Junges Theater Kirchlengern steht mit selbsterarbeiteter Tragödie auf der Bühne
Zu Gast im Hotel der Untoten

Kirchlengern (WB). Ein Stück mit einem eher ernsten Charakter hat das Junge Theater Kirchlengern in diesem Jahr auf die Bühne gebracht. Am Sonntagnachmittag sind die größtenteils jungen Akteure damit erstmals im Forum der Gesamtschule aufgetreten.

Montag, 01.04.2019, 18:29 Uhr
Abends treffen sich alle Hotelgäste an der Bar. Dabei stellt sich heraus, dass manch einer von ihnen schon seit Jahrhunderten zu den Halbtoten zählt. Foto: Annika Tismer

Bereits zum dritten Mal hatten die Nachwuchs-Schauspieler in diesem Jahr ein Theaterstück ausgearbeitet, erstmals jedoch auf einer so großen Bühne aufgeführt. »Sonst waren wir in der Gemeindebücherei«, sagt Michael Schmalz, der die Theatergruppe nicht nur leitet, sondern auch die Stücke selber schreibt.

Diesmal eine Tragödie

Dieses Mal hatte er sich gemeinsam mit den jungen Darstellern für eine Tragödie entschieden, die sich mit aktuellen Themen befassen sollte. Insbesondere die zunehmende Digitalisierung spielte dabei eine große Rolle und wurde kritisch hinterfragt.

In dem Stück »Die ihr Ende entschieden« treffen eine Erzieherin (Kim Schmalz), die

Lady Rachel Palmerstone aus Cardiff (Nicole Hansmann) und ihr Butler William (Esper Youssef)

Lady Rachel Palmerstone aus Cardiff (Nicole Hansmann) und ihr Butler William (Esper Youssef) Foto: Tismer

mit einem ihrer jugendlichen Schützlinge (Maya Dobler) aus einem Heim abgehauen ist, ein Inspektor (Michael Schmalz), der mit seiner Kollegin (Celina Kehlenbrink) den Halbtoten nachforscht, sowie Lady Rachels aus Cardiff (Nicole Hansmann), die mit ihrem Butler (Esper Youssef) auf Reise ist, in einem Hotel aufeinander. Dies wiederum wird von eben jenen besagten Halbtoten geleitet, welche fast alle bereits vor Jahrzehnten Selbstmord begangen hatten – aus den unterschiedlichsten Gründen.

Handlung spielt im Jahr 2038

Karla (Joelle Schmalz) zum Beispiel hatte sich das Leben genommen, weil ihre behinderte Schwester von den Nazis verschleppt worden war. Adeel (Lena Schmeichel) dagegen hatte sich vor einen Zug geworfen, weil sie generell nicht mit der Gesellschaft zurecht kam und Maxine (Jana Preusser) hatte sich nach einem Amok-Lauf in einer Schule in Connecticut selber erschossen.

So wurden viele Einzeltragödien zu einer Gesamtstory verpackt, in der nun im Jahr 2038 Menschen in einem Hotel zusammen kommen, weil das Navigationsgerät versagt hat oder das 6G-Netz am Handy keine vernünftigen Auskünfte geben will.

Dreiviertel Jahr geprobt

Schlussendlich werden die Halbtoten mit Hilfe von Onkel John aus Milton (Achim Köppen) und Texten aus der Bibel erlöst. Und noch etwas Gutes sollte die Zukunft mit sich bringen: »Bewusst haben wir auch Aspekte eingebracht, die aktuell leider eher dem Wunschdenken entsprechen. So auch die Radioansage, die vom Ende des Kriegs im Nahen Osten erzählt«, erläutert Michael Schmalz.

Ein dreiviertel Jahr hat er gemeinsam mit den jungen Schauspielern im Alter zwischen elf und 22 Jahren geprobt – und zuvor sechs Wochen lang an dem Stück geschrieben. Etwa 80 Zuschauer durften die Inszenierung nun erleben, ehe es schon bald an die Arbeiten für das nächste Programm geht. »Das wird dann aber wieder eine Komödie.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6512224?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2645482%2F
Neuhaus glaubt an „mächtig Stimmung“
Uwe Neuhaus (links, mit Assistent Peter Nemeth) setzt auf die Hilfe der Fans. Foto: Starke
Nachrichten-Ticker