72 neue Corona-Fälle – Bürgermeister und Landrat des Kreises Herford beraten sich
Viele stecken sich in der Familie an

Kreis Herford (WB). Die Kreisverwaltung hat ihre Übersicht zum Infektionsgeschehen in den Städten und Kommunen des Kreises vorgelegt. Bei den 72 Neuinfizierten handele es sich überwiegend um Kontaktpersonen von Menschen, die sich schon früher mit Corona infiziert hatten: „Darunter sind auch oft mehrere Personen innerhalb größerer Familien sowie Personen aus dem Freundeskreis, vereinzelt auch Arbeitskollegen“, so die Kreisverwaltung.

Mittwoch, 28.10.2020, 14:34 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 14:40 Uhr
So sieht die aktualisierte Übersicht zum Infektionsgeschehen im Kreis Herford aus.

Auch 30 Reiserrückkehrer befinden sich unter den 463 aktuell bestätigten Fällen im Kreisgebiet. In den Schulen und Kitas ist die Infektionslage weiter unauffällig.

Bis auf die Bünder Firma Gerresheimer mit 30 Infizierten sind weiterhin keine Häufungen von Corona-Fällen in größeren Betrieben des Kreises zu erkennen. Bereits in der vergangenen Woche wurden 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Gerresheimer getestet, an diesem Mittwoch folgen die restlichen 650. Die Ergebnisse werden ab Donnerstag erwartet. Das Gesundheitsamt befindet sich im engen Austausch mit dem Unternehmen.

Infektionsherde nicht immer klar

„Wir werten weiter täglich das Infektionsgeschehen aus, allerdings sind weiterhin keine größeren Cluster und Infektionsschwerpunkte zu erkennen“, erklärt Krisenstabsleiter Markus Altenhöner. Einige Infizierte wissen zudem nicht, wo sie sich infiziert haben könnten. Mit einem Abnehmen der Fallzahlen werde zunächst nicht gerechnet, teilt die Kreisverwaltung weiterhin mit.

„Die Fallzahlen werden sich die nächsten Tage in ähnlichen Bereichen bewegen, wie wir sie derzeit haben“, ergänzt Dr. Marie-Luise Kluger, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes. Das habe unter anderem folgenden Grund, sagt Markus Altenhöner: „Die Erfahrungen haben uns gezeigt, dass sich Kontaktbeschränkungen, wie sie mit dem Erreichen der 7-Tage-Inzidenz von über 50 bei uns in Kraft getreten sind, erst zeitversetzt in geringeren Infektionszahlen bemerkbar gemacht haben“.

Warten auf das Konferenzergebnis

Bezüglich weiterer verschärfter Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Lage warte der Kreis Herford die Ergebnisse der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder ab. Darüber hinaus stehe der Kreis Herford im regelmäßigen Austausch mit anderen Städten und Kreisen aus der Region, um möglichst einheitlich auf das Infektionsgeschehen zu reagieren. Die Bürgermeister des Kreises und Landrat Jürgen Müller werden sich am Donnerstag über das weitere Vorgehen beraten.

Die Zahl der Genesenen steigt laut der Statistik des Kreises von 780 auf 789. Kreisweit gibt es nun 463 aktuell bestätigte Corona-Fälle. Insgesamt haben sich 1260 Menschen bislang angesteckt. Der Inzidenzwert ist weiter gestiegen und liegt nun bei 161.

Im Zusammenhang mit der Pandemie werden im Kreisgebiet bislang acht Todesfälle gezählt, wobei sechs Menschen laut Totenschein an Corona verstorben sind und zwei mit Corona. Derzeit befinden sich 13 Personen in stationärer Behandlung. Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (171), Spenge (8), Bünde (125), Löhne (63), Vlotho (26), Enger (27), Rödinghausen (9), Hiddenhausen (22) und Kirchlengern (12).

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