Inzidenzwert steigt auf über 50 – Sperrstunde gilt ab Samstag
Der Kreis Herford ist jetzt Risikogebiet

Herford (WB/sp/lak). Der Kreis Herford ist jetzt Corona-Risikogebiet. Das teilte der Krisenstab am Donnerstagmittag bei einer Pressekonferenz mit. Der Inzidenzwert, der die bestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen angibt, ist über 50 geklettert. Weil diese als kritisch definierte Marke überschritten worden ist, gelten ab Samstag schärfere Schutzmaßnahmen.

Donnerstag, 22.10.2020, 10:53 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 14:54 Uhr
Pressekonferenz im Kreishaus mit: (von links) Gesundheitsamtsleiterin Dr. Marie-Luise Kluger, Landrat Jürgen Müller und Krisenstabsleiter Markus Altenhöner. Foto: Lars Krückemeyer

Eine Panne bei der Datenübermittlung an das Robert-Koch-Instituts (RKI) hatte in der Statistik am Donnerstagmorgen zunächst für einen von 41,9 auf 37,5 gesunkenen Inzidenzwert gesorgt. Erst bei der Pressekonferenz klärte der Krisenstab darüber auf. Bis Donnerstagmorgen waren 45 neue bestätigte Infektionen hinzugekommen, die Übermittlung an das RKI aber fehlgeschlagen. Den ersten Grenzwert von 35 hatte der Kreis Herford am Mittwoch überschritten.

Den Liveticker aus dem Kreishaus können Sie auf dieser Seite nachlesen.

Nicht immer ist der Inzidenzwert wirklich aussagekräftig, zeigt ein Blick nach Bielefeld.

Weitere Informationen zum überregionalen Geschehen gibt es auch in unserem Corona-Newsblog.

Liveticker aus dem Kreishaus

12 Uhr: Der Kreis Herford ist ab sofort Corona-Risikogebiet. Der Inzidenzwert ist auf über 50 gestiegen. „Es ist auch im Kreis Herford nicht fünf vor 12 sondern 12 Uhr“, sagt Landrat Jürgen Müller. „Die rasche Entwicklung hat auch mich überrascht.“

Krisenstabsleiter Markus Altenhöner beim Pressegespräch.

Krisenstabsleiter Markus Altenhöner beim Pressegespräch. Foto: Krückemeyer

12.02 Uhr: Jürgen Müller kündigt an, dass spätestens am Samstag die neuen Maßnahmen, die ab einem Inzidenzwert von 50 greifen, verordnet werden.

12.05 Uhr : Gemessen an der Altersgruppe sind insgesamt die 35- bis 39-Jährigen am häufigsten betroffen. 186 Männer und 176 Frauen sind infiziert. In der Altersklasse über 80 Jahre sind es 18 Männer und 19 Frauen.

12.06 Uhr: Müller erklärt: „Wir sind in der Lage die Infektionsketten nachzuverfolgen, aber an unseren Grenzen geraten. Die Mitarbeiter sind an der Belastungsgrenze. Bei der Bundeswehr haben wir ein Amtshilfeersuchen gestellt.“

12.08 Uhr: Am Mittwoch sind 45 neue bestätigte Corona-Infektionen hinzu gekommen. Seit März ist der Oktober mit Abstand der Monat mit den meisten Neuinfektionen. Stand 21. Oktober sind es 249, damit 72 mehr als etwa im April und bereits jetzt 152 Fälle mehr als im September.

12.10 Uhr: Die neue Allgemeinverfügung wird morgen bekannt gemacht und gilt am Samstag ab 0 Uhr. Maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten dürfen sich in der in Öffentlichkeit zusammen aufhalten. Krisenstabsleiter Markus Altenhöner kündigt an: „Die Ordnungsämter werden einschreiten.“

12.13 Uhr:  Bei herausragenden feiern wie Taufen oder Geburtstagen dürfen sich maximal zehn Personen treffen – das gilt auch für den privaten Raum. Auch hier kündigt Altenhöner Kontrollen an.

12.15 Uhr: Die Sperrstunde kommt und gilt von 23 bis 6 Uhr. Die Gastronomie muss dann schließen, Alkoholverkauf wird verboten – auch an Tankstellen.

