Corona-Krise macht Darstellern zu schaffen – Dirk Wellmann setzt auf persönliche Post und WhatsApp-Videos
Weihnachtsmann hat nichts zu tun

Hiddenhausen -

Der Weihnachtsmann braucht einen Zweitjob. Wegen der Corona-Pandemie ist der Terminkalender von Dirk Wellmann alias „Der Weihnachtsmann aus Westfalen“ quasi leer. Ein paar private Anfragen gibt es, doch ob diese Auftritte überhaupt erlaubt sind, steht noch in den Sternen.

Dienstag, 24.11.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 21:11 Uhr
Sobald der Weihnachtsmann alias Dirk Wellmann in seinem Kostüm in der Stadt – hier in Herford – unterwegs ist, zieht er die Blicke auf sich. Sein Auftragsbuch ist wegen der Corona-Krise allerdings fast leer. Doch so schnell steckt ein Weihnachtsmann den Kopf nicht in den Sand. Er setzt jetzt auf Videogrüße. Foto: Kathrin Weege

„Sonst bin ich ab Ende November auf Weihnachtsmärkten in der Region unterwegs, habe feste Termine in Supermärkten – beispielsweise in einem großen Markt in Osnabrück. Das fällt alles aus“, sagt der 39-Jährige.

Das ist nicht nur finanziell bitter für ihn. Ihm fehlt es, in die glänzenden Kinderaugen zu blicken. Er schlüpft mit Leib und Seele in die Rolle. „Mein schönstes Erlebnis war, als ein Mädchen aus Bünde zu mir gesagt hat: Du musst wirklich der Weihnachtsmann sein. Nur der Echte kann einen so weichen Mantel haben.“

Weihnachtsmänner haben ein eigenes Forum bei Facebook. Da sammeln sie Ideen, wie sie durch den Corona-Advent kommen. Wer Dirk Wellmann kontaktiert, der kann für seine Kinder einen handschriftlichen, persönlichen Brief bekommen – mit Original-Weihnachtsmann-Stempel. Die besondere Post ist einfach zu erkennen: Sie kommt im goldenen Umschlag. „Das Porto müssen die Auftraggeber zahlen und ich bitte um einen kleinen Obolus“, sagt Wellmann. Einen festen Betrag hat er bewusst nicht angesetzt. Schließlich gibt es auch das offizielle Weihnachtspostamt, das kostenlos Grüße verschickt. „Allerdings meines Wissens nach nicht persönlich und handgeschrieben“, meint der Weihnachtsmann aus Westfalen. Außerdem dreht er auch kurze drei bis fünf Minuten lange individuelle Videos, die er per WhatsApp verschickt. Auch hier bittet er die Bürger, ihm das Geld dafür zu geben, was ihnen die kleine Filmsequenz wert ist.

Der Weihnachtsmann wird in diesem Jahr zu Stift und Zettel sowie zum Smartphone greifen: Auf Wunsch verschickt Dirk Wellmann persönliche Briefe sowie kurze Videos per WhatsApp.

Der Weihnachtsmann wird in diesem Jahr zu Stift und Zettel sowie zum Smartphone greifen: Auf Wunsch verschickt Dirk Wellmann persönliche Briefe sowie kurze Videos per WhatsApp. Foto: Kathrin Weege

Der Hiddenhauser schlüpft hauptberuflich in verschiedenste Kostüme. Der gelernte Einzelhandelskaufmann ist als Osterhase, Teddybär Bruno und auch als Nikolaus – dafür hat er ein weiteres weihnachtliches Kostüm – unterwegs.

Angefangen hat eigentlich alles in der dritten Klasse. „Da habe ich den Weihnachtsmann in einem Theaterstück gespielt, meine Mutter hatte das Kostüm genäht“, blickt der Hiddenhauser zurück. Vor einigen Jahren trat er dann die ersten Male bei Freunden auf. Das sprach sich rum und wurde zu einem festen Standbein.

„Ho, ho, ho...“ Damit startet Wellmann zwar seine Videogrüße. „Wenn ich aber unterwegs bin, sage ich ‚Hallo‘, denn „Ho, ho, ho...“ kommt aus Amerika und ich habe gemerkt, dass es einigen Kindern Angst macht“, weiß der Weihnachtsexperte.

Wenn er ehrenamtlich auftritt – auch das macht er – dann wird er von heimischen Unternehmen unterstützt. „Weinrich hat mir in der Vergangenheit immer Schokolade gesponsert, die ich an die Mädchen und Jungen verteile.“

Wer sich einen persönlichen Brief oder ein Video vom Weihnachtsmann wünscht, der kann ihn über seine Internetseite kontaktieren: www.weihnachtsmann.page4.com

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7691695?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514616%2F
„Ich war nie das große Talent“
Immer mit Volldampf voraus: Paderborns langjähriger Kapitän Christian Strohdiek.
Nachrichten-Ticker