Ausgangssperre gilt im Kreis Herford unverändert – Minden-Lübbecke hebt sie auf
Zahl der Corona-Toten steigt auf 76

Herford (HK) -

Die Zahl der Corona-Todesfälle im Kreis Herford steigt immer weiter: Nach neun Todesfällen am Dienstag und sieben Todesfällen am Mittwoch sind am Donnerstag vier weitere Todesfälle gemeldet worden.

Donnerstag, 07.01.2021, 16:23 Uhr
Diese Graphik zeigt das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen im Kreis Herford und die Verteilung der Infizierten sowie der Todesfälle auf die einzelnen Städte und Gemeinden. Foto: Kreis Herford

Bei drei Todesfällen (87, 88 und 99 Jahre alt) handelt es sich um Bewohnerinnen von Altenheimen in Löhne, Herford und Hiddenhausen. Der vierte Todesfall ist ein 80-Jähriger aus Bünde. Im Kreis Herford gibt es nun insgesamt 76 Todesfälle, davon sind 67 an Corona und 9 mit Corona gestorben.

Gleichzeitig wurden auch 115 neue Corona-Infektionen bekannt. Der Inzidenzwert stieg auf 172,4. Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie 5779 Infektionen im Kreis Herford registriert worden. 4933 Personen gelten als genesen. Derzeit gibt es kreisweit 710 aktuell bestätigte Fälle. Die infizierten Personen verteilen sich auf Herford (242), Hiddenhausen (54), Bünde (110), Kirchlengern (25), Rödinghausen (38), Enger (34), Spenge (43), Vlotho (28) und Löhne (136).

In den Krankenhäusern werden derzeit 82 Patienten mit einer Covid-19-Infektion stationär behandelt (davon 57 aus dem Kreis Herford). 13 Patienten werden intensivmedizinisch betreut, 10 davon sind beatmungspflichtig. In den Einrichtungen der Pflege- und Eingliederungshilfe sind derzeit insgesamt 99 Bewohner/Patienten und 40 Beschäftigte infiziert. 28 weitere Beschäftigte sind (ohne Infektion) in Quarantäne.

Anders als der Nachbarkreis Minden-Lübbecke hält der Kreis Herford vorerst an der nächtlichen Ausgangssperre von 21 bis 4 Uhr fest. In Minden-Lübbecke gilt die Regelung ab dem morgigen Freitag nicht mehr. Grund ist eine seit einer Woche unter der kritischen Marke von 200 liegende Sieben-Tage Inzidenz. Die hat der Kreis Herford allerdings auch aufzuweisen. Trotzdem gilt hier die Ausgangssperre – vorerst bis zum 10. Januar.

Eine widersprüchliche Aussage des NRW Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, hatte bei diesem Thema für Irritationen gesorgt. Laumann hatte am Mittwoch in einer TV-Sendung erklärt, dass die Ausgangssperren ausgesetzt worden seien.

Eine Aussage, die der Kreis Herford nicht nachvollziehen kann. Wegen des lokalen Infektionsgeschehens habe man in Abstimmung mit dem Ministerium, welches von Laumann geleitet wird, nicht nur im Kreis Herford weiter eine Ausgangssperre. Diese sei ein – durch gerichtliche Überprüfung – zulässiges und geeignetes Mittel, um das Infektionsgeschehen zu reduzieren, auch wenn der Inzidenzwert unter 200 gefallen sei.

Mit einer Inzidenz von 172,4 hat der Kreis Herford derzeit einen recht hohen Inzidenzwert unter den Kreisen und kreisfreien Städten in NRW. Der Kreis geht zudem von weiter steigenden Zahlen aus. Zudem sei bei der Interpretation der aktuellen Fallzahlen zu beachten, dass während der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage weniger Personen einen Arzt aufgesucht haben und dadurch wohl weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt wurden. Dies führe dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet worden seien. Die tatsächlichen Infektionszahlen dürften somit höher sein, so der Kreis Herford

Die Corona-Lage werde täglich kritisch ausgewertet und bewertet. Hierbei würden neben der Entwicklung der Tagesinzidenz auch das allgemeine Infektionsgeschehen und die Lage in den Krankenhäuern sowie in der Kontaktnachverfolgung berücksichtigt. Ein nachhaltiger Rückgang des Infektionsgeschehens und eine Entlastung des öffentlichen Gesundheitswesens seien bisher nicht eingetreten. Die weitergehenden Beschränkungen hätten als Schutzmaßnahme im Kreis Herford also nach wie vor ihre Berechtigung.

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