Kripo schätzt Schaden auf bis zu 50.000 Euro
Payback-Konten geleert

Hiddenhausen (WB) -

In Deutschland sollen mehrere hundert Verbraucher, die eine Payback-Karte besitzen, von einer Bande um ihr Guthaben gebracht worden sein. Zwei Verdächtige kommen aus dem Kreis Herford.

Samstag, 23.01.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2021, 03:02 Uhr
Mit einer Payback-Karte bekommt man Rabatte, gibt dafür aber seine Einkaufsgewohnheiten preis Foto: dpa

Unter Verdacht stehen ein Paar (25, 26) aus Hiddenhausen im Kreis Herford, ein 15-Jähriger aus Melle, der mit dem Paar verwandt ist, sowie eine Frau (40) aus Bayern. Die Kripo beziffert den bisher bekannten Schaden auf bis zu 50.000 Euro.

Wer eine Payback-Karte hat, bekommt bei bestimmten Händlern zwischen 0,5 und vier Prozent der Kaufsumme in Form sogenannter Payback-Punkte gutgeschrieben. Jeder Punkt ist 0,01 Cent wert. Als Gegenleistung stimmt der Kunde zu, dass sein Einkaufsverhalten digital erfasst und an das Unternehmen Payback übermittelt wird. Mit einer E-Mail-Adresse und einem Passwort können Kunden ihr Payback-Konto verwalten.

Im Dezember stellte eine Berlinerin fest, dass ihr Guthaben von 34 Euro weg war. Jemand hatte damit in einem Supermarkt in Osnabrück bezahlt. Die Frau rief sofort bei der Kripo Osnabrück an, die in dem Geschäft Videoaufnahmen von dem Bezahlvorgang sicherstellte.

Weitere Ermittlungen führten dann in den folgenden Wochen zu den vier Verdächtigen. Am Donnerstag durchsuchten Polizisten deren Wohnungen und nahmen Beweismittel mit. „Der Verdacht des gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs hat sich erhärtet“, sagte Polizeisprecher Frank Oevermann am Freitag.

Das Unternehmen Payback erklärte, es sei nicht für die Sicherheitslücke verantwortlich. Sprecherin Nina Purtscher: „Es gab keinen Angriff auf unsere Datenbank.“ Man gehe davon aus, dass die Täter die E-Mail-Adressen der Kunden samt Passwörtern ausgespäht hätten. Das könne durch unsichere Passwörter oder die Verwendung eines Passworts für mehrere Kundenkonten begünstigt werden.

Ob einer der vier Beschuldigten die Zugangsdaten zu Payback-Konten selbst gehackt hat, oder ob die Verdächtigen die Daten im Darknet von Hackern gekauft wurden, will die Kripo noch klären.

Nach Angaben des Hasso-Plattner-Instituts an der Uni Potsdam werden täglich 1,6 Millionen E-Mail-Konten gehackt. Hier können Sie Ihr E-Mail-Konto überprüfen:

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