Fälle an Schulen und in Kitas häufen sich – 86 neue bestätigte Infektionen
Viele Heimbewohner positiv getestet

Kreis Herford (WB). Der Kreis Herford meldet am Dienstag 86 neue bestätigte Corona-Infektionen im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Genesenen steigt von 885 auf 1042. Kreisweit gibt es nun 692 aktuell bestätigte Fälle. Insgesamt sind im Kreisgebiet 1742 bestätigte Infektionen bekannt. Der Inzidenzwert ist weiter gestiegen und liegt nun bei 221.

Dienstag, 03.11.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 17:17 Uhr
Die Corona-Karte vom 3. November.

24 Menschen aus dem Kreis Herford werden derzeit stationär in Krankenhäusern behandelt. In den drei Krankenhäusern im Kreisgebiet liegen derzeit insgesamt 30 Infizierte, darunter sechs in Intensivbetten und drei Beatmungspflichtige.

Da in den Krankenhäusern des Kreises Herford Patienten aus unterschiedlichen Kreisen und Städten der Region behandelt werden, können die vom Kreis Herford gemeldeten stationären Patientenzahlen von denen der Krankenhäuser abweichen.

Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (240), Spenge (19), Bünde (139), Löhne (118), Vlotho (31), Enger (74), Rödinghausen (13), Hiddenhausen (35) und Kirchlengern (23).

Bei den aktuellen Fällen handelt es sich überwiegend um Kontaktpersonen zu bereits Infizierten. Darunter sind auch oft mehrere Personen innerhalb größerer Familien sowie Personen aus dem Freundeskreis, vereinzelt auch Arbeitskollegen. Auch Reiserrückkehrer (38) befinden sich unter den 692 aktuell bestätigten Fällen.

Ausbrüche in zwei Pflegeheimen

Die ersten Testergebnisse aus den betroffenen Altenheimen liegen vor. Nachdem Mitarbeitende positiv getestet wurden, sind alle Bewohner der Seniorenresidenz Mathilden in Enger und des Altenwohnheims Mennighüffen getestet worden .

Im Altenwohnheim Mennighüffen sind von insgesamt 69 Bewohnern bisher 28 Personen und elf Beschäftige infiziert. In der Seniorenresidenz Mathilde in Enger sind von den insgesamt 70 Bewohner 18 infiziert, zudem sechs Mitarbeiter. Noch liegen aber nicht alle Ergebnisse vor.

„Das Infektionsgeschehen in Altenheimen ist nicht ohne Weiteres vorhersehbar, es handelt sich in jedem Fall um Risikopatienten. Deshalb sind wir auch froh, dass einige ohne Symptome und einige sogar schon auf dem Weg der Besserung sind. Aber es gibt auch Patienten mit Symptomen. Es wird alles getan, damit sich das Infektionsgeschehen unter diesen Risikopersonen nicht weiter ausbreitet“, erklärt Dr. Marie Luise Kluger, Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises.

Derzeit werden die Quarantänekonzepte und die aktuelle Versorgung der Bewohner angepasst. Das bereits vorher bestehende Hygienekonzept wird aktualisiert und mit Zustimmung des Gesundheitsamtes umgesetzt.

Im Altenwohnheim Mennighüffen fallen neben den elf infizierten Mitarbeiter* auch neun weitere Beschäftigte aus, die in Quarantäne sind. Für die Heimleiterin Marianne Smidt ist das eine besondere Herausforderung: „Mit einem Schlag fällt die fast die Hälfte des Pflegepersonals aus. Wir sind am Limit und arbeiten jeden Tags aufs Neue mit flexibel angepassten Dienstplänen. Ich habe aber ein hochmotiviertes Team, das alles gibt, um unsere Bewohner bestmöglich zu versorgen. Das ist gerade in dieser Zeit schon ein Trost und gibt Kraft zum eigenen Durchhalten.“

Insgesamt gibt es im Kreisgebiet derzeit 15 Einrichtungen der Pflege- und Eingliederungshilfe an der Beschäftige infiziert und weitere Beschäftigte als Kontaktpersonen in Quarantäne sind.

Fälle in Schulen und Kitas

An drei Schulen (Olof-Palme-Gesamtschule Hiddenhausen, Weser-Gymnasium Vlotho und Realschule Bünde-Nord) gibt es insgesamt vier bestätigte Fälle von Schülerinnen und Schülern. An acht Kindertagesstätten sind neun Infizierte (acht Kinder, eine Beschäftigte) . Die Testergebnisse der Schüler stehen noch aus. Die Auswertungen der Tests verzögern sich derzeit wegen der enorm hohen Anzahl an Tests, die die Labore derzeit auswerten müssen.

Keine zeitnahe Information mehr

Durch die stark steigende Zahl der Fälle ist es trotz erhöhten Personalaufwands nicht mehr möglich, alle Personen noch am selben Tag zu informieren. Die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes arbeiten täglich an der Belastungsgrenze, um die Fälle abzuarbeiten. Positiv getestete Personen müssen informiert, Kontaktpersonen ermittelt und ebenfalls benachrichtigt werden.

 

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