Auf dem ehemaligen Schulhof in Häver entsteht ein Pilotprojekt
Spielfläche wird zu Mustergarten

Kirchlengern  (WB). Naturnahes Gärtnern ist in. Doch wie macht man es richtig? Und worauf muss man bei der Anlage eines Gartens, der das Prädikat »ökologisch wertvoll« haben könnte, achten? Orientierung könnte ein Mustergarten geben, der auf Antrag der CDU Kirchlengern auf einer Spielfläche der ehemaligen Grundschule Häver entstehen soll.

Donnerstag, 05.09.2019, 10:00 Uhr
Carsten Hohlt, Geschäftsführer der Firma Naturgarten OWL, vor dem Gelände, das in einen Mustergarten umgewandelt werden soll. Das Areal soll unter anderem ein grünes Klassenzimmer bekommen. Den Antrag für das Projekt hatte die CDU gestellt. Foto: Hilko Raske

Die Christdemokraten begründeten ihren Antrag damit, dass die Gemeinde Kirchlengern sich zur Förderung der biologischen Vielfalt bekannt hat. Dazu könnte auch die Bepflanzung privater Gärten einen beachtlichen Beitrag leisten. Ein Mustergarten, der mehrere Bepflanzungsbereiche umfasse, solle privaten Gartenbesitzern Ideen und Orientierung liefern, ökologisch wertvolle Pflanzen zu bestimmen, so die CDU.

Areal ist 350 Quadratmeter groß

Mit diesem Thema hat sich bereits der zuständige Umweltausschuss der Elsegemeinde auseinandergesetzt. 350 Quadratmeter ist die Fläche groß, die zwischenzeitlich vom Bauhof freigeräumt wurde. Da sich in unmittelbarer Nachbarschaft seit Neuestem eine Kita befindet, soll nach Vorstellung der Verwaltung berücksichtigt werden, dass auch Kinder die Anlage nutzen können.

Voraussichtlich 30.000 Euro Kosten

Wie ein solcher Mustergarten aussehen könnte, erläuterte Carsten Hohlt, Geschäftsführer der Firma Naturgarten OWL. Hohlt sprach sich dafür aus, das Areal in vier Bereiche zu unterteilen, die alle ihren eigenen Charakter hätten. So könne im ersten Teil unter anderem ein Hochbeet, ein kleiner Teich, ein Blumen-Kräuterrasen und eine Hainbuchenhecke angelegt werden. Als zweites Teilstück empfahl Hohlt ein grünes Klassenzimmer, das einen tiefer gelegten Sitzplatz und eine Pergola habe. Außerdem solle es einen nährstoffreichen Abschnitt geben, wie er in der Region anzutreffen sei. Hier sollten heimische Kleingehölze wie Weiß- und Kreuzdorn, aber auch heimische Stauden gepflanzt werden. Ein viertes Teilstück wolle man bewusst abmagern mit Wesersand und -kies. Als Bepflanzung seien Stauden wie Küchenschelle, Edel-Gamander und Große Fetthennen vorgesehen. Die Kosten für dieses Projekt bezifferte Hohlt mit etwa 30.000 Euro. »Wir werden 350 bis 500 Tonnen loses Material bewegen, außerdem zwischen 5000 und 6000 Stauden und mehrere tausend Blumenzwiebeln pflanzen«, so Hohlt. Hinzu kämen noch Bäume und Sträucher.

Der Ausschuss sprach sich für dieses Vorhaben aus. Allerdings sollen zwei weitere, derzeit mit Holzhackschnitzeln abgedeckte Flächen auf dem ehemaligen Schulhof auch in die Umgestaltung einbezogen werden. Die Verwaltung soll zudem eine Finanzierungsmöglichkeit vorschlagen, damit das Vorhaben noch in 2019 umgesetzt werden kann. Über dieses Thema berät der Aussschuss in seiner nächsten Sitzung am 18. September.

Kommentar

Alle reden vom Klimaschutz und dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Doch wo anfangen? Diese Frage ist zumindest für Gartenbesitzer relativ leicht zu beantworten: direkt vor der eigenen Haustür. Um ökologisch wertvolle Lebensräume zu schaffen, die auch von Bestand sind, ist es gut, ein Vorbild zu haben, an dem man sich orientieren kann. Denn manche Stauden oder Samenmischungen, die derzeit im Handel angeboten werden, sind entweder nicht heimisch oder von kurzer Lebensdauer. Hier kann ein Mustergarten, der zudem vier verschiedene Pflanz- und Gestaltungsbereiche aufweist, eine wichtige Orientierungshilfe bieten. Und die Gemeinde Kirchlengern würde zeigen, dass sie über den Erhalt der biologischen Vielfalt nicht nur redet, sondern auch Taten folgen lässt. Hilko Raske

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