Achtung, Abzocke: Polizei warnt vor falschen Microsoft-Anrufern – Fälle im Kreis Herford häufen sich
„Am besten, sofort auflegen“

Hiddenhausen (WB) -

In den vergangenen zwei Wochen haben mehr als 20 Personen aus dem Kreis Herford bei der Polizei verdächtige Anrufe von falschen Microsoft-Mitarbeitern gemeldet. Laut Pressesprecherin Simone Lah-Schnier bitten die Anrufenden um Zugangsdaten und Passwörter sowie darum, ein Programm auf dem Computer zu installieren, um angebliche Viren entfernen zu können.

Sonntag, 24.01.2021, 16:31 Uhr aktualisiert: 24.01.2021, 16:40 Uhr
Angebliche Mitarbeiter von Microsoft wollen an sensible Daten gelangen und fordern sogar noch Geld. Foto: Moritz Winde

„Ich wusste gleich, dass da etwas nicht stimmen konnte“, sagt Alfons Urner aus Hiddenhausen, der von solch dubiosen Anrufen betroffen war. Die Nummern seien ihm direkt verdächtig vorgekommen: „Die meisten beginnen mit zwei Nullen und sind unendlich lang oder sehr kurz.“

Die Anrufenden stellen sich als angebliche Microsoft-Mitarbeiter vor und erklären, der Computer des Opfers sei von Viren befallen, wäre gehackt worden, benötige ein neues Sicherheitszertifikat oder habe anderweitige Probleme. Um diese imaginierten Probleme lösen zu können, bitten die Betrüger um die Installation eines Programmes.

Doch eben dieses Programm ist das eigentliche Übel: Mit ihm haben die Betrüger Zugriff auf sensible Informationen wie Zugangsdaten oder Passwörter. Weiterführend fordern sie für ihre angebliche Service-Leistung eine Bezahlung. Können die Betrüger ihre Opfer zum Überweisen von Geld überreden, so beharren sie darauf, die Transaktion sei fehlgeschlagen und müsse wiederholt werden – zum Teil über ungewöhnliche Zahlungsmittel wie Guthabenkarten für Onlinehändler, die in Supermärkten und an Tankstellen erwerbbar sind. Wenn sich die Opfer weigern, drohen die Täter mit einer angeblichen Sperrung des Computers oder dem Verlust von Daten.

Nach der Erfahrung von Alfons Urner, der seit dem 15. Januar mehrere solcher Anrufe täglich bekomme, „haben die Anrufenden meist eine weibliche Stimme und sprechen nur gebrochen Deutsch.“ Laut Polizei sprechen sie aber manchmal auch nur Englisch. Lah-Schnier weist darauf hin, dass seriöse Großunternehmen wie Microsoft niemals unaufgefordert Kontakt zu ihrem Kunden aufnehmen und rät, im Falle eines Verdachts, „am besten sofort aufzulegen“.

Personen, die glauben, Opfer einer solchen Masche geworden zu sein, sollten ihren Rechner unverzüglich ausschalten und vom Strom trennen sowie Kontakt zu ihren Kredit- und Zahlungsinstituten sowie der Polizei aufnehmen.

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