Peter Lacke stellt Neubau mitten in der Corona-Pandemie fertig - der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein
Der neue Lack hält eine Menge aus

Hiddenhausen -

Mitten im bisher schlimmsten Umsatzeinbruch der 115-jährigen Unternehmensgeschichte stellt Peter Lacke das größte Investitionsprojekt fertig. Zins und Tilgung für den 20-Millionen-Euro-Neubau setzen pünktlich zum Start der Coronakrise ein. Das würde so manchem Lack ein paar Risse zufügen - nicht aber dem von Peter Lacke.

Dienstag, 05.01.2021, 05:06 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 05:10 Uhr
Geschäftsführer David Peter steht im Herzzentrum von Peter Lacke in Hiddenhausen, dem neuen Labor. Hier entstehen jene Rezepte, die gemeinsam mit der Kundschaft aus internationalen Konzernen entwickelt und an sie verkauft werden. Foto: Stephan Rechlin

Zum einen ist Geschäftsführer David Peter an Krisen gewöhnt. Er ist auf dem Höhepunkt der Subprime-Krise 2008 ins Unternehmen eingestiegen und hat damit sofort erst einmal einen ordentlichen Abschwung miterlebt. Zum anderen konnte er seit dem vergangenen August beobachten, wie sich der Umsatz Woche für Woche stabilisierte. Still hoffend, aber zunächst nicht glaubend, verfolgte er den stetigen Zuwachs in den Monaten September bis Dezember mit - inzwischen hat Peter Lacke sein hervorragendes Jahresergebnis von 2019 eingestellt: „Wir werden die 100 Millionen Euro halten - mindestens.“

Der Neubau verstärkt diese Dynamik. Auf 7000 Quadratmetern Nutzfläche ermöglicht er, die bislang auf zwei Orte verteilte Verwaltung unter einem Dach zusammenzuführen. Im neuen Showroom können Kunden von VW, Samsung, Philips, Nes­presso, Saeco, De Longhi, Bosch, Playmobil, Douglas, Elektrolux oder Märklin Farben und Haptik ihrer Produkte selbst sehen und ertasten. Ein ungeheurer Vorteil: „Ob Parfümflasche, Cola-Glas oder die elektrische Zahnbürste von Philipps - am Ende kauft das Auge das Produkt,“ sagt Peter.

Ein hoher Anteil der Neubau-Investition ist in neue, voll ausgestattete Labore geflossen. „Produktion“ bei Peter Lacke bedeutet vor allem Forschung und Entwicklung. An den Labortischen setzen Chemiker und Ingenieure die angelieferten Rohstoffe, also Löse- und Bindemittel, Pigmente und Hartze, zu neuen Mischungen an, dispergieren und komplettieren sie zu den von Kunden gewünschten Formulierungen, den speziell auf sie zugeschnittenen Rezepten. Peter: „Wir liefern das Rezept, die Mengenproduktion übernimmt der Kunde meist selbst.“ Zu dem von Peter Lacke gelieferten Rezept zählt auch ein Bela-stungstest unter extremen Hitze-, Licht- und Schlagbedingungen: „Der Lack an einem Polo muss auch halten, wenn er über Schotter oder Kieselsteine fährt.“

Auf Patente für die vielen, selbst entwickelten Formulierungen verzichtet Peter Lacke überraschend. Peter: „Damit müssten wir die Zusammensetzungen unserer Lacke ja preisgeben. Dann müsste ein anderer Anbieter nur eine Nuance in der einen oder anderen Zutat verändern und schon hätte er ein eigenes Rezept.“

Peter Lacke habe statt dessen einen zuverlässigeren Weg gefunden: „Wir entwickeln die Rezepte gemeinsam mit unseren Kunden, nehmen uns dafür viel Zeit. Das dadurch wachsende Vertrauen ist wertvoller als ein Patent.“

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