Kampagne »Schaufenster OWL 4.0« bei Firma Hettich eröffnet Digitalisierung bietet Potenzial

Kirchlengern  (WB). Welches Potenzial bietet die Digitalisierung, welche konkreten Anwendungsbeispiele existieren in der Region? Unter dem Motto »Wir gestalten unser Morgen« hat sich die OWL GmbH dieses Themas angenommen. Das Herzstück der Kampagne ist am Montag bei der Firma Hettich vorgestellt worden.

Von Hilko Raske
Eröffneten die Kampagne: Landrat Manfred Müller, Stefanie Kramer (OWL GmbH), Astrid Kleinkönig (OWL GmbH), Herbert Weber (Geschäftsführer OWL GmbH), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl und Hettich-Geschäftsführer Dr. Dieter Wirths (von links).
Eröffneten die Kampagne: Landrat Manfred Müller, Stefanie Kramer (OWL GmbH), Astrid Kleinkönig (OWL GmbH), Herbert Weber (Geschäftsführer OWL GmbH), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl und Hettich-Geschäftsführer Dr. Dieter Wirths (von links).

15 »Schaufenster OWL 4.0« sollen zeigen, wie Unternehmen, Hochschulen und andere Institutionen aus ganz OWL die Digitalisierung in der Praxis angehen. Angesprochen werden dabei Gruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Zu sehen sind die Schaufenster auf der Internetseite www.owl-morgen.de.

Globalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten

»Die Digitalisierung betrifft nicht nur die Wirtschaft, sondern die gesamte Gesellschaft. Sie stellt uns vor Herausforderungen, bietet aber auch enorme Chancen. Die Route der Schaufenster OWL 4.0 ist eine dezentrale Ausstellung, in der die Lösungen zur Digitalisierung konkret erlebbar werden«, sagte Herbert Weber, Geschäftsführer der OWL GmbH, vor den Gästen im Hettich-Forum, zu denen unter anderem auch Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl gehörte.

Die Globalisierung und die damit einhergehende Digitalisierung biete zahlreiche Möglichkeiten, erwecke aber auch bei manchen Menschen den Eindruck, dass sie zurückgelassen würden, betonte der Paderborner Landrat Manfred Müller, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OWL GmbH. Diese Gruppe sei empfänglich für die Parolen populistischer Parteien. Deshalb sei es umso wichtiger, sich rechtzeitig mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, um die Akzeptanz dafür zu schaffen. Und hier sei OWL nicht nur auf dem richtigen Weg, sondern eine führende Region.

Astrid Kleinkönig und Stefanie Kramer, bei der OWL GmbH zuständig für die »Schaufenster OWL 4.0«, gingen im Detail auf die Teilnehmer dieser Aktion ein. So würden in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe die »Handwerksberufe von morgen« thematisiert. Grund: »Die zunehmende Digitalisierung verändert die Geschäfts- und Produktionsprozesse im Handwerk«, sagte Stefanie Kramer.

Anforderungen an Fachkräfte steigen

Die Grenzen zwischen einzelnen Gewerken würden verschwimmen, die Anforderungen für Fachkräfte steigen. Aber auch speziell für kleine und mittlere Unternehmen würden konkrete Anwendungen präsentiert – sei es der Roboter von morgen oder die intelligente Werkbank. »Maßnahmen, die sich durchführen lassen, ohne dass gleich die ganze Produktion umgestellt werden muss«, so Stefanie Kramer.

Die Hettich-Unternehmensgruppe präsentiert in ihrem Schaufenster eine vollintegrierte Fertigungstechnologie zur individuellen Herstellung von Möbelbeschlägen nach Kundenwunsch. Um die Nachfrage nach verschiedenen Produktvarianten abzudecken, musste das Umrüsten der Maschinen flexibler werden, ohne Mehrkosten zu verursachen. Die Lösung: eine Produktionshalle, in der sich die Maschinen selbst umrüsten. Wie sich die Digitalisierung 4.0 bei Hettich entwickelt und welche Formen sie aktuell angenommen hat, erläuterte Nico Scholz, Leiter für den Bereich Elektro-Steuerungsservice. So seien Hettich-Mitarbeiter inzwischen mit Smartwatches ausgestattet, über die beispielsweise Maschinen eigenständig auf Fehlfunktionen hinweisen würden.

OWL 4.0

Die Ostwestfalen-Lippe GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen aller Kreise, der kreisfreien Stadt Bielefeld sowie von Wirtschaft und Wissenschaft in OWL. Gemeinsam mit 150 Partnern hat sie ein Handlungskonzept »OWL 4.0« entwickelt. Das Konzept mit zehn Projekten zur Digitalisierung war im Projekt Regio.NRW erfolgreich. Ein wesentliches Element des Konzeptes ist die nun vorgestellte Kampagne »Schaufenster OWL 4.0.«

Neben der Hettich-Unternehmensgruppe – übrigens der einzige Teilnehmer aus dem Kreis Herford – nehmen unter anderem das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik in Paderborn, die Claas KGaA mbH aus Harsewinkel, der Kreis Lippe, das Institut für Informationstechnik der Hochschule OWL in Lemgo und die Weidmüller-Gruppe in Detmold mit.

Im Internet werden unter www.owl-morgen.de die vielfältigen Aktivitäten und Lösungsansätze, die die Digitalisierung bietet, gezeigt. Unternehmen und Interessierte erhalten dort zahlreiche Angebote wie Beratungen, Quick Checks und Veranstaltungstipps.

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