Minigolfanlage im Espelpark schließt am 30. Juni – Springt Verein ein? Der letzte Abschlag

Kirchlengern (WB). Sie ist weitläufig, sie ist parkähnlich bepflanzt, sie hat Sitzecken, einen Getränkeverkauf und 18, für den Ligabetrieb zugelassene, Bahnen. Jetzt steht die Minigolfanlage im Espelpark vor dem Aus.

Von Thomas Klüter
Letzter Abschlag: Michael Erdbrügger (links), zweiter Vorsitzender des Kirchlengeraner Minigolfvereins, und Bahnbetreiber Rüdiger Dröge suchen nach einer Lösung für den Fortbestand der Minigolfanlage im Espelpark.
Letzter Abschlag: Michael Erdbrügger (links), zweiter Vorsitzender des Kirchlengeraner Minigolfvereins, und Bahnbetreiber Rüdiger Dröge suchen nach einer Lösung für den Fortbestand der Minigolfanlage im Espelpark. Foto: Thomas Klüter

Das hat vor allem finanzielle Gründe. »Die Anlage ist seit einigen Jahren defizitär«, sagt Bahnbetreiber Rüdiger Dröge. Bei der Eröffnung 2011 seien die aktuellen Entwicklungen nicht absehbar gewesen. Was Dröge damit meint ist, dass es damals noch keinen Mindestlohn gab. »Ich bin selbst ganz normal berufstätig und auf Mitarbeiter für den Betrieb der Anlage angewiesen«, so Dröge.

Betrieb rechnet sich nicht mehr

Die Schüler, die für fünf oder sechs Euro pro Stunde die Schläger ausgegeben und Getränke verkauft haben, seien über diesen Nebenjob ebenso froh gewesen, wie er selbst für die bezahlbare Hilfe. »Jetzt muss ich 8,84 Euro für jede Stunde bezahlen und das rechnet sich einfach nicht mehr«, sagt der Betreiber. Ein weiterer Aspekt sei die Umstellung der weiterführenden Schule auf G8. »Die Kinder haben seitdem überhaupt keine Zeit mehr, um hier Minigolf zu spielen«, sagt Dröge.

2010 plante der Kirchlengeraner die Anlage selbst und ließ sie auf eigene Kosten bauen. »Das Gelände war vorher eine unbebaute Brache und ich habe sie von der Gemeinde gepachtet«. Der Bauantrag sei damals unkompliziert und schnell bewilligt worden und auch bei der Pacht sei die Gemeinde ihm entgegengekommen. »Die Verantwortlichen haben sich ja auch über das zusätzliche Freizeitangebot in der Gemeinde gefreut«, sagt Dröge.

Damit hörte die Unterstützung aus dem Rathaus aber auf. »Das ist eine sehr schöne Anlage«, sagt Bürgermeister Rüdiger Meier. »Aber wir können natürlich ein privatwirtschaftliches Unternehmen nicht mit öffentlichen Mitteln unterstützen.«

Anders wäre das, wenn der Minigolf-Club Kirchlengern die Anlage übernehmen und betreiben würde. Der Verein bezahlt zurzeit eine Jahrespauschale und kann den Platz dafür zu jeder Zeit nutzen. »Wir arbeiten gerade ein Konzept aus, ob und wie wir die Minigolfanlage übernehmen könnten«, sagt Michael Erdbrügger. Ergebnisse erwartet der zweite Vereinsvorsitzende allerdings erst zum Monatsende. »Und das Ganze hängt natürlich auch davon ab, ob uns die Gemeinde unterstützt.«

Club braucht mehr Mitglieder

Grundsätzlich sei das möglich, sagt der Bürgermeister: »Wir fördern ja auch andere Vereine, wenn sie gemeinnützig sind.« Zu Bedenken sei dabei aber, dass der Minigolf-Club etwa 20 Mitglieder hat und der TV Häver, zum Beispiel, 2500 Aktive. Übernimmt der Verein die Anlage, dann würde er sie aber weiter öffentlich betrieben. Immerhin 13 000 Besucher in einer Saison von April bis September würde die Gemeinde also damit unterstützen. Der Minigolf-Club bräuchte aber mehr Mitglieder, um die Anlage dauerhaft betreuen zu können.

»Das neue Konzept muss belastbar sein«, sagt Rüdiger Meier: »Und wenn der Verein dann auf uns zukommt, wird sich die Politik natürlich mit dem Thema beschäftigen.« Rüdiger Dröge sieht noch weitere Möglichkeiten für eine Lösung: »Es wäre denkbar, die gesamte Anlage, oder auch die einzelnen Bahnen, die Hütte, das Pflaster und den Zaun zu verkaufen«, sagt der Betreiber.

Schön fände Dröge aber, wenn sich ein Pächter für den Minigolf-Platz fände. »Wenn sich zum Beispiel ein Rentner, der gerne im Garten arbeitet, finden würde, wäre das Ganze rentabel«, sagt Dröge. »Dem würde ich die Anlage verpachten und der bräuchte ja kein Personal zu beschäftigen.«

Das Konzept des Minigolf-Clubs mit seinen 20 Mitgliedern sieht aber eher einen Kauf vor. Eines dieser Mitglieder, zumindest offiziell, sei übrigens Rüdiger Meier, sagt Michael Erdbrügger. »Mein Terminkalender lässt mir aber wenig Zeit zum spielen«, so der Bürgermeister. »Das letzte Mal war ich im vergangenen Jahr auf der Bahn.«

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