»Floristik Grasse« in Kirchlengern-Häver schließt – Einzelhandel stark ausgedünnt Noch ein Geschäft weniger

Kirchlengern (WB). Einzelhandel in Häver? Fehlanzeige, möchte man meinen. Nachdem Ende des vergangenen Jahres die Filiale der Bäckerei Berg dicht gemacht hat, schließt zum 31. Januar »Floristik Grasse«. Für die Entscheidung gebe es etliche Gründe, sagt Inhaberin Marlies Grasse (58).

Von Hilko Raske
Marlies Grasse, Inhaberin von »Floristik Grasse« an der Hüllerstraße, schließt ihr Geschäft zum 31. Januar. Das Geschäft wurde 1997 an diesem Standort eröffnet. Inzwischen gebe es kaum noch Laufkundschaft, so die Inhaberin.
Marlies Grasse, Inhaberin von »Floristik Grasse« an der Hüllerstraße, schließt ihr Geschäft zum 31. Januar. Das Geschäft wurde 1997 an diesem Standort eröffnet. Inzwischen gebe es kaum noch Laufkundschaft, so die Inhaberin. Foto: Hilko Raske

Schon seit vielen Jahren könne man feststellen, dass die Anzahl der Geschäfte in Häver abnehme, so die Floristin. »Wir haben 1996 hier gebaut. Damals existierten noch eine Sparkassen- und Volksbankfiliale, eine Fleischerei und Lebensmittelgeschäfte. Inzwischen gibt es praktisch nichts mehr. Selbst die Grundschule und der Gasthof Eichenkrug sind geschlossen.« Darunter leide natürlich auch ihr Blumengeschäft. »Wir haben praktisch keine Laufkundschaft an diesem Standort.« Selbstverständlich gebe es treue Stammkunden. »Aber die Jüngeren, die legen für Einkäufe längere Strecken zurück oder nutzen das Internet.«

Mit Gedanken an Nachfolger gespielt

Bei der Entscheidung habe auch ihr Alter eine Rolle gespielt. »Ich bin nun 58 Jahre. Mit 16 habe ich meine Ausbildung begonnen, arbeite seit mehr als 40 Jahren in diesem Beruf.« Und noch ein weiterer Faktor sei hinzugekommen – Ehemann Roman Grasse, Inhaber und Geschäftsführer der Complac Medienservice GmbH, kann die frei werdenden Geschäftsräume als Büro nutzen. »Wir haben derzeit Räume an der Fiemerstraße angemietet. Der Mietvertrag läuft zur Jahresmitte aus. Da bietet es sich an, dass wir von der Fiemer­straße an die Hüllerstraße ziehen«, informiert Roman Grasse.

Natürlich habe man mit dem Gedanken gespielt, einen Nachfolger für das Blumengeschäft zu suchen. »Unsere Kinder wollen allerdings nicht.« Und jemandem die Übernahme anzubieten, der nicht alteingesessen sei, mache keinen Sinn. »Da wäre keine persönliche Kundenbindung vorhanden.« Dass die von großer Bedeutung sei, habe man im vergangenen Jahr gemerkt. »Meine Frau war im Krankenhaus und ist deshalb für einige Zeit ausgefallen. Das machte sich im Geschäft deutlich bemerkbar.« Man wolle deshalb keinen ortsfremden Nachfolger, der anschließend scheitere.

Hochzeitsdekos noch auf Bestellung

Keine Sorgen müssen sich die beiden Mitarbeiterinnen von »Floristik Grasse« machen. »Floristinnen werden immer gesucht. Meine Mitarbeiterinnen haben schon etwas Neues gefunden.«

Wie geht es nun weiter? Ganz aufhören will Marlies Grasse, die ihren Beruf liebt, dann doch noch nicht. »Auf Bestellung werde ich immer noch floristische Hochzeitsdeko oder Trauergestecke anfertigen«, sagt sie.

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