Nach tödlichem Unfall in Biogasanlage: Amt für Arbeitsschutz sucht nach Ursachen Polizei stellt Ermittlungen ein

Kirchlengern (WB). Die polizeilichen Ermittlungen zum tödlichen Arbeitsunfall , der sich am Donnerstagnachmittag auf dem Gelände einer Biogasanlage in Kirchlengern ereignet hat, sind am Freitag abgeschlossen worden. Das sagte Steven Haydon, Sprecher der Kreispolizeibehörde Herford, gegenüber dieser Zeitung.

Von Hilko Raske
Der niederländische Lkw-Fahrer konnte am Donnerstag nur noch tot aus der Silage geborgen werden.
Der niederländische Lkw-Fahrer konnte am Donnerstag nur noch tot aus der Silage geborgen werden. Foto: Daniel Salmon

»Bei einem tödlichen Arbeitsunfall behandeln wir das betreffende Areal wie einen Tatort. Die Kollegen von der Kriminalpolizei sperren den Bereich ab und nehmen umgehend die Ermittlungen auf«, erklärte Haydon die Vorgehensweise der Kripo. Gleichzeitig habe man das Amt für Arbeitsschutz verständigt. Die Ermittlungen der Polizei hätten aber keine Hinweise auf Fremdeinwirkung oder eine vorsätzliche Straftat ergeben. »Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass hier Fahrlässigkeit vorliegt«, so Haydon. Das würde aber nun das Amt für Arbeitsschutz ermitteln.

Anlagenbetreiber äußert sich

Stellung zum tragischen Arbeitsunfall bezieht auch Dr. Andreas Brors, Geschäftsführer der Energieservice Westfalen Weser GmbH. »Am Nachmittag des 3. Mai ist es zu einem tragischen Unfall an der Biogasanlage der Energieservice Westfalen Weser GmbH (ESW) in Kirchlengern gekommen«, so Brors. Dabei sei ein Mitarbeiter eines Fremddienstleisters aus den Niederlanden ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen sei der Mann von angeliefertem Material verschüttet worden. »Ein Notarzt hat nach der Bergung des Mannes nur noch den Tod des 33-Jährigen feststellen können. Der genaue Unfallhergang ist noch nicht abschließend geklärt«, betont der Geschäftsführer.

Bei der Anlieferung der Biomasse würde es sich um einen Routinevorgang handeln, der mehrmals täglich ablaufe. Das niederländische Unternehmen beliefere schon seit 2010 die Biogasanlage in Kirchlengern und habe in dieser Zeit rund 25.000 Tonnen Biomasse dorthin transportiert. Dabei sei es noch nie zu einem Zwischenfall gekommen. »Der verunglückte Fahrer führte die Anlieferung auf dieser Anlage schon seit Jahren aus.«

Amt für Arbeitsschutz ermittelt

Andreas Brors drückte der Familie des Verunglückten, die nach der Benachrichtigung vor Ort war und dort von ESW-Mitarbeitern und Notfallseelsorgern betreut wurde, sein tiefes Mitgefühl zu diesem tragischen Unglück aus.

Die Ermittlungen werden inzwischen vom Amt für Arbeitsschutz, das im Dezernat 56 der Bezirksregierung angesiedelt ist, fortgeführt. So war am Freitag bereits ein Mitarbeiter vor Ort in der ESW-Biogasanlage, um mögliche Ursachen für den Arbeitsunfalls zu finden. Zentrales Element ist hier die Gefährdungsbeurteilung und ihre Dokumentation. Dabei wird besonders auch der Aspekt der Fahrlässigkeit berücksichtigt. Wann mit einem abschließenden Beurteilung des Arbeitsunfalls zu rechnen ist, konnte noch nicht gesagt werden.

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