert darauf gelegt worden, dass nicht die großen Logistiker Flächen kaufen, sondern das produzierende Gewerbe sich habe ansiedeln können. Apropos Gewerbe: Mit dem Nordring sei eine vernünftige Verkehrsanbindung für das Gewerbegebiet West geschaffen worden – und das im Konsens mit den Anliegern.

Neben dem Gewerbe und Arbeitsplätzen spielten aber auch die sogenannten weichen Standortfaktoren eine Rolle. So habe man einen Mehrgenerationenpark mit Outdoor-Fitnessgeräten angelegt, der durch den Minigolfplatz am Aqua Fun ergänzt werde. Daneben gebe es die Musikschule und das kommunale Kino Lichtblick. Und auch die Erweiterung des Möbelhauses Heinrich, für die er sich eingesetzt habe, sei ein Segen für Kirchlengern.

Besonders am Herzen liegt dem Bürgermeister nach eigenem Bekunden, die biologische Vielfalt zu erhalten. „Und das nicht parteiideologisch aufgeladen“, stellt Meier klar. Dabei sei es ihm ein Anliegen, Synergieeffekte zu nutzen. Als Beispiel nennt er die Renaturierung des Rehmerloher Mühlenbaches. Hier habe man die Maßnahme mit dem Hochwasserschutz und einem Straßenneubau kombinieren können. Mit dem naturnahen Ideengarten an der ehemaligen Grundschule Häver wolle man Gartenbesitzern Anregungen geben. „Wir wollen die Menschen durch positive Beispiele mitnehmen und nicht durch Verbote vor den Kopf stoßen“, laute die Devise. Als Nächstes habe er den Energie- und Umweltlehrpfad im Blick, der beim Regionalentwicklungsprogramm „Regionale 2022“ inzwischen C-Status erreicht habe.

Größte Herausforderung

Das dickste Brett, das es noch zu bohren gelte, sei die Bahnunterführung im Ortskern. „Die Bahn ist nicht nur auf den Schienen langsam, sondern auch drum herum“, kritisiert Meier die Entscheidungsabläufe bei der DB. Er gehe aber davon aus, dass, wenn er wiedergewählt werden sollte, er noch den ersten Spatenstich machen werde.

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