Kirchlengern investiert 2,45 Millionen Euro in Pumpstationen Neue Technik erforderlich

Kirchlengern  (WB). Eine eigene Kläranlage besitzt Kirchlengern nicht – Abwässer werden stattdessen nach Löhne gepumpt und dort gereinigt. Einige der Pumpstationen der Elsegemeinde sind aber in die Jahre gekommen und müssen neu gebaut werden.

Von Hilko Raske
Die Pumpstation im Ortsteil Kirchlengern ist bereits erneuert und in Betrieb genommen worden. Sie dient als Vorbild für die neuen Anlagen in Stift Quernheim und Häver.
Die Pumpstation im Ortsteil Kirchlengern ist bereits erneuert und in Betrieb genommen worden. Sie dient als Vorbild für die neuen Anlagen in Stift Quernheim und Häver. Foto: Ingenieurbüro Kindsgrab

Mit diesem Thema setzte sich am Montagabend der Ausschuss für Abwasserangelegenheiten auseinander. Konkret geht es um die Hauptpumpstationen in den Ortsteilen Stift Quernheim und Häver. Über den Stand der Dinge informierte Dipl.-Ingenieur Matthias Kindsgrab vom gleichnamigen Planungsbüro für Wasserwirtschaft.

Alte Pumpen leistungsschwach

Derzeit, so Kindsgrab, würden diese beiden Pumpstationen nicht mehr die Leistung erbringen, die nach dem Wasserrecht vorgeschrieben seien. Somit sei eine Leistungssteigerung erforderlich, die mindestens 20 Prozent betrage. »Dadurch schaffen wir auch einen Puffer für künftige weitergehende Anforderungen.« In den vorhandenen Pumpenschächten sei das allerdings nicht möglich. Deshalb sei ein Neubau der Schachtanlagen notwendig, betonte Kindsgrab. Da der Gesetzgeber mit Blick auf die Pumpleistung eine hundertprozentige ständige Reserve vorschreibe, müssten sowohl in Stift Quernheim als auch Häver je zwei Pumpen installiert werden. Letztere Pumpanlage benötige zudem eine neue Elektrostation. Kindsgrab wies noch auf eine Besonderheit der Pumpstation Stift Quernheim hin. Aufgrund der geografischen Lage müssten Abwässer von hier nach Häver hinaufgepumpt werden. Allein das rechtfertige schon leistungsstärkere Pumpen.

Gas im Abwasser erschwert Pumpvorgang

Erschwerend komme hinzu, dass sich im Abwasser Gasgemische bilden könnten, die den Pumpvorgang durch ein verändertes Reibungsverhalten erschwerten. Deshalb wolle man auf der Pumpstrecke zahlreiche Lüfter einbauen, um das Druckniveau abzusenken. Beide neuen Pumpstationen könnten direkt neben den bestehenden gebaut werden.

Gesamtkosten 2,45 Millionen Euro

Die Kosten für die Anlage in Häver werden mit 1,35 Millionen Euro veranschlagt, die in Stift Quernheim wird voraussichtlich 1,1 Millionen Euro kosten. Neben den reinen Baukosten sind darin unter anderem schon die Planungskosten enthalten. Kindsgrab nannte auch gleich einen möglichen Zeitplan. So könne die Vorbereitung zur Ausschreibung im Januar 2018 erfolgen, der Baubeginn dann im kommenden April und der Probebetrieb dann Ende des nächsten Jahres.

Baugleiche Anlagen

Die beiden geplanten Anlagen sollen übrigens baugleich mit der neuen Pumpstation in Kirchlengern sein. »Wir erhoffen uns dadurch langfristig Kostenvorteile«, sagte Ausschussvorsitzender Günther Stuke (SPD). Matthias Hohmeyer, bei der Gemeinde Kirchlengern zuständig für den Abwasserbereich, wies darauf hin, dass man bei Bauvorhaben aufgrund der derzeitigen Marktsituation mit Preissteigerungen rechnen müsse. Allerdings schreibe man beide Pumpstationen zusammen aus, so dass man dadurch bessere Angebote erzielen könnte. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für beide Vorhaben aus.

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