Stiftstraße soll im Ortskern komplett neu gestaltet werden – politische Mehrheit sicher Nach fünf Jahren eine Entscheidung

Kirchlengern   (WB). Vier Versammlungen aller Anlieger, neun Arbeitskreissitzungen zum Thema Planung – die Umgestaltung der Stiftstraße beschäftigt Gemeindeverwaltung und Anwohner seit mindestens fünf Jahren. Nun ist eine Entscheidung in greifbare Nähe gerückt.

Von Hilko Raske
Deutliche Schräglage: Das Straßenniveau soll im zentralen Bereich der Stiftstraße um bis zu 23 Zentimeter angehoben werden. Besonders vor dem Getränkemarkt (Foto) muss man derzeit darauf achten, dass der Einkaufswagen nicht auf die Straße rollt.
Deutliche Schräglage: Das Straßenniveau soll im zentralen Bereich der Stiftstraße um bis zu 23 Zentimeter angehoben werden. Besonders vor dem Getränkemarkt (Foto) muss man derzeit darauf achten, dass der Einkaufswagen nicht auf die Straße rollt. Foto: Hilko Raske

Wenn am 22. Februar der Planungsausschuss und am 2. März der Rat grünes Licht geben, kann in wenigen Monaten mit den Arbeiten begonnen werden. Dann soll auf der Stiftstraße zwischen den Einmündungen Am Herrenhaus und Bredenkamps Feld nicht nur die Fahrbahn durch den Kreis Herford erneuert werden. Vielmehr wollen Verwaltung und die Mehrheit der Anlieger die Chance nutzen und die Nebenanlagen wie Gehwege, Parkstreifen, Beleuchtung und Bepflanzung beidseitig erneuern, verbessern und zum Teil auch erstmalig herstellen. Das Bauprogramm umfasst dabei auch die notwendigen Angleichungen auf den angrenzenden Privatgrundstücken sowie die Umgestaltung des Einmündungsbereiches Ellenbogen/Friedhofsweg.

Bereits in der ersten großen Anliegerversammlung Mitte 2012 war diskutiert worden, ob man im Zuge einer anstehenden Fahrbahnerneuerung durch den Kreis auch über eine zeitgemäße und funktionsgerechte Umgestaltung der Nebenanlagen nachdenken sollte. Es bestand Einigkeit, dass man diese Gelegenheit nutzen wolle. Die Gemeinde hatte daraufhin Planungsmittel bereitgestellt.

Neugestaltung

Nach vielen Gesprächen kristallisierte sich heraus, dass die Stiftstraße auf einer Länge von 750 Metern mehr oder weniger runderneuert werden soll. Am gravierendsten dürften die Veränderungen zwischen der Stiftsfeldstraße und der Neuen Straße ausfallen. In diesem Abschnitt soll das komplette Straßenniveau um maximal 23 Zentimeter angehoben und die Fahrbahn auf 6,50 Meter Breite – bislang sind es sieben Meter – reduziert werden. »Wir haben auf der Nordseite beispielsweise einen Getränkemarkt, dessen Parkplätze eine Querneigung von fast 12 Prozent aufweisen. Und auf der anderen Straßenseite wünschen sich Einzelhändler eine behindertengerechte Zuwegung«, informierte kürzlich der zuständige Fachbereichsleiter Karl-Heinz Saße im Fachausschuss. Mit einer Anhebung des Straßenniveaus könne man hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Aber auch die Verkehrssicherheit wolle man erhöhen. So sollen die Einmündungsbereiche Stiftfeldstraße und Neue Straße neu gestaltet werden. Darüber hinaus sollen 22 öffentliche Parkflächen von zwei Metern Breite zwischen Fahrbahn und Gehweg angelegt werden.

Kosten belaufen sich auf 592 000 Euro

Nach aktueller Schätzung kostet die ganze Maßnahme 552 000 Euro. Zusätzlich müssen von der Gemeinde auch die anteiligen Planungskosten in Höhe von etwa 40 000 Euro für die Fahrbahnerneuerung vorfinanziert werden, sodass insgesamt 592 000 Euro zu finanzieren sind. Dafür stehen allerdings insgesamt nur 424 500 Euro bereit, so dass eine überplanmäßige Mittelbereitstellung in Höhe von 167 500 Euro notwendig wird.

Das sagen die Fraktionen

»Grundlegend sind wir in unserer Fraktion der Meinung, dass wir uns am mehrheitlichen Votum der Bürger orientieren«, sagt CDU-Fraktionschef Detlef Kaase. Die Diskussion um die Umgestaltung sei nicht immer einfach gewesen. Er selber hätte es aber bedauert, wenn man die Sanierung auf die Erneuerung der Fahrbahndecke reduziert hätte.

Nach dem positiven Votum der Anlieger, die sich mehrheitlich für die Baumaßnahme ausgesprochen haben, werde sich die SPD-Fraktion sowohl im Planungsausschuss wie auch im Rat für die Realisierung aussprechen, betont SPD-Fraktionschef Stefan Tödtmann. Wann der erste Spatenstich aber konkret erfolge, hänge nun letztlich vom Kreis Herford ab, da dieser für die Fahrbahnerneuerung zuständig ist

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