Hunde-Friseure dürfen auch im Lockdown weiter arbeiten
Waschen, schneiden, föhnen für die Gesundheit

Hiddenhausen (WB) -

Hunde dürfen aktuell zum Friseur, Menschen nicht. Und das aus gutem Grund: Wird das Fell nicht gepflegt, kann es zu Verfilzungen und somit zu Hautreizungen kommen. Davon berichtet Ronja Reimer, Hundesalon-Besitzerin aus Hiddenhausen.

Montag, 01.02.2021, 05:45 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 10:24 Uhr
Elo-Rüde Balou fühlt sich wohl. Hundefriseurin Ronja Reimers hat ihm die lose Unterwolle ausgekämmt, Knoten aus dem Fell entfernt sowie Pfoten und Augen freigeschnitten. Foto: Daniela Dembert

Wer die Corona-Matte mit Haarspangen und Zopfgummi nur noch notdürftig gebändigt bekommt oder versucht, die Zotteln unter einer Mütze zu verstecken, der erwischt sich vielleicht auch dabei, wie er beim Spaziergang neidvoll den adrett getrimmten Hunden hinterherschaut. Warum dürfen die zum Friseur und ich nicht?, fragt man sich. „Bei Menschen ist das eine rein ästhetische Sache“, erklärt Hundesalon-Betreiberin Ronja Reimers, „aber bei Hunden ist das vor allem eine Frage der Gesundheit“.

In ihrem „Salon der schönen Hunde“ an der Bünder Straße wäscht, schneidet und trimmt Reimers das Fell der vierbeinigen Kunden, stutzt Krallen und entfernt das Haar zwischen Zehen und Ballen der Pfoten.

Alle acht bis zwölf Wochen steht bei Rauhaarrassen wie Schnauzern und Foxterriern das Trimmen an. Dabei werden abgestorbene Haare aus dem Fell gezupft. „Macht man das nicht, leidet der Hund. Es beginnt mit Juckreiz, geht über schuppende Haut und kann bis zu Ekzemen und Entzündungsherden führen“, erklärt die Hundefriseurin.

Bei Schur- und Schnittrassen muss das lange Haar regelmäßig gründlich gebürstet und gestutzt werden, um nicht zu verfilzen. Malteser, Havaneser und Airedaleterrier sind da sehr pflegebedürftig. Oft verfangen sich Kletten, Steinchen oder kleine Pflanzenteile in dem üppigen Fell. Diese können mit dem Haar zu Knötchen verfilzen und insbesondere in den Beinbeugen für schmerzhafte Reibung sorgen. Die Folge sind Hautreizungen, sogar Verletzungen.

„Manchen Menschen, vor allem älteren, ist es kaum möglich, diese intensive Pflege selbst zu übernehmen. Bei Arthritis oder Arthrose macht oft das Handgelenk nicht mit“, sagt Reimers.

Ebenfalls ein wichtiges Thema: die Krallenpflege. „Hunden, die wenig auf Asphalt, sondern mehr auf weichen und glatten Untergründen unterwegs sind, wetzen sich die Krallen nicht ab. Lässt man sie einfach wachsen, kann das zu einer Pfoten-Fehlhaltung führen und eine starke Belastung für die Knochen bedeuten.“

Selbst das Waschen ist bei Hunden kein reines Beauty-Programm. Mit bestimmten Shampoos könne der Fellwechsel im Frühjahr angeregt und den Hunden schneller Erleichterung beschert werden.

Ronja Reimers ist dankbar, arbeiten zu dürfen und kann den Frust ihrer Kollegen, die sich um das menschliche Haupthaar kümmern wollen, aber nicht dürfen, gut verstehen.

Damit auch in ihrem Salon alles 100-prozentig coronakonform abläuft, findet die Übergabe der Hunde unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften vor der Ladentür statt. Für Besitzer gilt: „Wir müssen draußen bleiben“. In der Regel klappe das auch wirklich gut. „Das ist gut vergleichbar mit Kindern, die in den Kindergarten kommen. Manche Hunde möchten lieber wieder mit Herrchen oder Frauchen mit, wenn die sich aber einfach umdrehen und gehen, akzeptiert auch das Tier die Situation.“

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