12.17 Uhr: Jürgen Müller erklärt: „Unsere Maßnahmen werden aufgrund der räumlichen Nähe zu Bielefeld in Absprache mit der Stadt Bielefeld getroffen.“

12.19 Uhr: Stand 21. Oktober gibt es 82 bestätigte Corona-Infektionen bei Frauen und 81 bestätigte Infektionen bei Männern. Die Zahlen sind höher als im März, wo allerdings auch weniger getestet wurde.

12.21 Uhr: In den Krankenhäusern gibt es keine Corona-Patienten auf den Intensivstation, niemand wird beatmet.

Kreisdezernent Norbert Burmann bei der Pressekonferenz.

Kreisdezernent Norbert Burmann bei der Pressekonferenz. Foto: Krückemeyer

12.22 Uhr: Kreisdezernent Norbert Burmann berichtet, dass aktuell 716 Personen in häuslicher Quarantäne sind.

12.23 Uhr: Burmann: „Wir gehen davon aus, am Montag zehn Soldaten zur Unterstützung zur Verfügung zu haben.“

12.24 Uhr: Seit März hat es 15.000 Anrufe beim Corona-Bürgertelefon gegeben. Die Zahl der Anrufe nimmt wieder zu und die Hotline wird deswegen auch samstags von 9 bis 14 Uhr und sonntags von 10 bis 14 Uhr geschaltet.

12.26 Uhr: Bei den neuen Fällen handele es sich größtenteils um Kontaktpersonen bereits Infizierter, oft im familiären Umfeld. Es gebe derzeit keine Corona-Hotspots im Kreisgebiet.

Marie-Luise Kluger leitet das Gesundheitsamt des Kreises.

Marie-Luise Kluger leitet das Gesundheitsamt des Kreises. Foto: Krückemeyer

12.28 Uhr: Aktuell gibt es keine schwer erkrankten Infizierten. Gesundheitsamtsleiterin Marie-Luise Kluger erklärt allerdings: „Als Medizinerin kann ich Ihnen sagen, dass es zu einem Anstieg der Todesfälle kommen wird.“

12.30 Uhr: Auch die Zahl der Menschen in Quarantäne werde steigen. Kluger: „Wir werden in der häuslichen Isolation die 1000er-Marke überschreiten.“

12.31 Uhr: Der Landrat erklärt: „Corona im Kreis Herford wird kein vorübergehendes Phänomen sein.“

12.32 Uhr: Insgesamt gibt es bisher 900 bestätigte Infektionen, 163 aktuelle bestätigte Infektionen und 729 Menschen gelten als nach einer Infektion als genesen. Acht Menschen starben mit oder am Coronavirus.

12.34 Uhr: Der Krisenstab erklärt nun, warum der Inzidenzwert nach Angaben des RKI heute auf 37,5 gesunken ist: Es handele sich bei der Nullmeldung um eine „digitale Panne“.

12.37 Uhr: Müller sagt, man habe diskutiert ob „wir den Amateursport stoppen“. Dort sei aber kein Schwerpunkt zu erkennen. Ebenso im ÖPNV. Für solche Maßnahmen fehle also die Grundlage.

Die Altersstruktur der aktuell Infizierten.

Die Altersstruktur der aktuell Infizierten. Foto: Krückemeyer

12.39 Uhr: Ein dringlicher Appell von Marie-Luise Kluger: „Erkältete sollen zum Arzt gehen und sich nicht unbedingt zur Arbeit schleppen.“

12.40 Uhr: Ob die Weihnachtsmärkte in der Region, sofern sie denn veranstaltet werden sollen, durchgeführt werden können, ist noch nicht klar. Müller: „Wir warten das Infektionsgeschehen ab. Ich erwarte dazu Maßnahmen vom Land.“

12.41 Uhr: Noch einmal zurück zur Amtshilfe durch die Bundeswehr. Laut Kluger kommen zehn Soldaten, die schon in Gütersloh im Einsatz waren. Sie sollen im Kontaktpersonenmanagement helfen und Telefondienst machen.

12.45 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

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