Neues Projekt soll Kindern Lebensmittelerzeugung praktisch und theoretisch näher bringen Wo kommt die Kartoffel her?

Kirchlengern (hr). Wachsen Kartoffeln auf Bäumen? Und sind alle Kühe wirklich lila? Mit einem neuen Projekt wollen der Kreislandfrauen-Verband Herford und der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford-Bielefeld Schülern zeigen, wo Lebensmittel wirklich herkommen. Dabei sollen praktische Erfahrungen mit Wissensvermittlung in den Schulen kombiniert werden.

Besuch auf dem Hof Höke: Klassenlehrer Thilo Reith, Dr. Herbert Quakernack (Kreisgeschäftsführer Landwirtschaftliche Kreisverbände Herford-Bielefeld), Landwirtin Birgit Höke (von links), die Kinder der Klasse 4 der Grundschule  Häver, Heidrun Diekmann (Vorsitzende  des Kreislandfrauen-Verbandes Herford), Hermann Dedert (Vorsitzender   des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld), Beate Kipp und Petra Schröder (stellvertretende Vorsitzende  des Kreislandfrauen-Verbandes Herford) und Hannah Höke mit einem Ferkel.
Besuch auf dem Hof Höke: Klassenlehrer Thilo Reith, Dr. Herbert Quakernack (Kreisgeschäftsführer Landwirtschaftliche Kreisverbände Herford-Bielefeld), Landwirtin Birgit Höke (von links), die Kinder der Klasse 4 der Grundschule Häver, Heidrun Diekmann (Vorsitzende des Kreislandfrauen-Verbandes Herford), Hermann Dedert (Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld), Beate Kipp und Petra Schröder (stellvertretende Vorsitzende des Kreislandfrauen-Verbandes Herford) und Hannah Höke mit einem Ferkel. Foto: Hilko Raske

»Clever Esser« heißt das neue Projekt, das sich an  Grundschulen und an die  Sekundarstufe I richtet. Der Startschuss dafür fiel  gestern  auf dem Hof Höke in Kirchlengern. Hier werden etwa 250 Sauen gehalten. Mit dabei waren Schüler der Grundschule Häver.

»Der überwiegende Teil der Lebensmittel, die heute in die Küchen gelangen, ist so weit verarbeitet, dass sich der Ursprung kaum noch erkennen lässt«, sagt Petra Schröder, stellvertretende Vorsitzende der Kreislandfrauen.  Während junge Menschen früher die Möglichkeit gehabt hätten, einfach so nebenher einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Landwirtschaft zu erleben, hätten viele Kinder heute keine realistische Vorstellung mehr von einem Bauernhof. In dem Projekt gehe es   teilweise um ganz elementare sinnliche Erfahrungen. »So hat jeder Bauernhof seinen eigenen Geruch. Es wird gezeigt, wie Kühe  gemolken oder Kartoffeln geerntet werden. Dabei können die Kinder  selber die Kartoffelernte erleben«, sagt Petra Schröder. Der Kreis-Landfrauenverband  und der Landwirtschaftliche Kreisverband wollen deshalb mit dem neuen Projekt im Unterricht und vor Ort vermitteln, wie elementar und wichtig Landwirtschaft für alle ist. Das Anliegen: Die Schüler für die Situation auf den Höfen zu sensibilisieren und dadurch einen wesentlichen Bezug zur Erzeugung von Lebensmitteln und ihrer Wertschätzung herzustellen.

Wissensvermittlung von Landwirtschaft und Ernährung

Wie sieht das neue Konzept aus? Im Kern soll die Wissensvermittlung von Landwirtschaft und Ernährung in den Schulen kombiniert werden mit Besuchen auf Bauernhöfen. Die Projekte bestehen somit aus zwei Modulen: Unterricht in der Schule und Besuch eines Bauernhofes. Zu den Themenbereichen für die Primarstufe gehören »Frühstück für Aufgeweckte  –  Gutes von der Kuh!«, »Das Kartoffel ABC - Annabel, Belana, Cilena und Co!« und »Konrad Korn entdeckt das Getreide – Warum ist das Getreide so wertvoll?«.

Für die Sekundarstufe I werden folgende Projekte angeboten: »Zu gut für den Müll – die Wertschätzung für Lebensmittel erhöhen«, »Sauwohl im Schweinestall – Wie viel Schwein hast du heute schon gehabt?« Im Nachgang zu  den Unterrichtseinheiten in der Schule sind dann Besuche auf Bauernhöfen an gesonderten Terminen vorgesehen. Etwa 20 Bauernhöfe im Kreis beteiligen sich an dem Projekt. Die Module im Unterricht dauern 90 Minuten und die Hofbesuche umfassen etwa zwei Stunden. Bereits im September kann ein Projekt in der Schule starten.

Mit dem Konzept könne die Erzeugung von Lebensmitteln und das Thema Landwirtschaft mit regionalen, sozialen und ethischen Bezügen vermittelt werden, sind sich Heidrun Diekmann, Vorsitzende  des Kreislandfrauen-Verbandes Herford, und Hermann Dedert, Vorsitzender   des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld, sicher. Gleichzeitig werde das Spannungsfeld deutlich, in dem sich  Landwirtschaft heute befinde. Die Anforderungen an Nahrungsmittelqualität, Tierschutz und Umweltverträglichkeit müssten mit der Wirtschaftlichkeit eines Betriebes in Einklang gebracht werden.

Konzept mit Praxisnähe

Die Akteure betonen die Praxisnähe des Konzeptes: Den Kindern soll Wissen aus erster Hand vermittelt werden und das mit allen Sinnen. Als erste konnten die Viertklässler der Grundschule Häver das Konzept testen. Ihre Schule liegt nah am  Hof Höke, so dass sich eine Wanderung mit Klassenlehrer Thilo Reith dorthin anbot. Auf dem Hof   durften die Kinder  Schweine füttern.
 Landwirtin Birgit Höke, die auch Vorsitzende   in der berufsständischen Vertretung im Kreislandfrauen-Verband ist, hatte für die Schüler zudem noch Kuchen gebacken und Fruchtspieße zubereitet.

Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I, die Interesse haben, wenden sich  an den  Kreisland-Frauenverband Herford, Petra Schröder, Wulferkamp 37, 32120 Hiddenhausen, Telefon  05223/87224, E-Mail:  petraschroedergmx.de, www.wIlv.de oder Landwirtschaftlicher Kreisverband Herford-Bielefeld, Auf der Helle 16, 32052 Herford, Telefon 05221/3420410, E-Mail: info-hf©wlv.de .

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