Mediziner klären über den Schutz vor Infektionen im Krankenhaus und in Praxen auf und werben für den wichtigen Arztbesuch
„Angstfrei in jede Arztpraxis gehen“

Hiddenhausen (WB) -

500 Patienten weniger pro Quartal: Das ist die Bilanz von Allgemeinmediziner Ernoe Mehnert. Ebenfalls einen deutlichen Rückgang der Patienten in der Corona-Pandemie beklagen auch das Klinikum Herford und das Lukas Krankenhaus in Bünde. Die Patienten haben Angst. Die sei aber unbegründet, sagen die Mediziner und werben eindringlich für nicht verschiebbare Untersuchungen.

Donnerstag, 04.03.2021, 05:10 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 09:56 Uhr
Dr. Tim Christopher Lendzian, Ärztlicher Direktor des Bünder Lukas-Krankenhauses, Ernoe Mehnert, Allgemeinmediziner aus Hiddenhausen und Prof. Jan Kähler, Ärztlicher Direktor des Klinikums Herford (von links), werben auch in der Coronazeit für den Praxisbesuch. Foto: Koteras-Pietsch

Dabei geht es wohl auch, aber nicht vorrangig um die wirtschaftliche Situation. „Die Menschen kommen aus Angst vor Corona nicht mehr. Und es sind nicht nur die chronisch, sondern auch die akut Kranken. Die Menschen mit Luftnot oder Brustschmerzen bleiben zu Hause, aus Angst vor einer Infektion. Am Ende muss dann der Notarztwagen kommen“, sagt es Mehnert mit deutlichen Worten.

Er beklagt sogar Todesfälle, weil ein Karzinom, ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall nicht rechtzeitig behandelt werden konnten. „Dabei sind unsere Maßnahmen inzwischen so gut“, wirbt er für den sicheren Besuch in seiner Praxis.

„Wir haben ausgefeilte Hygienekonzepte, wir haben getrennte Ein- und Ausgänge, eine ganze Reihe Schutzmaßnahmen. Wir tun alles, um eine Infektion zu verhindern“, erklärt Mehnert auch stellvertretend für viele seiner Berufskollegen.

Die beiden Krankenhaus-Mediziner, die Ärztliche Direktoren Prof. Jan Kähler und Dr. Tim Christopher Lendzian, schließen sich an und beschreiben ihre Maßnahmen: „Jeder Patient erhält bei Ankunft einen Abstrich, bei Verdacht auf Covid 19 machen wir einen PCR-Test. Wer krank ist, wird separiert und von eigenem Personal betreut. Für die Sprechstunden gibt es Termine ohne Begegnung mit anderen Patienten. Und allein die FFP2-Masken, die unser Personal seit geraumer Zeit ausschließlich trägt, sind ein Superschutz.“

In der Regel liege es am Menschen selbst, wenn er sich infiziert, meinen die Mediziner. „Wir tun jedenfalls alles, damit dies nicht geschieht“, meint Mehnert. Und Dr. Lendzian ergänzt, dass ein Krankenhaus schon darauf angewiesen sei, dass die niedergelassenen Ärzte Patienten schicken.

Alle Drei verweisen auf die enorme Bedeutung von Vor- und Nachsorge und des Besuches beim Arzt bei unklaren Beschwerden. Nur so könne Schlimmeres verhindert werden.

Andererseits zeigen sie auch Verständnis für die Sorge der Patienten. Sie vermissen seitens der Politik, dass den Menschen eine Art roter Faden in Sachen Medizin oder beispielsweise eine für jeden verständliche Internetseite mit Informationen zu Corona und Covid 19 an die Hand gegeben werde . Durch die vielfältige und teils verwirrende Flut an Informationen aus verschiedenen Quellen entstehe eben Unsicherheit und Angst. Sie selbst würden jedenfalls angstfrei in jede Arztpraxis gehen.

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