Dr. Hermann Dieckmann verstarb 40 Jahre nach Gründung des Gutes Bustedt
Ein Apfelbaum als Andenken

Hiddenhausen (HK). -

Bis ins Jahr 1964 war das im 15. Jahrhundert erbaute Gut Bustedt mit seinem Burgfried aus dem 17. Jahrhundert in privater Hand. Doch solch historische Anlagen sind nicht nur sehr teuer im Unterhalt sondern auch sehr arbeitsintensiv. So kommt es öfter vor, dass historische Anwesen in Privatbesitz zunehmend verfallen. So auch das Gut in Hiddenhausen, bis es die Gemeinde kaufte. Aber was tun mit einem mittelalterlichen Anwesen samt Ländereien?

Montag, 07.12.2020, 05:00 Uhr

Dr. Hermann Dieckmann engagierte sich 1980 für die Gründung eines Biologiezentrums in OWL zur Umweltbildung und -vermittlung. Die Gemeinde war froh, einen sinnvollen Nutzen für das Anwesen präsentiert zu bekommen. So gründete Dr. Dieckmann mit Gleichgesinnten am 11. Juni 1980 das Biologie-Zentrum-Bustedt Ostwestfalen-Lippe. Parallel baute er mit der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) ein entsprechendes Netzwerk auf, das das Biologiezentrum in Hiddenhausen in der ganzen Bundesrepublik bekannt machte.

Dr. Dieckmann bemühte sich um Förderer, Unterstützer und finanzielle Sicherheiten und machte das Gut, dass wohl jeder Schüler im Kreis Herford mindestens einmal in seiner schulischen Ausbildung von innen gesehen hat, zu dem, was es heute ist. Im Juni dieses Jahres verstarb er, ausgerechnet zum 40. Jubiläum des Biologiezentrums.

Von ehemaligen Gründungsmitgliedern und Vorstandsvorsitzenden der ANU kam die Idee, in Hermann Dieckmanns Gedenken einen Apfelbaum auf dem Gelände des Gutes zu pflanzen. Im Biologiezentrum beriet man darüber und entschied sich für eine Ravensberger Renette. Man wollte mit einer regionalen Apfelsorte an Hermann Dieckmann erinnern. „Wir haben uns nicht nur für die Ravensberger Renette entschieden, weil der Baum besonders robust ist. Die Äpfel sind nicht im Sinne eines Verbrauchers gezüchtet, sondern ganz natürlich“, erklärt Burkhard Goldstein, Leiter des Biologiezentrums. Zudem entstünde im Baum im Laufe der Jahre ein Habitat für eine Vielzahl von Tieren, von Insekten bis hin zu Vögeln. „Das wäre sicherlich in Dr. Dieckmanns Interesse gewesen“, führt Goldstein weiter aus.

Der Baum wurde am Mittwochnachmittag eingepflanzt, direkt hinter dem Gut, wo alle Besucher früher oder später an ihm vorbeikommen und ihn sehen können. Eine Gedenktafel für Hermann Dieckmann soll ebenfalls neben dem Baum aufgestellt werden. „Das eine vergeht, das andere entsteht und wächst“, kommentierte Goldstein, als der Baum eingepflanzt wurde.

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