Leiter Jörg Luttmann beschreibt die aktuelle Situation im Ordnungsamt
„Schnell mal verrannt“

Hiddenhausen (WB). „Der Job im Ordnungsamt ist aktuell schon sehr belastend“, sagt Amtsleiter Jörg Luttmann. Viele Maßnahmen, die coronabedingt durchgeführt werden müssen, würden Menschen in wirtschaftliche Not treiben. Gemeint sind damit vor allem die Gastronomie und Einrichtungen, die aktuell geschlossen bleiben müssen.

Dienstag, 10.11.2020, 05:40 Uhr
Amtsleiter Jörg Luttmann (rechts) und Außendienstmitarbeiter Kevin Konrad erfahren per Mail vom Gesundheitsamt, wer gerade in Quarantäne ist. Foto: Karin Koteras-Pietsch

Jedes Mal, wenn eine neue Corona-Schutzverordnung in Kraft tritt, stehen bei Luttmann und seinem Team die Telefone mindestens ein bis zwei Tage nicht still. „Den Menschen brennt so vieles unter den Nägeln. Da geht es auch um Existenzen.“ Und es werde auch schon mal emotional: „Wir haben es inzwischen aber aufgegeben, die Fragen direkt am Telefon zu beantworten. Da verrennt man sich schon mal schnell“, meint der Amtsleiter. Er und seine Mitarbeiter notieren sich die Fragen, besprechen sich eventuell mit einem Kollegen und rufen den Ratsuchenden dann zeitnah zurück. Themen gibt es reichlich.

Quarantäne

Das Gesundheitsamt meldet der Gemeinde Hiddenhausen, welche Menschen in der Gemeinde in Quarantäne sind. Aktuell sind es 259. Außendienstmitarbeiter Kevin Konrad fährt dann gemeinsam mit einem Kollegen oder einem Auszubildenden zu den Adressen. Sie schauen, ob die Menschen auch tatsächlich zu Hause sind und sie fragen, ob eventuell Hilfe benötigt wird. „Sofern die Menschen einen Festnetzanschluss haben, können wir die häusliche Isolation auch telefonisch überprüfen“, erklärt Jörg Luttmann. Die meisten Menschen in Quarantäne seien gut versorgt. Regelverstöße habe es noch nicht gegeben.

Private Feiern

Was private Feiern angehe, gebe es vom Land nur Empfehlungen. „Da kontrollieren wir nicht“, sagt Luttmann. Er mache aber immer darauf aufmerksam, dass jede private Feier einen Verantwortlichen brauche, damit mögliche Infektionsketten nachverfolgt werden könnten.

Öffentliche Feiern

„Die Vorgaben für Feiern wie Hochzeiten oder runde Geburtstage werden immer wieder geändert. Aktuell können sie in Gaststätten gar nicht stattfinden. Und hier wird’s emotional“, erzählt der Ordnungsamtsleiter. Denn wer sage einem Paar schon gerne, dass es die geplante Hochzeit absagen muss. Da seien alle Mitarbeiter schon mitfühlend.

Gastronomie

Der Gastronomie stehe das Ordnungsamt mit Rat und Tat zur Seite. Aktuell gebe es da aber nicht viel zu tun. Außerhalb des Lockdowns beraten die Mitarbeiter die Gastronomen am Telefon oder sie fahren raus und erarbeiten gemeinsam ein Konzept unter Berücksichtigung der Corona-Vorschriften. Mit der nächsten Flut von Anfragen rechnet Luttmann für Anfang Dezember. Kontrollen habe es in der Hiddenhauser Gastronomie bislang nicht gegeben.

Vereine

Die Vereine gingen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um. Zahlreiche Anrufe seien zum Beispiel von den Reitsportlern eingegangen, so Luttmann. Hier gelte unter anderem: In der Reithalle müssen 200 Quadratmeter pro Pferd zur Verfügung stehen.

Herausforderungen

Corona stellt das Ordnungsamt vor enorme Herausforderungen. Im Hiddenhauser Amt sind vier Mitarbeiter beschäftigt. „Für das, was es zu bewältigen gibt, eigentlich zu wenig“, sagt Jörg Luttmann. Da helfe es schon sehr, das Ingrid Militzki, die eigentlich schon im Ruhestand war, das Team zweimal in der Woche für einen Vormittag unterstützt.

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