Amtsgericht Herford schickt ehemaligen Mitarbeiter der Jugendfeuerwehr Kirchlengern für drei Jahre in Haft Ex-Betreuer wegen Vergewaltigung verurteilt

Herford/Kirchlengern (WB). 14 Jahre waren die beiden Mädchen zu Beginn der Übergriffe alt, für die ein ehemaliger ehrenamtlicher Betreuer der Jugendfeuerwehr Kirchlengern jetzt vor dem Amtsgericht Herford zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Der 47-Jährige nutzte das Vertrauensverhältnis aus, um seine Taten zu begehen.

Von Thomas Klüter
Am Amtsgericht in Herford wurde der Fall verhandelt. Richterin war Alea Blöbaum.
Am Amtsgericht in Herford wurde der Fall verhandelt. Richterin war Alea Blöbaum. Foto: Lukas Brekenkamp

Bereits im Jahr 2000 beging der Verurteilte die Tat, für die er jetzt wegen Vergewaltigung verurteilt wurde. »Erst 2016 hat das vergewaltigte Opfer nach einer Kur den Mut gefunden, sich seinen Eltern anzuvertrauen«, sagten Bernd Kahre, Leiter des Amtsgerichts, und Oberstaatsanwalt Udo Vennewald aus Bielefeld übereinstimmend. Die Eltern des Opfers luden den Jugendbetreuer damals in ihr Haus ein. Sie boten dem Täter, nach reichlich Alkoholkonsum an, über Nacht zu bleiben. Der Verurteilte drang dann in das Zimmer der Jugendlichen ein und zwang sie zum Oralverkehr. Weiteres wurde laut Anklageschrift nur verhindert, weil der Hund der Familie knurrend auf das Bett sprang und sich das Mädchen ins Badezimmer retten konnte.

Opfer noch heute traumatisiert

Im zweiten Fall wurde der Jugendbetreuer wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 15 Fällen schuldig gesprochen. 2007 hätten die Taten begonnen, so Kahre. »Das Opfer meldete sich erst bei der Polizei, als Gerüchte über den ersten Fall die Runde machten«, sagt Rechtsanwältin Margarete Bökenkamp, die die Nebenklage der mittlerweile jungen Frau vertrat. Beide Opfer seien bis heute traumatisiert, so Bökenkamp. »Sie äußerten sich auch nur sehr verhalten zu den Geschehnissen.« Tragisch sei, dass die Taten nicht früher ans Licht gekommen seien, so die Anwältin: »Das hätte die Verhandlung einfacher gemacht.« Bökenkamp geht aber nicht davon aus, dass in den Jahren von 2000 bis heute noch weitere, vergleichbare Taten stattgefunden haben. »Manchmal spürt man ja, dass man nur an der Spitze des Eisbergs kratzt«, sagt die Anwältin. »Hier ist das aber nicht der Fall.«

Die Juristin zeigte sich positiv überrascht vom Umgang der Feuerwehr Kirchlengern mit dem Fall. »Da hat niemand versucht, irgendetwas zu vertuschen, das kenne ich aus vergleichbaren Verfahren ganz anders«, so Bökenkamp.

Für das Strafmaß berücksichtigte das Gericht, dass der Täter in Teilen geständig war.

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