Elektroautos: Ladestation am Rathaus Kirchlengern in Betrieb genommen Treibstoff aus der Steckdose

Kirchlengern  (WB/hr). Elektroautos werden künftig häufiger auf den Straßen zu sehen sein. Darin ist sich die Fachwelt einig. Ein Problem ist derzeit allerdings die noch geringe Anzahl öffentlich zugänglicher Ladestationen. Das will die Gemeinde Kirchlengern zusammen mit der »Westfalen Weser Energie«-Gruppe ändern.

Dirk Rabeneck (Leiter Regionalbereich Herford), Mike Süggeler (Bereichsleiter Westfalen Weser Netz) und Bürgermeister Rüdiger Meier (von links) haben jetzt die erste Ladestation für Elektroautos in Kirchlengern in Betrieb genommen.
Dirk Rabeneck (Leiter Regionalbereich Herford), Mike Süggeler (Bereichsleiter Westfalen Weser Netz) und Bürgermeister Rüdiger Meier (von links) haben jetzt die erste Ladestation für Elektroautos in Kirchlengern in Betrieb genommen. Foto: Hilko Raske

Gemeinsam haben sie am Parkplatz hinter dem Rathaus eine Ladestation aufgestellt. Seit Mittwoch, 10. Mai, ist sie für jedermann zugänglich und kann zum Aufladen von Elektroautos genutzt werden. Die Absicht dahinter: So soll der Idee des Elektroautos weiterer Anschub gegeben und gleichzeitig die Alltagstauglichkeit demonstriert werden.

Freischaltung der Ladesäule erfolgt über eine App

»Die Ladestation hat eine Leistung von 22 Kilowatt und lädt ein Elektroauto damit in gut einer Stunde für die nächsten 100 Kilometer wieder auf. Während eines Spaziergangs oder eines Einkaufs kann man sein E-Mobil einfach mit Strom betanken«, sagt Bürgermeister Rüdiger Meier, der selbst ein Elektrofahrzeug für seine Dienstfahrten benutzt und damit im Kreis Herford eine Vorreiterrolle übernommen hat. »Damit leisten wir einen Beitrag zum umweltschonenden Fahren hier im ländlichen Raum und machen unsere Gemeinde noch attraktiver.« Tanken könne an der neuen Ladestation jeder mit einem Elektrofahrzeug, vorausgesetzt es hat einen EU-genormten Standardstecker Typ 2. Die Freischaltung der Ladesäule erfolge über die App »PlugSurfing«. Der Nutzer muss sich dort einmalig registrieren und kann dann an der Tankstelle hinter dem Rathaus sofort laden. Weitere Ladestationen in Kirchlengern plane ein Kfz-Sachverständigenbüro im Gewerbegebiet Oberbehme, informierte Meier.

Ziel sind 100 Ladesäulen in OWL und Südniedersachsen

Das Kilowatt Strom kostet an der Ladesäule aktuell 35 Cent. »Derzeit benötigt ein E-Mobil im Schnitt 20 Kilowatt für 100 Kilometer. Das macht 7 Euro. Damit ist es vom ›Treibstoff‹ her günstiger als viele herkömmliche Fahrzeuge«, informiert Mike Süggeler, Bereichsleiter bei Westfalen Weser Netz und zuständig für die Förderung von Elektroautos. Und: »Wir gehen davon aus, dass Elektroautos sich mittelfristig durchsetzen werden. Sie haben eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Antriebssystemen. So sehen wir in der neuen Generation von Elektrofahrzeugen die große Chance, die Innenstädte von Abgasen und Feinstaub zu entlasten.« Die »Westfalen Weser Energie«-Gruppe plane zusammen mit Stadtwerken und Kooperationspartnern aus der Region insgesamt 100 Ladesäulen in OWL und Südniedersachsen, die sich künftig in einer durchschnittlichen Entfernung von etwa 20 Kilometern zueinander befinden sollen, so Süggeler.

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