Markbach: Antrag auf weiteren Durchlass unter Bahnlinie abgelehnt Sauer auf die Deutsche Bahn

Kirchlengern   (WB). Im Rathaus Kirchlengern ist man sauer auf die Deutsche Bahn. Denn die hat der Verwaltung lapidar mitgeteilt, dass ein dringend erforderlicher zweiter Durchlass für den Markbach unter der Bahnstrecke Hannover-Osnabrück in der vorliegenden Planung nicht genehmigt werden kann.

Von Hilko Raske
Im Juli 2014 trat der Markbach (links unter der Baumreihe) aufgrund eines Starkregens über seine Ufer. Dabei wurden Becken des Freizeitbades Aqua Fun mit Schlamm geflutet. Seitdem ist die Gemeinde bestrebt, die Durchlässe für den Markbach zu vergrößern.
Im Juli 2014 trat der Markbach (links unter der Baumreihe) aufgrund eines Starkregens über seine Ufer. Dabei wurden Becken des Freizeitbades Aqua Fun mit Schlamm geflutet. Seitdem ist die Gemeinde bestrebt, die Durchlässe für den Markbach zu vergrößern. Foto: Gemeinde Kirchlengern

Das Ganze hat natürlich eine Vorgeschichte. Bereits mehrfach hat es in den vergangenen Jahren in der Gemeinde derart starke Regenfälle gegeben, dass der Markbach über seine Ufer getreten ist. Dabei stellte sich heraus, dass die vorhandenen Durchlässe – unter anderem am Bünder Feldweg, unter der Bahnlinie, an der Straße Im Obrock und an der Tennishalle – für derartige Starkregenereignisse viel zu schmal sind. In der Folge hatte es sich die Gemeinde zum Ziel gesetzt, die Durchlässe zu vergrößern und den Markbach zu renaturieren.

Die Arbeiten an der Brücke zur Tennishalle seien praktisch schon abgeschlossen, teilte Karl-Heinz Saße, Fachbereichsleiter für Planen, Bauen und Technische Dienste, am Dienstagabend den Mitgliedern des Umweltausschusses mit. Als nächstes solle dann der Durchlass am Bünder Feldweg folgen. »Hier gibt es aber ein Problem mit der Lieferung des erforderlichen Baumaterials«, so Saße. Der Grund: die überhitzte Konjunktur im Tiefbau.

»Der Bahndamm wirkt wie eine Sperre«

Absoluter Knackpunkt für eine verbesserte Durchlässigkeit sei aber die Bahnlinie. »Der Bahndamm wirkt wie eine Sperre.« Da die Bahn einer Verbreiterung des bestehenden Durchlasses nicht zugestimmt hatte, habe man einen zweiten daneben bauen wollen. »Bereits vor dreieinhalb Monaten haben wir einen entsprechenden Antrag gestellt. Erst jetzt hat man uns mitgeteilt, dass ihm nicht stattgegeben werden kann – und das, obwohl man bei der Bahn genau weiß, dass wir eine schnelle Entscheidung benötigen.«

Zustimmung der Bahn erforderlich für Fördermittel

Abgelehnt worden sei der Antrag übrigens aufgrund einer Bahnrichtlinie, die im Rathaus nicht bekannt gewesen sei: »So muss der neue Durchlass in diesem Fall 5,60 Meter vom alten entfernt sein – das hätte man uns auch gleich sagen können.« Aus Sicht der Bahn sei das Vorhaben abgeschlossen. »Wir dürfen nun einen neuen Antrag stellen.« Man wolle jetzt aber Dampf machen und derartige Wartezeiten nicht mehr hinnehmen. »Ohne die Zustimmung der Bahn bekommen wir keine wasserrechtliche Erlaubnis. Und ohne diese Erlaubnis gibt es keine Fördermittel.«

Den ebenfalls wichtigen Durchlass an der Straße Im Obrock habe man bislang nicht erweitert, da zum einen die nahe gelegene Interkommunale Entlastungsstraße ausgebaut worden sei, zum anderen Hettich in diesem Bereich die Produktion erweitere. »Dann reißt man natürlich eine Straße wie Im Obrock nicht auf.«

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