Rotary Herford-Hanse: Arian Oberhacke verbringt zwölf Monate in Simbabwe Eintauchen in eine fremde Welt

Kirchlengern/Bünde (WB). Arian Oberhacke ist wieder daheim. Zwölf Monate verbrachte der 17-Jährige in Simbabwe, nahm dort an einem Austauschprojekt der weltweit vernetzten Rotarier teil. Von Quernheim ins südliche Afrika – das war ein Eintauchen in eine vollkommen andere Welt.

Von Hilko Raske
Besonders angetan hatte Arian auch die Tierwelt in Simbabwe. Hier streichelt er einen jungen Löwen. Insgesamt zwölf Monate verbrachte der  inzwischen 17-Jährige im südlichen Afrika. Ermöglicht hatte dies ein Austauschprojekt der weltweit vernetzten Rotarier.
Besonders angetan hatte Arian auch die Tierwelt in Simbabwe. Hier streichelt er einen jungen Löwen. Insgesamt zwölf Monate verbrachte der inzwischen 17-Jährige im südlichen Afrika. Ermöglicht hatte dies ein Austauschprojekt der weltweit vernetzten Rotarier.

Das zurückliegende Jahr hat den jungen Mann geprägt. Den Wunsch, ein anderes Land kennen zu lernen, hatte er schon lange. »Ich wusste, dass die Söhne von Ulrike Schwarze über Rotary im Ausland waren und wollte das auch unbedingt«. Pfarrerin Ulrike Schwarze ist inzwischen Jugenddienst-Beauftragte von Rotary Herford-Hanse. Der Club ermöglicht jedes Jahr Jugendlichen einen Aufenthalt im Ausland. Warten musste Arian bis zum 16. Lebensjahr und dem Abschluss der zehnten Klasse an der Kästner-Gesamtschule.

Keine großen Erwartungen

Dann füllte er die 20-seitige Bewerbung aus und nannte darin seine drei bevorzugten Länder Mexiko, die USA und Venezuela. Bei einem ersten Treffen mit anderen Jugendlichen erfuhr er, dass die Chance schon jetzt in eines dieser Länder zu kommen, recht gering sei, denn sie gehören zu den beliebtesten der Bewerber.

Dann fiel der Name Simbabwe – bei Austauschschülern normalerweise nicht so populär. Arians Reaktion war ein andere: »Ich wusste, das war’s.« Allerdings habe er keine großen Erwartungen in sein Ziel gesetzt. »Ich wollte einfach nicht enttäuscht werden.« Erste Station war die Landeshauptstadt Harare – hier war Adrian für sechs Monate bei einer Gastfamilie untergebracht. »Die Menschen sind ausgesprochen herzlich und freundlich zu mir gewesen.«

Teilnahme an Jugendmeisterschaften

Mit 2,9 Millionen Einwohnern ist Harare von der Größe her mit Berlin vergleichbar. Schnell wurden aber auch die Unterschiede deutlich. »Die Infrastruktur ist nicht so gut wie bei uns«, beschreibt Arian es sehr dezent Und schnell stellte er fest, dass Schule in Simbabwe einen ganz anderen Stellenwert hat. »Man macht einfach alles mit der Schule, die von 7 bis 17 Uhr geht – ob Unterricht, Sport oder Freizeitgestaltung.« Vor allem der Sport hatte einen außerordentlichen Stellenwert. Arian trainierte als Leichtathlet in der Disziplin Hammerwerfen. Darin war er so erfolgreich, dass er in der Nationalmannschaft von Simbabwe an den afrikanischen Jugendmeisterschaften auf Mauritius teilnehmen durfte, wo sein Team mit guten Ergebnissen abschnitt.

Keine Probleme bereiteten ihm die Temperaturen. »Als ich ankam, war dort Winter. Das bedeutet, dass es morgens 10 Grad und mittags 25 Grad sind.« Im Sommer sei es dann bis 30 Grad warm geworden – allerdings eine sehr trockene Hitze, die man gut habe ertragen können.

Engagement für Wiasenhaus

Doch nicht nur Schule und Sport prägten seinen Aufenthalt in Simbabwe. Arian setzte sich für das Waisenhaus Bluffhill, eine privaten Einrichtung in Harare, ein. »In Simbabwe gibt es etwa eine Million Jugendliche, die Aids-Waisen sind.« Er half den etwa 20 Kindern dort bei den Hausaufgaben, rief eine Spendenaktion ins Leben, um beispielsweise Schulgebühren zu finanzieren. Aber auch ganz praktisch leistete er Hilfe beim Bau einer Sonnenüberdachung. Unterstützung bekam er dabei durch die Kirchengemeinde Hagedorn. Seine Oma Hildegard erzählte in der Frauenhilfe der Kirchengemeinde von dem Projekt, und auch der Posaunenchor machte sich dafür stark. »2000 Euro sind so an Spenden zusammengekommen – und dafür möchte ich allen in der Kirchengemeinde danken.« Bei seiner nächsten Station – die zweite Gastfamilie lebt außerhalb von Harare – engagierte er sich für die Gründung einer Schule für autistische Kinder. Hier leistete er einen wichtigen Beitrag für den Kauf von Therapiespielzeug.

Einen starken Eindruck hinterließ die Natur Simbabwes auf Arian. Im »Antelope Park Gweru« fütterte er Elefanten, konnte sich auf dem Rücken eines Pferden Giraffen und Büffeln annähern und sogar Löwen streicheln.

Nach zwölf Monaten Afrika und 24 Stunden Flug über Nairobi, Amsterdam und Hannover ist er jetzt wieder in Quernheim. An vieles muss er sich erst wieder gewöhnen. Beispielsweise hat er das vergangene Jahr nur Englisch gesprochen – da fällt Deutsch anfangs schwer. Und erst das Wetter: »Hier hat es in den ersten drei Tagen so viel geregnet wie in Simbabwe das ganze Jahr nicht«, sagt der Schüler.

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