Naturschützer Peter Franzeck zieht eine überwiegend positive Bilanz für das Jahr 2020
Wie geht es Eulen und Käuzen?

Kreis Herford (WB) -

Eulen und Greifvögel sind seine Leidenschaft: Seit mehr als 20 Jahre ist der Herforder Peter Franzeck im Artenschutz für diese Tiere aktiv, von denen viele zu den gefährdeten Arten gehören. Er verfolgt die Bestandsentwicklung, schafft Brut- und Lebensraum und ist Ansprechpartner, wenn verletzte Exemplare von Passanten gefunden werden. Seine Eulen-Bilanz für das Jahr 2020 fällt überwiegend positiv aus.

Montag, 11.01.2021, 05:42 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 05:50 Uhr
In einem Eulenloch einer Scheune in Eickum sitzen zwei Schleiereulen-Jungvögel, die schon fast flügge sind: rechts die häufigere, beige-braune Farbvariante, links die seltenere Ausprägung des Gefieders in weiß. Foto: Peter Franzeck

Gute Nachrichten gibt es zum Beispiel von der Schleiereule, die aber ohnehin recht häufig im Kreis Herford anzutreffen ist. Bis zu 60 Brutplätze kennt Peter Franzeck – viele davon liegen in alten Scheunen von Bauernhöfen. „Der Bestand dieser Tiere dürfte konstant geblieben sein“, schätzt der Naturschützer, auch wenn pro Brut oft nur drei oder vier Jungvögel zu beobachten waren. Normal sind 6 bis 8, in besonders guten Jahren können Schleiereulen auch zwölf Jungvögel aufziehen.

Zuletzt hatte vor allem der Turmfalke den Schleiereulen zugesetzt, da er gerne die gleichen Nistkästen nutzt. Dem konnte etwas entgegen gesteuert werden, indem an kritischen Stellen zusätzliche Nistmöglichkeiten geschaffen wurden und so beide Arten Raum für ihre Brut fanden.

Kaum Sorgen muss man sich auch um den robusten Waldkauz machen, der im Kreis Herford durchgehend verbreitet ist und zu den häufigsten Eulen zählt. „Diese Art ist beim Futter nicht besonders wählerisch. Neben Mäusen sind sie zum Beispiel auch in der Lage, Tauben oder Krähen zu schlagen. Das macht sie sehr anpassungsfähig“, erläutert Peter Franzeck.

Ein besonderer Höhepunkt im vergangenen Jahr sei die wochenlange Beobachtung von Waldohreulen gewesen: „Am frühen Abend konnte ich sie beim Such- und Jagdflug beobachten und sehen, wie sie über die Schulter abkippten und vom Boden mit Beute immer im gleichen Baum verschwanden“, erzählt Franzeck. Kurze Zeit später habe man die Jungvögel ausmachen können. „Ein herausragendes und faszinierendes Erlebnis“, schwärmt der Tierfreund. Die zierlichen, dem Uhu recht ähnlichen Waldohreulen sind auch nicht mehr ganz so selten im Kreis Herford. „Eine genaue Aussage über den Bestand ist zwar nicht möglich, man kann aber sagen, dass die Waldohreule an mehreren Stellen im Kreis festgestellt werden konnte“, sagt Franzeck.

Auch die größten Eulen der Welt – die Uhus – sind bei uns heimisch. „Das Vorkommen hat sich gut entwickelt und liegt vorsichtig geschätzt bei zehn bis zwölf Paaren, vielleicht auch mehr“, erzählt Franzeck. Touren, bei denen man die geräuschlosen Flieger mit den großen Bernsteinaugen erleben kann, bietet der Eulenfreund regelmäßig im Sommer in Vlotho an – sofern es Corona zulässt wohl auch wieder in diesem Jahr.

Bei der kleinsten und leider auch seltensten Eule im Kreis Herford fällt die Bilanz dagegen gemischt aus: Ihr Vorkommen beschränkt sich auf ein kleines Gebiet, in dem die benötigte Landschaftsstruktur mit niedrigen Obstwiesen, Viehhaltung und größeren Freiflächen noch halbwegs gegeben ist. „Schön ist, dass einer von zwei neuen Brutplätzen angenommen wurde“, sagt Franzeck. Probleme gebe es aber durch die Zerstörungen von Brutkästen. Hier wünscht sich der Eulen-Kümmerer mehr Rücksicht und Toleranz gegenüber Wildtieren.

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