Friseurmeisterin Sabrina Poser gibt Tipps, wie die Zeit ohne Friseur gut zu überstehen ist
Auf keinen Fall gleich zur Schere greifen

Herford (WB) -

Seit gut fünf Wochen sind die Friseure geschlossen. Für manch einen, meist aber sicher für eine, eine wahre Katastrophe. Am Ansatz macht sich ein grauer Streifen breit, die Farbe verblasst, der Pony ist mittlerweile zu lang. Die Frisur sitzt einfach nicht mehr. Was tun?

Dienstag, 19.01.2021, 05:55 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 10:22 Uhr
Sabrina Poser zeigt, wie der Pony zur Seite gekämmt werden kann, um den grauen Ansatz zu kaschieren. Foto: Karin Koteras-Pietsch

 

Im Internet gibt‘s eine Menge Tipps zum Thema Haare – hier kursieren aber auch reichlich Bilder von missglückten Versuchen, sich selbst als Friseur zu versuchen. Vom Pony, der zu kurz oder schief geraten ist, bis hin zum völligen Verschnitt ist dort alles zu finden.

Vom Griff zur Schere beispielsweise rät Friseurmeisterin Sabrina Poser daher dringend ab. „Das kann gründlich schief gehen“, sagt sie. Um die Zeit bis nach dem Lockdown zu überstehen und auch ohne Friseur gut auszusehen, gebe es zahlreiche andere Möglichkeiten, das Haar in den Griff zu bekommen. Hier ein paar Tipps:

Für die herausgewachsene Farbe mit grauen Ansätzen gibt es farbiges Ansatzpuder, farbiges Haarspray, farbiges Trockenshampoo oder farbige Haarmascara. „Ich empfehle, keine chemischen Selbstversuche zu unternehmen. Es gibt noch einige Kunden, die mit Verfärbungen und Strukturschädigungen aus dem ersten Lockdown zu kämpfen haben“, weiß Poser.

Sie rät dazu, den Friseur des Vertrauens nach einem so genanten Homecarepaket zu fragen. Das ist dann ein bisschen von der Farbe, die sonst auch verwendet wird. „Wir stellen unseren regelmäßigen Färbe-Kundinnen und -Kunden, außer wenn es sich um gesträhntes Hellblond handelt, diese Pakete, die nur zur Überbrückung für die Scheitel- und Konturpartie gedacht sind, kontaktlos zur Verfügung“, informiert die Friseurmeisterin

Farbauffrischungen für das gesamte Haar können bei matten, glanzlosen Haaren mit einer farbauffrischenden Haarkur erreicht werden. Bei blonden Haaren mit herausgewachsenem dunklen Ansatz sollte man einmal mehr als sonst die Haare waschen, da durch Talgablagerungen das Haar noch dunkler wirkt.

Direkt nach der Wäsche sollte etwas von einem hochwertigen Trockenshampoo aufgesprüht werden. Das schafft optisch einen halben Ton helleres Haar und saugt Feuchtigkeit am Ansatz, so dass der Ansatz nicht so sehr zusammenfällt.

Lange Haare mit gebrochenen Spitzen sollten über Nacht noch leicht feucht geflochten werden. Pflege sollte nur in den Längen aufgetragen werden, das Haar werde sonst zu schwer und am Ansatz zu weich.

Spliss sollte auf gar keinen Fall abgeschnitten werden. Er könne auch mit Haaröl/Splissrepair in den letzen fünf bis sieben Zentimetern gepflegt werden. Dies gibt dem Haar Feuchtigkeit und Elastizität und man betreibt Schadensbegrenzung, so dass der Spliss nicht noch mehr ins Haar geht.

Beim Üben von Locken und Wellen mit diversen Stylingtools sollte immer mit Hitzeschutz gearbeitet werden. Für mehr Volumen in kurzem und mittellangem Haar: Haftwickler ins trockene Haar drehen, mit etwas Haarspray übernebeln und dann mit dem Föhn anwärmen und zehn Minuten oder länger auskühlen lassen. Für Volumen am Hinterkopf sollten etwa drei Haftwickler gesetzt werden.

Kurze Haare bei Männern und Frauen könnten an den Ohren zum Beispiel mit Wachs dahintergesteckt werden. „Hier darf gern etwas mehr Gel oder Wachs benutzt werden, wenn die Seitenpartien zu voluminös geworden sind.

Und nun zu einem der wichtigsten Teile der Frisur: dem Pony. „Das richtige Ponyschneiden ist die Königsdisziplin – auch bei Friseuren. Ein zu kurz oder zu breit eingeschnittener Pony, kann das ganze Gesicht unvorteilhaft wirken lassen. Also besser: Den Scheitel seitlich tragen, etwas schräg, dann hat man noch mehr Volumen am Deckhaar.

Man kann auch in die Ansätze etwas Volumenpuder geben um den Pony griffiger und etwas fester zu bekommen. So kann er flott nach hinten frisiert werden, wenn er zu lang geworden ist“, rät Sabrina Poser. Und für die ganz Mutigen: „Den Pony bitte immer trocken schneiden, da die Wirbel das Haar im trockenen Zustand anders liegen lassen als im feuchten Haar. Wer sich daran wagt, sollte es vorsichtig und nur mit einer Nagelschere versuchen. Dieser Tipp ist aber ohne Gewähr“, betont Poser.

Und dann noch ein paar Tipps von der Fachfrau für Mitarbeiter im Homeoffice: Wer beruflich Meetings am Bildschirm hat, sollte Wert auf ein tolles Make-up legen und einen schönen Lippenstift als Eyecatcher wählen. Man darf ohne Maske vor dem Bildschirm sitzen, diese Chance sollte man nutzen. So kann man die Blicke auf das Gesicht und nicht auf die Haare ziehen. „Die Frisur kann dann auch etwas cooler und lässiger gesteckt sein.“

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